Der Abschluss
von
Andre Schuchardt
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Grund waren es vielleicht drei Mannslängen immerhin, für einen Sprung erschien mir das etwas zuviel. Leider war auch kein Holzgerüst für Weinreben oder eine Regenrinne in greifbarer Nähe. Ein möglichst robustes Stück Metall oder Holz musste nun wohl her. In der, nun, Folterkammer waren zahlreiche Metallrohre zu finden, allerdings alle bereits zu etwas anderem verarbeitet und ohne großartiges Werkzeug wohl auch nicht wieder trennbar. Suchte ich mir halt einen Stuhl neben dem Schreibtisch im nahen Arbeitszimmer als Opfer aus jederzeit fürchtete ich ein Auftauchen von jemanden der sich hier wirklich hätte aufalten dürfen und bewegte mich deshalb besonders vorsichtig vorwärts und huschte von Schatten zu Schatten. Ich schloss die Tür vorsichtig! - hinter mir, nahm den Stuhl mit mir in eine der Tür fernen Nische und zückte dort mein neues Schwert. Ziemlich überrascht war ich, als nach nur einem Schlag bereits ein Bein ab war. Dieses Bein nun überprüfte ich auf seine Robustheit, nahm es in beide Hände und versuchte es über meinem Knie zu brechen. - Vor Schmerz fiel ich rücklings um und schlug hart auf dem Boden auf.
Wer da? hörte ich bereits die Stimmen rufen, doch zum Glück nur in meinem Kopf.
Und eben dieser schmerzte mir nun auch ziemlich. Ich unterdrückte ihn den Schmerz und rappelte mich auf. Auch mein Knie schmerzte. Mich für meine dämliche Unvorsicht verfluchend sammelte ich Schwert und Stuhlbein auf und humpelte vorsichtig zur Tür. Vielleicht hatte den von mir verursachten Krach ja wirklich niemand gehört? Oder jemand? Ich lauschte aufmerksam an der Tür, hörte nichts, öffnete sie und blickte langsam um die Ecke nichts. Wieder im Schalfzimmer befindlich nahm ich mein Seil, welches ich ja vorrausschauend dabei hatte, band es an das Stuhlbein und verhakte dieses schließlich im Öffnungshebel des Fensters. Dann kletterte ich mit Hilfe des Seiles so gut es ging und das war eher unbeholfen die Mauer hinunter. Hoffend, dass ich nicht an dem Fenster eines gerade bevölkerten Zimmers vorbeikäme, landete ich schließlich unten unterwegs kam kein Fenster.
Aber etwas anderes dummes sollte passieren: eine Wache kam um die Ecke wohl die einzige dieses Anwesens und eindeutig keiner der Besucher und schaute sich in der Gegend um. Ich nutze die Zeit, in welcher er in die andere Richtung starrte, um mich hinter einen etwas entfernteren Baum einem recht dicken, dick genug, mich zu verbergen zu flüchten und dort meine erprobten Versteckfähigkeiten erneut zu testen. Der Wächter bemerkte mich dann auch nicht, ging sogar direkt an meinem Baum vorbei. Irgendwie entwickelte sich diese Nacht nicht wie gehofft. Ich wollte mich ausruhen, nachdenken, über den weiteren Vorgang grübeln. Nachteiligerweise müsste ich allerdings schnellstens von diesem Ort wieder verschwinden, einen neuen Weg runter in den Keller suchen, denn ich musste es noch in dieser Nacht schaffen.
