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Kategorien > Fantasy > Mystery

Der Abschluss

von Andre Schuchardt

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Abgrund bildeten. Ein Abschuss sämtlicher meiner Kugeln gegen die Decke alleine hätte sowas niemals vollbringen können.
Sobald es mir sicher genug schien, wagte ich mich wieder aus meinem Versteck heraus und testete draußen vorsichtig und misstrauisch die neue Steinbrücke. Ein paar kleinere Brocken lösten sich und fielen kurz darauf plätschernd ins Wasser, wo ich keine Spuren von dem Biest oder den anderen Steinen entdecken konnte. Über mir dagegen hatte sich Höhle etwas vergrößert. Meinen ganzen Mut zusammenreißend hastete ich schnell über die Brücke und sprang kurz vor deren Ende rüber auf die andere Seite – hinter mir blieb es ruhig. Meine Angst, dass die Felsen unter mir weg brechen würden, hatte sich nicht bestätigt. Ich wandte mich dem Tunnel zu und machte einen vorsichtigen Schritt vorwärts. Plötzlich rumpelte und polterte es hinter mir und als ich wagte mich umzublicken, war mein Rückweg dahin. Doch meine Gedanken drehte sich eh darum, ob ich es wohl noch rechtzeitig schaffen würde.
Wenig später war ich schon tief im Stollen. Der Tunnel war schrecklich lang, doch nach einer ganzen Weile konnte ich endlich ein Licht erkennen. Ich bog um eine Ecke und sah erstaunliches. Überall an Wänden und Decke wuchsen Pilze, die schwach schimmerten und so Licht spendeten. Das war mehr als erfreulich, hauchte meine letzte Fackel doch so langsam ihr Leben aus. Ich durchquerte noch so einige Höhlen und konnte mich bald nicht mehr entscheiden, wo ich lang zu gehen hätte, als alle Höhlen mehrere Ausgänge aufwiesen, da kratzte hinter mir etwas auf dem Stein. Ich wandte mich um und blickte hinter mich, doch ich sah dort nichts. Misstrauisch ging ich langsam rückwärts weiter. Da hörte ich das Kratzen wieder. Meine Intuition sagte mir, dass ich lieber laufen sollte, doch meine Neugier hielt mich fest.
Und dann erkannte ich mit Schrecken, was das Geräusch verursachte. Aus einem der Nebengänge schob sich langsam etwas näher. Ein Bein vor das andere setzend, kam es nach und nach in den Bereich, den ich einblicken konnte. Der Körper, der etwa so hoch wie ich war, komplett weiß beharrt, zweigeteilt und der fette Hinterkörper kunstvoll mit seinem bläulichweißen Muster mit gelben Einstichen verziert. Der Brustbereich mit dem ebenso verzierten Kopf, seinen Fangscheren, zahlreichen roten Augen und den beiden kleinen Ärmchen, die schnell aneinander rieben und damit ein bedrohliches Geräusch von sich gaben. Und natürlich die acht gewaltigen und leicht beharrten Beine, die das Geschöpf aber so grazil vorwärts bewegten und das Kratzen auf dem Felsboden verursachten. Als würde sie mich mit ihren Geräuschen anfauchen wollen, schob die Abiatspinne sich bedächtig vorwärts auf mich zu.
Ich kramte panisch in meinem Schädel um zu sammeln, was ich über Abiaten wusste, doch viel fiel mir nicht ein. Entweder betrachtete sie mich als Bedrohung oder als Nahrung, doch beides sollte mir nicht wirklich gefallen. Ich tat das einzige, was mir in dieser Situation an Möglichkeiten einfiel: ich rannte davon. Doch die Abiate war nicht gerade langsam. ich schlug Haken durch die Gänge, verlor völlig die Übersicht wo ich mich befand, doch die Spinne folgte mir noch immer. Es war nun wohl klar, was sie von mir wollte. Blindlings stürmte ich vor Entsetzen durch die Stollen und bemerkte so auch nicht, wohin ich rannte. So überraschte mich der vor mir auftauchende Fluss völlig. Es als einzige Möglichkeit sehend, sprang ich wagemutig hinein. Während ich flussabwärts getrieben wurde, sah ich die Spinne ihren Kopf aus dem Tunnel strecken. Sie fauchte mir wütend hinterher und warf zwei ihrer Beine vor Ärger in die Luft. Doch schwimmen schien sie nicht zu wollen. Ich war gerettet.
