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Kategorien > Fantasy > Verrat

Der Anfang vom Ende

von Karyl

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Gefühlsausbruch, hob Harm die Hand. Es schien, als ob aus allem in ihrer Umgebung das Licht gezogen wurde. „Dieser Mann bin ich nicht.“
„Wie kannst du nur so kalt sein?“
„Geh Heim.“ Harm strahlte eine Kälte aus, die selbst die Hölle gefrieren lassen würde. Er nahm sein Schwert, lies sich nach hinten über fallen und verschwand auf ein Neues im Dunkeln.

„Ich habe nachgedacht.“ Am nächsten Tag hatte Lios ihn schon früh aufgespürt. Sein Körper war mit Schrammen übersäht. Anscheinend hatte er die Nacht mit den Schatten zu kämpfen. Am Tag war die Stadt nicht grade freundlicher. Die dicke Wolkendecke lies nicht einen Lichtstrahl durch. Als wollten die Göttinnen persönlich verhindern, dass an diesem Ort je wieder ein warmer Sonnenstrahl schien.
Harm saß geistesabwesend auf einer hohen Säule und starrte in die Ferne. Er hatte auch nachgedacht. Nun wartete er geduldig auf ein paar Sonnenstrahlen. Auf ein Zeichen der Göttinnen, auf das sie ihm irgendwann Gnade gewähren. Doch hatte er sich nichts vorzuwerfen. So oft er auch darüber nachdachte, er hätte niemals anders handeln können.
„Du musst der Harm sein, den ich suche. Ich bin mir absolut sich.“
„Wieso bist du so hartnäckig?“, wollte der junge Mann plötzlich wissen.
Damit hätte Lios nicht gerechnet. „Ich tue das für mein Land, aber in erster Linie für eine sehr gute Freundin. Du kennst sie auch, besser als viele andere. Kannst du dich noch an sie erinnern?“, als Harm nicht antwortete, fuhr er fort. „Sie zerbricht ohne dich. Das konnte ich nicht mehr mit ansehen, es ist meine Pflicht und mein Wunsch sie wieder zum Lächeln zu bringen.“
Früher einmal, da hatte er ein Mädchen gekannt, zumindest hatte er das immer geglaubt. Vor einiger Zeit hätte Harm sich auch vielleicht noch an ihr Vertrauen ,die Wärme und Zuneigung erinnern können, doch sein Herz lässt diese Gefühle nicht mehr zu. Nichts ist mehr geblieben, nichts außer ein gigantisches schwarzes Loch.
Plötzlich brach die Wolkendecke auf. Ein feiner Lichtstrahl schimmerte inmitten der Düsternis der Stadt. Er sendete sein wärmendes Licht direkt an die einzigen lebenden Wesen in dieser toten Welt. Der Krieger konnte Harm nur fassungslos anstarren. Mit offenen Mund glaubte er seinen Augen nicht. Der so düstere und verbitterte Harm, der nichts außer Kälte und Gleichgültigkeit ausstrahlte, in den Augen dieses blassen jungen Mannes schimmerte eine Träne. Sein Gesicht zeigte nicht die geringste Regung und doch schimmerte dort eine salzige Träne.
„Die Göttinnen scheinen dich zu mögen.“, war das letzte Wort, was Lios an diesem Tag von ihm hörte.

