Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Krimi > Krimi

Der Banküberfall vor dem Fußballspiel (Teil1)

von Michael Reißig

1 2 3

Der Banküberfall vor dem Fußballspiel (Teil1)


Da hockt er nun schweigend, auf diesem harten Stuhl – einem Stuhl auf dem er eigentlich nie mehr sitzen wollte. Manfred – seine Kumpels nannten ihn Manne – hatte sich fest eingeschworen sein Leben endlich in den Griff zu bekommen. Er ist ein sehr muskulöser Typ. Satte 110 kg sind auf 1,90m Körpergröße gut verteilt. Die sonst gefürchteten giftgrünen Augen blinzeln nur noch müde und sporadisch durch einen schmalen Schlitz. Wie gewohnt grinsen ihm die dunklen eisernen Gitterstäbe höhnisch entgegen. Mahnend – an die unrühmliche Vergangenheit erinnernd - verunzieren mehrere hässliche Narben sein rundes Gesicht mit den fettigen zotteligen Haaren, der viel zu großen Nase und den sehr kräftigen Wangenknochen. Auch sein Rücken und sein Bauch war gezeichnet von vielen roten Flecken, die an die wüsten Schläge seines zornigen Vaters erinnerten.

Vor drei Monaten – im März – hatte er seinen runden dreißigsten Geburtstag in der Zelle gefeiert. Aber das eigentliche Geburtstagsgeschenk – mit dem er selbst in den kühnsten Träumen nicht mehr gerechnet hatte, sollte er erst jetzt in Empfang nehmen können – die vorzeitige Entlassung aus dem Knast wegen guter Führung. Die letzten drei Monate seiner zweieinhalbjährigen Freiheitsstrafe, brauchte er nun nicht mehr absitzen. Auch für Manfred war es eine faustdicke Überraschung, als würden Weihnachten, Silvester, Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten auf einen Tag fallen.
War es ihm nun endlich gelungen, diesen fest gesurrten Teufelsknoten zu zerreißen, der ihn immer wieder in die schier endlosen tiefen des Abgrundes getrieben hatte?

Als Scheidungskind in der ehemaligen DDR aufgewachsen, hatte er wahrlich nicht viel zu lachen gehabt.
Oft war er den brutalen Schlägen seines Vaters – der dem Alkohol sehr zugetan war- zunächst noch hilflos ausgesetzt. Doch Manfred war aus dem selben harten Kaliber geschnitzt, wie sein jähzorniger Vater. Wenn er seine stahlharten Fäuste einsetzte, war wahrlich nicht zu spaßen, was Dietmar – so hieß Manfreds Vater - bald noch hautnah spüren sollte.
Dietmar war mit Ronald – einem ehemaligen Arbeitskollegen – und anderen Saufkumpanen,oft um die Häuser und in die Kneipen gezogen.
Diese Zechtouren führten meist zu handfesten Auseinandersetzungen, die nicht selten blutig endeten. Selbst auf dem schmucken Perserteppich, klebte mahnend das Blut und auch Ellen – seine bildhübsche Frau - blieb von Schlägen ihres Gatten meist nicht verschont, da Dietmar - leider viel zu oft - nicht mehr Herr seiner Sinne war.
Ellen hatte genug. Ihre Nerven lagen völlig blank. Sie musste sich in stationäre Handlung begeben, räumte die gemeinsame Wohnung, und reichte umgehend die Scheidung ein.

Manfred blieb mehrmals der Schule fern. Sofort schaltete sich das Jugendamt ein. Anders als in der freiheitlichen Ordnung der Bundesrepublik, galt Schulschwänzerei in der früheren DDR keinesfalls als Kavaliersdelikt.
Manfred wurde in den allseits berüchtigten Jugendwerkhof eingewiesen. Aus Kindern und Jugendlichen, die oft über die Stränge geschlagen hatten, und meist aus gestörten familiären Verhältnissen kamen, sollten unter strengem Gehorsam zu sozialistische Persönlichkeiten gereift werden.. Dort sollte er aber nicht mehr lange verweilen.

Überall im Land regte sich Widerstand. Tausende Menschen demonstrierten friedlich. Der Ruf nach Freiheit, Menschlichkeit und Demokratie war unüberhörbar und wurde immer lauter, bis das Regime sich dem Druck der Straße beugen musste.

