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Kategorien > Fantasy > Verrat

Der Anfang vom Ende

von Karyl

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schimmernde Linien. Mal gebogen, mal gezackt, mal kerzengerade zogen sie sich über seine Haut und verschwanden schließlich unter seiner langen schwarzen Jacke. Diese Linien, oder was sie auch immer waren, schienen sich bei weitem nicht auf seine Hände zu beschränken.
„Das zieht sich inzwischen über meine Arme und kratzt schon an den Schultern.“ Bedächtig streifte er sich die Handschuhe wieder über. Kein einziger Schatten existierte mehr in der Stadt. Das Licht war so intensiv gewesen, das es in jede noch so kleine Ritze gedrungen ist. Keine Change für einen Schatten weiter zu leben. „Das ist der Grund warm mich die Prinzessin als Monster beschimpfte, warum sie mich fallen lies, warum sich jeder von mir abwendete. Geh jetzt endlich, bald werden die Schatten wieder hier sein.“
Plötzlich wirkte die Stadt noch viel dunkler, schwärzer als es jede Neumondnacht hätte sein können. Lios musste schweigend mit ansehen wie Harm sich erhob. Er schien eisige Kälte auszustrahlen. Weder seine Auge noch sein Gesicht ließen auch nur ein Gefühl zu. Lios wollte etwas sagen, doch kein einziger Ton kam mehr aus seiner Kehle. Hilflos sah er mit an, wie der Herr dieser toten Welt sein Schwert schulterte als wäre es nicht schwerer als eine Feder, und schließlich langsam mit der Dunkelheit verschmolz.

Überall in der Umgebung zog die Wärme des Sommers ein, nur an einem Ort nicht. Finster und Lebensfeindlich erhob sich die einstige Hauptstadt des Westens. So dunkel die Ruinen der Stadt in den Himmel ragten, so viel Kälte lauerte zwischen ihren zerfallenen Häusern, Straßen, dem Palast und der Kappelle. Jener Ort, wo der Herr dieser toten Welt sein Leben fristete. Das fahle Licht der Abendsonne verschwand hinter dem Horizont, die Schatten traten aus ihren Verstecken hervor und ihr ängstliches Zischen hallte an den schwarzen Gemäuer der Kappelle wieder.
Der junge Mann saß auf einem Thron längst vergangener Zeit. Sein Kopf gestützt auf der zur Faust geballten Hand, wartete er mit geschlossenen Augen. Lange schon war das Zischen nicht mehr das einzige Geräusch was an seine Ohren drang. Schritte hallten immer wieder in der Dunkelheit auf und ein Flüstern ging um.
Vor einigen Wochen gab es solch eine Situation schon einmal. Die Schritte wurden lauter, hallten an den schwarzen Wänden wieder, das Flüstern verstummte. Ein pochender Schmerz durchzog Harms ganzen Körper. Erst nur leicht, doch mit jedem Schritt den seine Besucher näher traten, wurde es schlimmer. Er wusste schon, wer seine Ruhe hier störte. Ohne seine bequeme Position zu verändern, griff er nach seinem Schwert, lies es in der Luft aufblitzen und schleuderte es einhändig den Eindringlingen direkt vor die Füße. „Verschwindet.“
„Niemals.“ Eisern starrte ihn eine junge Frau an. In teurer Seide gekleidet und mit unzähligem Schmuck bestückt, machte sie keine Anstalten auch nur stehen zu bleiben. Lios, der sie bis grade eben geführt hatte, erkannte seine Prinzessin nicht wieder.
Er hatte damit gerechnet das sie in Tränen ausbricht. Das sie ihm sofort ihre Liebe gesteht, doch dem war nicht so. Stattdessen stampfte sie entschlossen, wie es nur ein Politiker sein kann, auf Harm zu.
Der schnellte aus seinem Thron, fing an zu zittern. Je näher die Prinzessin ihm kam, um so heftiger wurden seine Schmerzen. Bald konnte er kaum noch grade stehen. „Verschwindet, lasst mich in Ruhe.“, quetschte er unter Schmerzen raus, doch die Prinzessin ignorierte ihn. Selbst als Harm ins Schwanken geriet, hielt sie nicht inne.
Seine Hände zitterten, die Knie gaben ihm langsam nach, das Bild vor seinen Augen verschwamm. Unfähig noch einen Muskel zu bewegen, fiel er auf die Knie. Die Prinzessin stand nun direkt vor ihm, das konnte er spüren. Der Schmerz, den sie dadurch verursachte, war zu einem fast unerträglichen Pochen angewachsen.
Sie beugte sich leicht zu ihm hinunter, machte sich nicht mal die Mühe auf Augenhöhe zu gehen. „Bitte komm wieder nach Hause.“, begann sie und streckte die Finger nach ihm aus.
„Fas mich nicht an.“ Harm hörte sich flehend und schwach an, als würde ihm jede weitere Anstrengung das Leben kosten. Im Grunde war es auch so, nur wusste niemand davon.
Zion, die Prinzessin, die es eigentlich hätte besser wissen müssen, hörte nicht auf ihn. Schon legte sich ihre zarte Hand auf seine Schulter. In selben Moment schrie er auf. Die Augen weit aufgerissen, warf sich sein Körper unter Schmerzen nach hinten. Eine der silbernen Linien fand ihren weg auf seine Wange, unter das linke Auge und ein weises Licht verschluckte alles. Den markerschütternden Schrei Harms, der das Blut in den Adern gefrieren lies, die verdutzte Prinzessin, den erschrockenen Lios, die Dunkelheit der Kappelle und schließlich die ganze Stadt.