Das Gelände hinter dem Haus war eine große, ordentlich geschnittene Grasfläche, nur selten unterbrochen durch einige Bäume, Büsche und zwei Teiche, in denen es plätscherte. Gegenüber von mir lag schließlich das Gesindehaus, einstöckig und nicht so groß, trotzdem war es immerhin vorhanden, was schon eindrucksvoll genug war für dieses Haus, welches von Außen doch einen so schlicht heruntergekommenen Eindruck machte. Rechts von dem Gesindehaus wiederum war ein Stall und zwei weitere Häuser, deren Funktionen mir noch unbekannt waren. Ein Weg führte an allen Gebäuden vorbei, zurück bis zur großen Eingangspforte in diesen Hof. Sonderlich viel mehr konnte ich im eher schwachen Mondschein nicht erkennen ich wäre aber in einer hellen, klaren Nacht auch nicht los gezogen. Erneut kam es mir seltsam vor, dass das Anwesen nun so groß war, denn von Außen sah man ja nur das verwitterte Haus und den umrankten Zaun. Aber wie auch immer, ich hastete zum nächsten Busch immerhin stolperte hier noch eine Wache herum. Danach Richtung Stall denn dem Gesindehaus blieb ich lieber fern -, immer an den Geräuschen der Reittiere darinnen orientierend. Über einen Stock stolpernd, landete ich fast in einem Erdloch. Über die Verwilderung in diesem Teil des Parks mich wundernd, kam ich bald an dem Stall an. Niemand war da, überall lagen Trümmerstücke, das Dach war durchgebrochen. Wo waren denn die Tiere? Nichts war zu sehen, das Gebäude sah aus, als wäre hier schon seit Jahren niemand mehr gewesen. Sehr seltsam, hörte es sich doch so belebt an.
Mir kam ein Gedanke und ich ging doch noch zur Unterkunft der Diener. Der Weg dorthin war zugewachsen. Ein knorriger alter Baum stand zur Rechten, zwei Maulwurfshügel gab es zur Linken. Unkraut wucherte allüberall, die Tür zum Haus hing schief in ihren Angeln, das Holz war bereits völlig morsch und teilweise mit Moos und Pilzen überzogen. Durch die Lücken in der kaputten Wand konnte ich stellenweise ins Innere sehen. Das Mobiliar wirkte, als hätte man es ins Meer geworfen und nach ein paar Jahren wieder herausgefischt. Bestimmt war das Dach undicht. Ich brauchte mir wohl gar nicht erst die Mühe machen hinein zu gehen. Vermutlich war der dicke Besitzer doch nicht so reich wie es mir kurz vorgekommen war.
Da der Wächter immer noch nicht wieder zu sehen war, ging ich flugs zurück zum Haupthaus, zu der Stelle, wo ich ausgestiegen war. Konnte ich all das Unkraut hier vorhin wirklich übersehen haben? Mein Seil hing immer noch aus dem Fenster herab. Es war ein netter Kontrast, dieses saubere neue Material vor der alten schmutzigen Wand. Ich sollte es wohl lieber mitnehmen, sonst könnte man mich deshalb noch entdecken. Vorsichtig zog ich kurz am Seil und sofort kam das gesamte Fenster auf mich herab gestürzt. Erschrocken sprang ich zurück und konnte mich so gerade noch retten vor dem tödlichen Hagel aus Glassplittern und Rahmenteilen warum war der Goldene Rahmen zerbrochen? -, lediglich ein kleiner Teil streifte meinen Arm.
Genausogut hätte ich mich nun wirklich laut schreiend bemerkbar machen können, jetzt würde jeder um meine Gegenwart wissen! Mit diesmal etwas stärkerer Panik eilte ich ums Haus, die Vorsicht diesmal etwas beiseite lassend. Unterwegs blieb mein Fuß irgendwo stecken, ich rannte allerdings weiter und sah deshalb plötzlich und relativ schnell den Boden auf mich zu kommen, während es hinter mir krachte mein Fuß war frei, doch mein Gesicht nun im Gewächs. Ich rollte mich zur Seite und erblickte auch so gleich die Falle, in die ich getreten war: ein Haufen Knochen mit Rüstungsteilen und einem verrosteten Schwert. Wer war das und wie kam er hierher? So langsam wurde mir immer mehr gewahr, dass hier etwas nicht ganz normal war. Es war mehr als offensichtlich. Ich entschied mich, wieder ins Haus zu gehen. Genau vor mir war auch ein Fenster, dessen Scheibe bereits lange verschwunden war. Diesen Eingang nutzend, befand ich mich also bald wieder im Inneren, irgendwo in einem der zahlreichen Räume. Mittlerweile sah es hier genauso aus wie im Gesindehaus. Das sprach nicht gerade für den
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Kommentare
Hanna Christine Mazur schrieb am 2008-10-09 17:16:27:
Ich finds geil
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