Der Alptraum
von
Skippi
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Der Alptraum
Ich war gefangen. Festgebunden. Ich konnte weder Arme noch Beine bewegen, nicht einmal meinen Kopf.
Und es war Dunkel, stockdunkel. Das alles war schon schlimm genug, doch dazu kam noch die absolute Stille.
In meiner Verzweiflung wollte ich schreien, ganz laut, vielleicht kam ja Hilfe.
Aber ich strengte mich vergebens an. Nicht ein Laut verließ meinen Mund. Ich war nicht nur gefesselt, sondern auch noch geknebelt.
Grenzenlose Verzweiflung überfiel mich. Wer nur hatte mir das angetan und warum!?
Wo war ich und was hatte man mit mir vor. Es roch feucht und moderig. Vielleicht lag ich in einem Keller und wie es sich anfühlte, auf einer Matratze, oder Dickem Polster.
Immer noch nichts zu hören, oder zu sehen.
Mittlerweile hatte ich mein Zeitgefühl total verloren und Hunger begann in meinen Eingeweiden zu rumoren. Aber schlimmer noch war der Durst.
Meine gefesselten Gliedmaßen begannen einzuschlafen und schmerzhaft zu kribbeln.
Das war bestimmt das Ende und ich wusste nicht mal warum!
Plötzlich schreckte ich hoch.
Es hörte sich an wie Schritte. Kam jetzt endlich jemand, oder spielten mir meine Sinne gänzlich einen Streich?!
Angestrengt horchte ich.
Mit einem Quietschen wurde eine Tür geöffnet und jemand betrat den Raum.
Mein Herz schlug schneller und ich merkte, wie mir der Schweiß aus allen Poren drang. Jetzt, dachte ich, hat mein letztes Stündlein geschlagen, und schloss die Augen, welche ich weit aufgerissen hatte.
Als ich dann die Stimme hörte, zuckte ich unwillkürlich zusammen.
„ Mensch, mach dich bereit", sagte jemand und im selben Augenblick wurde mir der Knebel aus dem Mund genommen und meine Fesseln gelöst.
Hoffnung keimte in mir auf, war das meine Rettung?!
Ich holte hastig Luft und bewegte vorsichtig Arme und Beine. Frei, welch ein herrliches Gefühl.
„ Steh auf und folge mir", befahl die Stimme.
Gehorsam versuchte ich auf die Beine zu kommen und schaute in die Richtung, aus welcher die Stimme kam. Es war etwas heller geworden und ich konnte schemenhaft eine Gestalt erkennen.
Ich wischte mir mit einer Hand über die Augen und glaubte kaum was ich sah!
Vor mir stand kein Mensch, nein, eine Sackkarre hatte mit mir gesprochen und meine Fesseln gelöst. Ich habe bestimmt den Verstand verloren dachte ich. ; Wer bist du, „ brachte ich mit krächzender Stimme hervor?
Die Sackkarre, ja es war eindeutig eine, lachte und sagte ,, das weißt du ganz genau, und nun komm, die anderen warten schon"!
Die Sackkarre bewegte sich auf die offene Tür hin zu.
Automatisch setzte ich meine Beine voreinander und folgte ihr. Ich bin Tot, dachte ich, anders kann es nicht sein. Eine Sackkarre, die mit mir sprach und meine Fesseln löste, das konnte einfach nicht real sein, oder?!
Als wir die Tür erreichten, musste ich meine Augen schließen, so geblendet war ich vom Licht, das den anderen Raum erfüllte.
,, Komm, zögere nicht", sagte die Sackkarre, schob mich ganz in den Raum und schloss die Tür.
Ich legte eine Hand über meine Augen und sah mich um. Merkwürdig, es waren nur Gartengeräte im Raum. Harken, Schaufeln, Besen und so weiter.
In der Mitte des Raumes hingen einige Seile und Ketten von der Decke, in deren unmittelbarer nähe mehrere Schubkarren standen.
Diese standen aufrecht auf den Holmen, mit denen die Karren normalerweise geschoben wurden. Auch alle anderen Geräte standen auf ihren Stiehl- und Griffenden.
Aufgeregtes Gemurmel setzte auf Seiten der Gartengeräte ein. Diese nahmen eine Drohende Haltung ein.
