Der Anfang vom Ende
von
Karyl
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Diamanten fielen sie Harm zu Füßen.
Unter Tränen fuhr die Göttin fort. „Er hat alles für dich aufgegeben. Das was ihm am wichtigsten war.“
„Um dich und dein Land zu retten,“, ergänzte die Göttin auf den Steinboden, „hat er das Exil gewählt.“
„Ich ... ich verstehe nicht.“, stotterte Zion, doch erbarmen konnte sie nicht erwarten.
Mit traurigem Blick fuhr die Göttin zu Harms rechter Seite fort. Mit von Trauer erfüllter Stimme, begann sie zu sprechen. „Sein ganzes Leben lang hat er Trainiert. Er wollte unbedingt zur Armee, nur um in deiner Nähe zu sein. Jeden Tag hat er zu uns gebetet. Um Glück gebeten, nur um dich kennen zu lernen.“
Die aufgelöste Prinzessin erinnerte sich. Wie er ihr das erste mal begegnet war. Wie er ihr zugeteilt wurde als Leibwache. Sofort hat sie ihn nach Strich und Faden ausgenutzt. Ihm falsche Hoffnungen gemacht, bis schließlich der Namenlose auf ihre Stadt zukam. Sie hatte Harm mehr als einmal vorgeheult, wie schrecklich alles war und mit dem Tod vor Augen hatte sie ihn in dieser Nacht verführt.
„Deine Berührungen,“, riss eine der Göttinnen sie aus ihren Gedanken, „deine Worte waren das wichtigste für ihn auf dieser Welt. Er hat uns unter Tränen angefleht.“
„Angefleht ihm etwas zu geben.“
„Etwas zu geben, damit er dich und dein Volk retten kann.“
Die leuchtenden Gestallten der Göttinnen weinten nun alle. Sie wechselten sich nun immer wieder im Redeschwall ab.
„Doch es gibt nichts ...“
„... ohne nicht auch dafür zu bezahlen.“
„Er gab uns das wichste für ihn. Das einzige was als Preis angemessen war.“
„Die Liebe zu dir konnten selbst wir ihm nicht nehmen,“
„aber die Nähe und Berührungen.“
Zions Herz verkrampfte sich. Ein merkwürdiges Gefühl machte sich in ihrem Körper breit. Sie sank völlig in sich zu zusammen, doch die Göttinnen zwangen sie zu zuhören.
„Wir gaben ihm wonach es ihn sehnte.“
„Mit enormer Anstrengung gelang es ihm sogar lebend aus dem Kampf zurück zu kehren.“
„Doch du behandeltest ihn wie Dreck, beachtest ihn nicht mehr.“
„Er wollte dir,“
„selbst unter Schmerzen,“
„nur noch eines sagen.“
„Aber statt dessen hast du ihn angeschrieen.“
„Seine Freunde und Kollegen redeten bald nicht mehr mit ihm.“
„Jeder glaubte, er sei durch Ruhm und Macht kein Mensch mehr ...“
„mit dem man zu tun haben könnte.“
„Und ich wollte nur seine Stellung im Volk ausnutzen.“, flüsterte die Prinzessin kleinlaut zu den Steinen.
„So ein egoistisches ...“
„und selbst verliebtes ...“
„Wesen wie du ist uns noch nie begegnet.“
„Selbst als er weg war, hast du so getan als wäre er dein Eigentum.“
„Er war für dich wie ein Haustier ...“
„um das man sich nicht kümmert.“
„Er liebte dich selbst noch in der ewigen Dunkelheit.“
„Du hast nicht einmal inne gehalten,“
„als du sahst, welch furchtbare Schmerzen du ihm zufügtest.“
Tatsächlich hatte sich nicht einmal bemerkt das er Schmerzen hatte. Wie dumm sie gewesen war. Sie hasste sich selbst. Sie würde sich bessern, doch war es dafür vielleicht schon zu spät.
„JETZT ICHT ER TOT.“, schrieen alle drei gleichzeitig. „NICHTS BRINGT IHN WIEDER ZURÜCK.“
„Du hast seine Liebe nicht verdient.“
„Zu keinem Zeitpunkt.“
Die Göttin zu Harms rechten drückte ihn fest an sich. „Er vertraute dir und du ...“
„Du hast ihn verraten.“
„VERSCHWINDE!“, brüllten die Göttinnen mit unvorstellbarer Kraft.
In hohen Bogen wurde die Prinzessin aus der Kappelle geschleudert. Dunkelheit umfing sie.
Wieder war sie in der verlassenen Stadt. Immer noch liefen ihr die Tränen über die Wangen. Sie sah direkt in die Überreste der Kappelle. Weit von ihr entfernt, hatte sich Lios über den leblosen Körper Harms gebeugt. Verzweifelt versuchte er ihn wieder zum Leben zu erwecken, doch jeder Versuch blieb erfolglos.
Der Held, ihr Held, jedermanns Held war tot, durch ihre Schuld. Selbst die silbernen Linien auf seiner Haut verblassten langsam. Nichts konnte ihn wieder zurückholen. Unwiderrufbar war er aus dieser Welt gegangen.
Langsam richtete sie sich auf, setzte unsicher einen Fuß vor den anderen und ging zu Harm. Friedlich lag er auf dem kalten Boden, als würde er nur schlafen. Tränen benässten sein Gesicht, als sich die Prinzessin über ihn beugte. „Verzeih.“, hauchte sie in sein Ohr und küsste ihn leicht auf die eisigen Lippen.
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Kommentare
Jadefeder schrieb am 2009-11-24 15:41:05:
Gefällt mir!
Allerdings wechselst du in den Zeiten.
Und auf der zweiten Seite, Absatz, fängst du damit an, dass du Harms Packt mit den Göttinnen beschreibst. Ich finde, dass die Stelle nicht zum restlichen Erzählstil passt. Auf derselben Seite unten, lässt du ihn persönlich vom Packt erzählen. Als Vorschlag: Dort könntest ihn in der wörtlichen Rede das berichten lassen, was mit ihm passiert ist und deine einführende Erklärung kürzen/weglassen.
Deine Beschreibungen von der Ruinenstadt und ihm, wie er sich in der Dunkelheit verkriecht, fand ich sehr gelungen!
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