Doch zu welchem Preis? Langsam ging mir auf, wo ich mich nun befand. Das mussten die von Kowarra erwähnten Abwässer der Stadt sein. Jetzt wurde es eklig, sagte ein Teil in mir. Glücklicherweise war es aber zumindest nicht ganz so schlimm, da die Abwässer nicht ganz so intensiv genutzt wurden und eher ein Relikt aus alten Tagen waren. Der Großteil der Stadtbevölkerung schmiss seine Abfälle oben einfach nur auf die Straße und wartete ab, bis es irgendwann fort gespült wurde. Aber so mancher Arm, so manches Bein, so manches Ohr schwamm an mir vorbei – ein Hinweis auf die angeschlossenen Örtlichkeiten. Ich versuchte gegen die Strömung zu kämpfen um hier wieder heraus zu kommen und wünschte mir sehnlichst ein Boot oder das trockene Ufer. Irgendwann erreichte ich es endlich und ruhte mich erstmal aus. Ich nahm mir vor, mich gründlich zu waschen sollte ich dieses Abenteuer noch überstehen.
Aber – ich durfte mich nicht ausruhen, ich musste mich beeilen, es blieb nicht mehr viel Zeit. Also rappelte ich mich auf, auch wenn ich ausgelaugt war und mir alles weh tat. Mein Ziel schien nicht mehr fern. Unweit erblickte ich ein Gitter, dass zu einem der Abflussrohre führen musste, über das man hinein gelangen konnte. Doch das Gitter war unüberwindbar für mich. Also suchte ich einen anderen Abfluss, der nicht vergittert war – es musste einen geben, durch den auch die Körperteile gelangen konnten, die an mir vorbei geschwommen sind. Und ich fand nach einiger Suche auch einen, der sogar groß genug gewesen wäre, die Abiatspinne hindurch zu lassen. Doch ich hoffte sehr darauf, nie wieder einer zu begegnen. Der Weg durch den Abfluss stellte sich als überraschend leicht heraus, ging es doch fast senkrecht aufwärts, dafür aber dankbarerweise mit Halterungen zum Klettern, und endete mit einem Aufprall meines Kopfes gegen weiteres eisernes und verrostetes Gitter, welches wohl verhindern sollte, dass jemand aus versehen in das Loch fiel. Ich versuchte ein Abrutschen meiner Person in diesem kleinen schrägen Tunnel zu verhindern, während ich durch die bereits großen Löcher in der einstigen Eisenplatte über dem Gitter starrte um die Lage zu überblicken. Über mir war – wie ich schon fast so erwartet hatte – eine alte Folterkammer, und ich befand mich direkt am Fuße einer abgenutzt aussehenden Streckbank. Gitter und Platte ließen sich bequem anheben, verursachten nur ein wenig mehr Geräusche als geplant.
Als ich endlich wieder draußen war, setzte ich mich auf die Bank um auszuruhen und vor allem für die letzten Abschnitte meine Ausrüstung zu überprüfen. Das Kartenbuch war wohl hinüber, ebenso waren einige der Nahrungsmittel aufgeweicht. Ich schmiss sie den Abfluss hinab und aß den noch verzehrbaren Rest auf. Meine Waffen reinigte ich vorsichtshalber. Der Rest befand sich in wasserdichten Behältern, die sogar gehalten hatten was sie versprachen. Ich verschloss den Abfluss wieder und ging zu der Tür, die aus dem Raum herausführen musste. Ein vorsichtiger Blick hinaus in den von Fackel schummrig erleuchteten Gang zeigte mir, dass es möglich sei den Raum zu verlassen. Draußen irrte ich diesen tristen Gang entlang, doch nahm mir eine der Fackeln mit, löschte sie aber und steckte sie ein. Fast ohne Schwierigkeiten irrte ich durch den gewaltigen Bau, der von außen doch gar nicht

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Kommentare

Hanna Christine Mazur schrieb am 2008-10-09 17:16:27:
Ich finds geil

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