Eine Ewigkeit schien zu vergehen. Alles war blendend Hell, erleuchtet vom silbernen Licht, was keinen Platz für Schatten mehr lies. Immer wieder rieb sich die Prinzessin die Augen mit beiden Händen, doch es nützte nichts. Das Licht war einfach überall und lies etwas anderes nicht mehr zu. So konnte sie nicht sagen wie es geschah, doch als ihre Augen wieder funktionierten stand sie plötzlich ganz wo anders.
Um sie herum war alles hell erleuchtet, von warmen Sonnenlicht durchflutet. Die Kappelle sah aus wie grade fertig gestellt. Die riesigen Fenster warfen bunte Lichter in den Kreuzganz, alles war mit Verzierungen geschmückt. Das schwarz war von den Wänden gewichen und hatte einem warmen Gelb platz gemacht. Wie versteinert stand sie in der Mitte dieser Kappelle. Das Lios verschwunden war bemerkte sie gar nicht. Erst Minuten später wendete sie ihren Blick wieder in Richtung Thron.
Dort saß Harm, bewusstlos. Zumindest glaubte sie das. Er hatte den Kopf leicht zur Seite geneigt, die Augen geschlossen. Seine schwarzen Sachen, Stiefel, Hose, Jacke und Handschuhe, waren gewichen. Perfekt abgestimmt zu seinen silbernen Linien auf der Haut, trug er nun eines Königs würdigen Gewandt. Nur die Ärmel schien man vergessen zu haben. Doch das war es nicht, was Zion so aus der Fassung brachte.
Mit weit aufgerissenen Augen stand sie da. Selbst der Mund stand ihr offen. Was sie dort sah, konnte gar nicht wahr sein. Dort, um Harm herum, standen und saßen die Göttinnen. Ihre Gestallt im Licht verborgen, saß eine genau vor dem Thron und stützte sich auf seine Knie. Rechts neben Harm beugte sich eine andere zu ihm runter und streichelte sanft über seine Wange. Die Letzte im Bunde saß links auf der Lehne des Throns und hielt seine Hand.
„Bist du jetzt zufrieden?“, schimpfte eine der Göttinnen. Ihr strafender Blick haftet unverwandt auf Zion. Die brachte nicht einen Ton hervor. „Hast du endlich genug?“, fragte die, die Harm zu Füßen saß.
Stammelnd versuchte die Prinzessin etwas zu sagen, doch nichts Sinnvolles wollte ihre Kehle verlassen. Plötzlich überwältigten sie Schuldgefühle. Tränen kullerten ihr über die Wangen, die Knie gaben nach und landeten auf dem harten Steinboden. Selbst die linke Göttin konnte ihre Tränen nicht mehr unterdrücken. Wie

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Kommentare

Jadefeder schrieb am 2009-11-24 15:41:05:
Gefällt mir!
Allerdings wechselst du in den Zeiten.
Und auf der zweiten Seite, Absatz, fängst du damit an, dass du Harms Packt mit den Göttinnen beschreibst. Ich finde, dass die Stelle nicht zum restlichen Erzählstil passt. Auf derselben Seite unten, lässt du ihn persönlich vom Packt erzählen. Als Vorschlag: Dort könntest ihn in der wörtlichen Rede das berichten lassen, was mit ihm passiert ist und deine einführende Erklärung kürzen/weglassen.
Deine Beschreibungen von der Ruinenstadt und ihm, wie er sich in der Dunkelheit verkriecht, fand ich sehr gelungen!

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