Im Juli 1990 gehörten auch die Jugendwerkhöfe der Vergangenheit an. Manfred zog zu seiner Mutter in eine viel zu enge Einraumwohnung und war von nun an wieder sich selbst überlassen.
Der Stadtteil, in dem Manfred mit seiner Mutter wohnte, machte alles andere als einen einladenden Eindruck. Nahezu überall rieselte Putz von den graugelben, sehr oft auch rußigen, Wänden. In vielen, dieser zum Teil nicht mehr bewohnbaren Häuser, waren die Fensterscheiben eingeschlagen. Im Inneren hausten obdachlose Jugendliche, die versuchten ihren Frust mit reichlich Alkohol herunterzuspülen. Auch die Straße war völlig heruntergekommen. Schlaglöcher schnitten sich durch das wellige Kopfsteinpflaster, die die Stoßdämpfer der Autos stressten. Dass der ohnehin schon labile Manfred in dieser tristen abbruchreifen Gegend auf die falschen Freunde treffen würde, war von vornherein abzusehen.
In der Tanne – seiner Stammkneipe - hatte Manne Ausschau nach dem Klientel gehalten, welches wie maßgeschneidert zu ihm passen könnte. Und rasch liefen ihm diese zwielichtigen Gestalten auch über den Weg. Einer von ihnen war Georgi - ein hochaufgeschossener Typ mit stahlharten Muskeln, einem kräftigen Kinn, starken Wangenknochen, einer viel zu großen Nase, die leicht gekrümmt linksseitig auslief und stahlblauen Augen, die er gefährlich schnell verdrehen konnte. Sein fettiges dunkelblondes Haar klebte stumm auf seinem runden Kopf und passte zu seinem ungepflegten Äußeren mit dem buschigen Bart, der seinen breiten Mund störrig wild umschlungen hatte.

Ebbis Figur dagegen, war verglichen mit Manne, eher schmächtig. Dennoch konnte er seine knochigen Hände zu eisernen Fäusten ballen, die er auch oft und gekonnt einsetzte.

Manne setzte sich an die Spitze dieses Trios. Raubzüge, Einbruchserien – sowohl in der Nacht, als auch am helllichten Tag - bis hin zu räuberischen Erpressungen, bestimmten fortan den Tagesablauf dieser Gang.
Ebbi und Georgi saßen jeweils zwei Mal für zweieinhallb, beziehungsweise drei Jahre ein, während Manne sogar vier Mal für eine Dauer von insgesamt zehn Jahren hinter Gitter verbannt worden war.

An einem heißen Sommertag im Juni stürmte Manne beschwingt aus der Haftanstalt und streckte im Hochgefühl der Freude beide Arm in die Luft.
„Jetzt erst mal ein Bier trinken“, dachte sich Manne, der die Tanne – seine frühere Stammkneipe – zielsicher ansteuerte.
Kaum hatte er die Schwelle der zinnoberroten Holztür überschritten, schnellte Ramona – die bildhschöne Kellnerin mit dem makellosen ovalen Gesicht, den seidig glänzenden hellblonden Haaren und dem gelborange farbenem sexy Minikleid, unter dem sich ihre wohlgeformten Brüste besonders keck abzeichneten, auf Manne zu.
Spontan fiel sie Manne um den Hals und hauchte ihm sogar ein zartes Küsschen auf die Wange.
Mannes Augen fingen an zu leuchten und sofort glühten auch seine Wangen.
„ Du warst ja lange nicht mehr hier!“, stellte die Kellnerin – die emotional sehr gerührt war - fest, während ein aufreizendes Lächeln über ihr hübsches Gesicht huschte.
„Eigentlich sollte ich noch viel länger einsitzen, doch die haben mich wegen guter Führung eher entlassen. Die brauchen wieder Platz in den Zellen“, räumte Manne ergänzend ein.
„Sei doch froh, dass Du endlich wieder bei uns bist. Georgi hat dich so schrecklich vermisst.“
Noch während sie das sagte, baute sich der stämmige Georgi stolz vor ihm auf und straffte seinen Körper.
„Da bist Du ja wieder, du altes Haus, platzte es aus Georgi

1 2 3

Kommentare

HOLZ schrieb am 2009-05-23 20:35:23:
ZU LANG!!!!!!!

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.