Der Abschluss
von
Andre Schuchardt
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aber etwas interessantes für mich darunter befand, sah das meiste doch auch so aus, als würde es hier bereits eine Generation lang vor sich hin gammeln. Vieles hatte schrecklich viel Staub und einiges an Spinnweben angesetzt.
Dann aber machte das Bad sich auf mich aufmerksam. War die große Wanne darinnen etwa tatsächlich aus Gold? Und scheinbar auch durchaus noch in Benutzung. Nun, ich schnappte mir ein teuer und exotisch aussehendes Duftwässerchen und durchstöberte den kleinen Schrank mit verschiedenen Arzneien, Heilkräutern und ähnlichem, nahm alles mit was mir nützlich erschien, und ging weiter.
Schräg gegenüber befand sich etwas, dass nach einem Schlafzimmer aussah, und scheinbar war es auch nicht das einzige. Es war leer – im Sinne von intelligentem Leben, denn ansonsten überladen und vollgestopft mit Gegenständen von Gerümpel bis Luxus. Ebenso fand sich das nächste vor. Nach dem dritten Schlafzimmer hatte ich schließlich genug von diesem Haus, jedoch stimmte mich ein Einrichtungsgegenstand in diesem Zimmer nun wieder milde: Ein Band – damit meine ich ein Buch – mit Karten des Hauses sowie des gesamten restlichen Anwesens. Sogar welche von der restlichen Stadt und der näheren Umgebung befanden sich darinnen, alles Bekannte und auch vieles Unbekannte. Was für ein Schatz! Und sogar klein genug um es mitzunehmen. Wenn das mir nicht noch hilfreich werden sollte. Also steckte ich es in die Rückentasche, welche ich dabei hatte, und freute mich erst einmal still vor mich hin. Doch dann entsann ich mich meiner Mission und suchte das Zimmer nach dem Schlüssel ab – natürlich ohne Erfolg, wäre ja auch zu schön gewesen.
Den Gang wieder weiter folgend – ich fragte mich, ob nun nicht langsam auch mal das Schlafzimmer des Mannes aus der Küche auftauchen müsste – bewunderte ich die aufgehängten Bilder. Wirklich interessieren tat ich mich dafür zwar nicht, aber sie waren teilweise schon – nett. Eines zeigte Szenen einer Schlacht, welche, dem unverkennbaren Bergen nach zu urteilen, wohl irgendwann einmal zwischen Rardisonán und Machey stattgefunden haben musste. Mich fragend ob es vielleicht sogar der letzte große Kampf in Omijern sein könnte, fand ich es bald zu schade, dass ich dieses Gemälde nicht einfach mitnehmen konnte. Ich wandte mich ab.
Und mein Herz blieb fast stehen. Denn plötzlich stand jemand vor mir. Doch bei näherer Betrachtung stellte es sich lediglich als dekorative Rüstung heraus. Ihr gegenüber stand ein exakt gleich aussehender Zwilling, zwischen beiden befand sich eine große Holztür. Sie war verschlossen und nicht öffenbar, also befand sich dort meinem Glück entsprechend mit ziemlicher Sicherheit wohl der gesuchte Schlüssel. So hieß es denn erneut umkehren und zurück zur Treppe. Dort hörte ich Geräusche, welche aus dem Erdgeschoss herauf drangen, zusammen mit einem dämmrigen Lichtschein. Ich drückte mich an die der Treppe gegenüberliegende Wand und schlich langsam an ihr vorbei. Dort wechselte ich erneut die Seite, so dass ich mich nun neben der Treppe befand, diesmal allerdings für niemanden der von unten kommen mochte sichtbar. Vorsichtig lugte ich um die Ecke und sah in den schwach von Kerzen erleuchteten Saal hinunter – der von der anderen Seite der Treppe aus nicht einsehbar gewesen wäre – wo ich interessantes beobachten konnte.