Alles was Harms Leben einst ausgemacht hatte, all die Freundschaften, Feindschaften und Taten, all das wurde innerhalb eines Momentes ein Scherbenhaufen. Ein Chaos was nach Ordnung verlangte. Um diesen Chaos zu entkommen hatte er vor zwei Jahren einen Packt mit den Göttinnen geschlossen. Es funktionierte, sein undurchdringliches Chaos verschwand. Er erhielt die Macht das zu tun, zu dem niemand anderes fähig gewesen war.
Im Gegensatz dazu wurde er zum Spielzeug der drei Göttinnen, die vor Jahrmillionen diese Welt erschufen. Seine Seele wurde schwarz, aber nicht böse. Es war Einsamkeit die ihn so werden lies. Die Einsamkeit, die bereits sein ganzes Leben bestimmt hatte, griff nun nach seinem Herzen und schnürte es immer weiter zu. Die Nähe anderer Menschen bereiteten ihm unvorstellbare Schmerzen und bei einer Person war es besonders schlimm.
Aus diesem Grund hatte er sich in die tote Stadt begeben. Dort gab es niemanden mehr, der ihn verletzen konnte. Allein konnte er auf die Gnade der Göttinnen warten ohne noch mehr leiden zu müssen.
Nun war er nicht mehr allein. Lios wich nicht mehr von seiner Seite. Er versuchte alles ihm mögliche um den Helden zu bekehren. Er sollte wieder nach Hause kommen. Nach Hause, wo Menschen warteten, die ihn brauchten. Nichts drang zu Harm durch.
Mit jedem Tag zog er sich mehr zurück. Versteckte sich in den dunkelsten Winkeln der Stadt, verjagte so die Schatten aus ihrem zu Hause. Zwei Wochen zogen ins Land ohne das Lios ihn wieder zu Gesicht bekam. Jeden Tag lief es ihm eiskalt den Rücken hinunter. Ohne sein wärmendes Feuer hätte er vermutlich schon lange aufgegeben. Der Lichtschein dieser stetig brennenden Flamme schien die Dunkelheit um ihn herum wenigstens etwas zu vertreiben.
Bei seiner nicht enden wollenden Suche durch das Schwarz der Nacht und die Düsternis des Tages, drang sich ihm immer öfter eine Frage auf. Was nur war geschehen, das ein einst lebensfroher Junge zu einer so gleichgültigen Gestallt wurde? Würde er den Held der größten Schlacht noch einmal finden, so würde er ihn mit Sicherheit fragen. Im Moment aber sah es nicht danach aus.
Seine Vorräte gingen zu Ende, die Blendgranaten waren ihm schon vor Tagen aus gegangen. Das einzig wirksame Mittel um die Schatten zu vertreiben. Er hatte sich schon damit abgefunden allein die Heimreise antreten zu müssen, da saß auf einmal eine dunkle Gestallt an seinem Lagerfeuer.
Das mächtige Schwert war in den Boden gerammt worden, genau neben Harm. Die Knie fest mit den Armen umschlungen, schienen ihm die tänzelnden Flammen direkt ins Gesicht. So da sitzend, sah er traurig, aber keinen falls gleichgültig aus. Das orangerote Feuer verlieh ihm wieder eine gesunde Gesichtsfarbe.
Vorsichtig schritt Lios neben ihm. Diesmal war Harm es, der ihn Besuchte. Er wirkte fast wie aus Glas, als würde jede noch so kleine Berührung für ihn den Tod bedeuten. Die Erde erbete leicht, als Lios sich endlich neben Harm fallen lies.
„Die Prinzessin vermisst dich wirklich sehr.“, begann er schließlich, als Harm keine Anstalten machte etwas zu sagen. „Das ganze Land leidet mit ihr und du siehst auch nicht grade glücklich aus.“
„Ist das alles?“
Lios starrte Harm ungläubig an. Der wiederum sah nur in die kleiner werdenden Flammen. „Reicht das denn nicht?“
Harm reagierte nicht. Wie schon so oft in letzter Zeit kehrte das Chaos zu ihm zurück. Nach einer sehr langen Pause ergriff er das Wort.
„Ich kann dir nicht sagen wie es hierzu gekommen ist.“ Harms Stimme wurde mit jedem Wort leiser. Fast so, als würde er zu sich selbst sprechen. „Aber ich kann es dir Zeigen.“
Mit ungläubigen Augen wurde Harm von der Seite beäugt. Wie sollte er auch verstehen, womit Harm sich vor über zwei Jahren eingelassen hatte.
Bedächtig sah der junge Mann auf seine Hände, umhüllt durch die Handschuhe. Er lies Lios erst gar nicht so viel Zeit, das er protestieren konnte. Während er sprach, zog er langsam seine Handschuhe aus. „Ich habe einen Packt mit den Göttinnen geschlossen. Sie gaben mir was ich wollte und dafür gab ich ihnen, was sie von mir verlangten.“ In dem Moment entblößte er seine Hände.
Lios Augen schmerzten. Der plötzliche helle Schein, der von Harm aus ging, verkrafteten seine Augen nach der ewigen Dunkelheit hier nicht so schnell. Erst Minuten später konnte er erkennen, was dieses durchdringende Licht verursachte. Auf Harms Händen durchzogen sich silbern

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Kommentare

Jadefeder schrieb am 2009-11-24 15:41:05:
Gefällt mir!
Allerdings wechselst du in den Zeiten.
Und auf der zweiten Seite, Absatz, fängst du damit an, dass du Harms Packt mit den Göttinnen beschreibst. Ich finde, dass die Stelle nicht zum restlichen Erzählstil passt. Auf derselben Seite unten, lässt du ihn persönlich vom Packt erzählen. Als Vorschlag: Dort könntest ihn in der wörtlichen Rede das berichten lassen, was mit ihm passiert ist und deine einführende Erklärung kürzen/weglassen.
Deine Beschreibungen von der Ruinenstadt und ihm, wie er sich in der Dunkelheit verkriecht, fand ich sehr gelungen!

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