Ich verstand gar nichts mehr, was sollte der ganze Unsinn. Es musste einfach Unsinn sein.
Jetzt redeten alle Geräte durcheinander.
Laut rief ein Besen ,, lasst uns endlich anfangen"! und schüttelte drohend seine Borsten.
Mittlerweile hatten mich die Gartengeräte eingekreist und kamen langsam näher.
Panik überkam mich. ,, Was soll das, was wollt ihr von mir ", schrie ich.
,, Das weißt du ganz genau", rief ein anderer Besen.
,, Anfangen, anfangen", forderte eine Harke.
,, Greift ihn endlich", polterte eine Gießkanne.
Die Sackkarre, welche mich geholt hatte, rief beschwichtigend ,, beruhigt euch Leute, gleich ist es soweit".
Ich hatte keine Chance wegzulaufen, denn die Geräte hatten mich jetzt vollends in ihrer Mitte und drängten mich in Richtung, wo die Stricke und Ketten von der Decke herabhingen.
,, So sagt mir doch bitte was das soll", flehte ich. ,, Das ganze ist bestimmt nur ein Mißverständniss".
,, Genug des Zögerns", brüllte eine verbeulte Schubkarre, schob mich direkt an ein Seil und band meinen Arm damit fest. Zwei Schaufeln banden meinen anderen Arm. Ein rostiger Blecheimer, einige Heckenscheren und eine Forke packten meine Beine, zerrten mich zu Boden und fesselten auch diese.
Ich war zu keiner Gegenwehr fähig. Wieder lag ich gefesselt am Boden und konnte mich nicht rühren.
Um mich herum nur Gartengeräte. Die verbeulte Schubkarre beugte sich über mein Gesicht und ich konnte genau die tiefen Kratzer und Dellen in ihrer Lademulde erkennen.
,, Aber, aber stotterte ich, worum geht es denn eigentlich"?
,, Du dummer, dummer Mensch, verstehst wohl überhaupt nicht", lachte die Karre blechern.
,, Gleich wirst du begreifen", sagte eine Rosenschere und fuchtelte mit ihren scharfen Schneiden vor meinem Gesicht herum.
,, Lass das", schimpfte eine Schaufel und schob die Schere weg.
,, Zieht ihn hoch", befahl die Schubkarre, welche offensichtlich der Anführer war.
An Armen und Beinen gefesselt, hing ich jetzt in der Luft. ,, Lasst mich los und gehen, ich tue alles was ihr wollt", rief ich.
,, Zu spät", raunte eine Gießkanne aus grünem Kunststoff.
,, Wir werden jetzt ein Gartengerät aus dir machen", erklärte ein großer Reisigbesen und schüttelte sich vor Lachen.
Im gleichen Augenblick erscholl ein gewaltiger Lärm, als alle Geräte durcheinanderschrien und Lachten.
Das war zuviel. Ich wurde Ohnmächtig.
,, Ha, so ein Weichei", tönte eine Harke. Und dann fingen die Gartengeräte an, aus dem Menschen eine Schubkarre zu formen.
Der Körper wurde gedrückt und gezerrt, bis er die Form einer Mulde hatte. Aus Beinen und Füßen wurden die Schiebegriffe und aus den Armen der Kippbügel. Zu guter letzt wurde aus dem Kopf das Rad.
Die Schubkarre war fertig. Begeistert klatschten die Gartengeräte Beifall.
Vom lauten Klatschen und Bravo Rufen erwachte ich aus meiner Ohnmacht.
Erst begriff ich nicht recht, was geschehen war, doch dann erkannte ich das ganze Ausmaß.
Die Geräte hatten aus mir tatsächlich eine Schubkarre gemacht. Nun verstand ich gar nichts mehr.
Sie ließen mich runter und lösten die Stricke.
,, Und jetzt nach Draußen in den Garten mit ihm", rief die Schubkarre.
,, Mal sehen, wie viel er aushält", brüllte die Heckenschere.
,, Nein", schrie ich und riss die Augen weit auf.
Und dann fiel ich, nicht Tief, aber es tat weh. Ich zog mich am Bett hoch und schaute in die Runde.
Mein Herz raste und ich stöhnte auf. Ich saß auf der Kante meines Bettes und fasste mir an den Kopf.
,, Ein Alptraum,
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