Der Hausherr, in eine Art Morgenmantel gekleidet, also bereits etwas ausgehbereiter als noch zuvor beim Essen, öffnete gerade die Haustür um drei Leute hinein zu lassen. Ja besaß er denn keinerlei Diener in diesem großen Haus? Oder schliefen sie bereits draußen in einem Gesindehaus? Und warum hatte ich das ganze Haus durchstöbern können ohne noch einmal etwas von dem Mann zu bemerken? Schon seltsam. Die Ankömmlinge jedenfalls waren alles Männer, zwei von ihnen in leichter Rüstung, darüber rot-weiße Roben, mit kurzen Lanzen und Schwertern bewaffnet und mit hellwachem und grimmen Blicken versehen. Das waren wohl die Leibwächter des dritten Mannes, etwas älter, gekleidet in ein Gewand dessen Farben – weiß mit gelben Rändern um Hals und Handgelenken – mir doch irgendwie bekannt vorkamen, ebenso aber auch er selber: dunkelhaarig, dunkeläugig, dunkelhäutig – halt ein dunkler Mann.
Hausherr und Hausgast begrüßten sich kurz – von dem ich leider keinerlei Einzelheiten mitbekam – und verschwanden dann Richtung Wohnzimmer, die beiden Wachen dicht auf den Fersen.
Nun wusste ich zumindest, wo sich das Leben in diesem Hause gerade befand und machte mich auf, weiter nach Schlüsseln zu suchen. Der rechte Flügel des Stockwerkes sah dem linken zum verwechseln ähnlich, nur die Räume waren etwas anders eingerichtet. Dies schien mir auch der unmittelbare Lebensbereich des Besitzers zu sein. Ich fand das Badezimmer mit, nun, eher persönlichen Gegenständen, andere Zimmer mit verschiedenen Unterhaltungsgegenständen – sogar etwas, das nach einer persönlichen kleinen Folterkammer aussah. Es verwunderte mich nur etwas, dass sie sich hier oben und nicht etwa im Keller zusammen mit einem geheimen Gefängnis oder so befand. Sein Schlafzimmer selbst war überraschend groß, nein, alles darinnen war überraschend groß: der Schrank mit seinem teuren Spiegel, das Bett, der ebenso teure Spiegel darüber, das Fenster mit Goldrahmen und Blick auf den Garten mit tatsächlich vorhandenem Gesindehaus, das davor stehende Teleskop – welch Vermögen musste es wohl wert sein! -, die Stühle aus Importholz sowie der dazu passende Tisch – und, tatsächlich, sogar ein Schlüssel, welcher ich in einem der Schmuckkästchen vor fand.
Damit nun eilte ich zur verschlossenen Türe zurück – achtete dabei aber auf die Treppe – und konnte sie endlich aufschließen! Der Inhalt des vorgefundenen Raumes bestand aus einigen verstaubten Dokumenten, einem Haufen Geld, Edelsteinen, Schmuck und ähnlichem Krimskrams – nichts dabei, was mich auch nur annähernd interessierte. Jedoch fand ich einen weiteren Schlüssel – für die Kellertür, so hoffte ich – und einen kleinen Waffenschrank, aus dem ich mir ein nettes Andenken mitnahm: ein bezaubernd aussehendes kleines Schwert – ich ließ es in den Falten meines Mantels verschwinden. Anschließden schlich ich zurück zur Treppe, denn einen anderen Weg schien es nicht zu geben.
Dort angekommen zuckte ich zusammen und zog mich sofort in den dunklen Gang zurück, denn unten in der Eingangshalle stand eine der beiden Wachen. Was nun? Ich überlegte erstmal eine Weile, was ich nun tun könnte, während ich dabei auch auf das Verschwinden des Postens hoffte. Nachdem er sich aber eine ganze Weile nicht von der Stelle rührte, wählte ich einen anderen Weg. Ich ging zurück in das große Schlafzimmer. Dort untersuchte ich das Fenster diesmal etwas genauer, ein Hebel zum öffnen befand sich an der rechten Seite. Ich betätigte ihn und das Glas verschwand langsam in der Wand, wurde nach oben gezogen. Plötzlich fiel mir wieder auf, wie kühl die Nächte hierzulande doch waren, trotz der enormen Wärme des Tages. Ich zitterte leicht und guckte dann durch die Öffnung hinaus. Bis zum
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Kommentare
Hanna Christine Mazur schrieb am 2008-10-09 17:16:27:
Ich finds geil
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