Der Balkon Konflikt
von
Michael Behofsics
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Der Balkon Konflikt
Wieder hab ich eine vergrätzt, nach über zwei Jahren, wieder einmal am Boden.
Ich muss was tun denke ich, also auf zu meinem alten Freund Maks. Er hat schon seit langen eine Freundin, sie Wohnen zusammen. Manchmal sind sie wie ein altes Ehepaar, aber ohne sich gegenseitig zu langweilen oder sich auf den Geist zu gehen. Er ist Staplerfahrer in einem großen Baumarkt, sie Friseurin. Ich lass mir immer von Ihr die Haare schneiden. Als ich noch lange Haare hatte, war es Spitzen schneiden, jetzt heißt es mit dem Rasierer über die Birne bis kaum noch was da ist. Ich hatte verdammt lange Haare, fast bis zum Arsch. Sah eigentlich ganz gut aus, aber nachdem mich meine Freundin sitzen hat lassen brauchte ich eine Veränderung. Und so kurz ist es auch viel praktischer. Naja jedenfalls, mit Maks hab ich immer eine gute Zeit, also ruf ich bei ihm an und eine halbe Stunde später steh ich bei ihm auf der Matte. Er bietet mir ein Bier an, ich nehme gern eins und dann sitzen wir auf dem Balkon und erzählen uns dreckige Stories von unseren verflossenen. Das war lang mal fällig. Wir lachen viel. Meistens, weil uns bei unseren Sex Geschichten die es Wert sind zu erzählen auch irgendwas Peinliches passiert ist. Oder einfach weil die Situation urkomisch ist. Von drinnen dröhnt Blues und harte Rockmusik nach draußen, und langsam füllt sich der kleine Tisch mit immer mehr Bierdosen. Als dann seine Freundin nachhause kommt bringt sie Vodka und Khalua und Malibu und Gläser und allerhand zum mixen, wie Milch, Orangensaft und Pepsi.
Sie setzt sich zu uns, doch das wirkt nicht abträglich auf unsere Unterhaltung, im Gegenteil. Sie gibt selbst ein paar Stories zum Besten, und die sind gar nicht schlecht. Mit späterer Stunde steigt unser Pegel und wir werden ausgelassener. Maks und Bibi, so heißt seine Freundin, müssen am nächsten Morgen nicht zur Arbeit, und so spricht nichts dagegen einfach weiter zu trinken und zu erzählen. Als wir schon ziemlich betrunken sind, wird uns langsam klar, das ein Tag wohl beiweitem nicht reicht um all diese Erlebnisse auf humoristische Weise vorzutragen, und beschließen die Sex Konversation ab Mittag des nächsten Tages fortzusetzen. Wir trinken weiter und reden über belangloses. Langsam wird es Nacht und wir lachen und erzählen, plötzlich kommt von einem Balkon schräg gegenüber ein schrei:„Schnauze da drüben!!! Es ist halb Zehn!!“ Wir sind verdutzt. Was soll denn der Scheiß? Maks steht auf, er kann eine ziemlich imposante Erscheinung sein. Er ist über Eins neunzig groß und mit dem Kopftuch, er trägt Glatze aber nicht aus irgendwelchen politischen Motiven sondern einfach weil es ihm gefällt, sieht er aus wie ein Typ der nicht zögert sein Messer zu ziehen. Aber man muss keine Angst vor ihm haben, er ist ein netter und umgänglicher Mensch. Wenn ihm allerdings einer quer kommt zeigt er ihm schon mal die Tür, aus allernächster Nähe. Also Maks steht auf und brüllt.
„Halt du lieber die Schnauze du Pisser oder ich komm und reiß dir den Arsch auf!!! Es is’ halb Zehn und das heißt ich kann noch eine halbe Stunde so laut sein wies mir passt!!!“
Er kommt richtig in Fahrt bei so was. Vom anderen Balkon kommt nichts mehr, also setzen wir unsere Unterhaltung fort. Wir schaffen noch den Malibu die halbe Flasche Vodka, den Khalua und einiges Bier, dann schätze ich vorsichtig meinen Alkoholspiegel ein und beschließe nach Hause zu torkeln.
Am nächsten Tag erzählt mir Maks er hat den Typen der rübergebrüllt hat am Vormittag auf dem Parkplatz gesehen, hat zurückgesetzt, um den Typen vor der Motorhaube zu haben, und hat mit einem gemeinen Grinsen im Gesicht den Motor aufheulen lassen.
„Der Kerl is zu seinem Wagen gesprintet, hat die Tür aufgerissen und is reingehechtet! Haahaha, es war herrlich!“
„Hättest ihn überfahren sollen. Ich hab Lust auf ein paar Biere, wie stehts mit dir?“
„Ich bin dir zwei voraus.“
„Dann muss ich was aufholen, immer her damit!“
Er wirft mir eine Dose zu und ich fang sie mit einer Hand, während ich mit der anderen meine Zigarette anzünde. Ich bin gut in Form, das wird bestimmt ein guter Tag.
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Kommentare
Magnus Molasky schrieb am 2012-03-06 16:46:21:
Gebet das Heilige nicht den Hunden, und werfet eure Perlen nicht den Schweinen vor, damit sie nicht einmal dieselben zertreten mit ihren Füßen, und sich umkehren und euch zerreißen.
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