Der Banküberfall vor dem Fußballspiel (Teil1)
von
Michael Reißig
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montierte, warf der Mann den Arm von der Schulter seiner Freundin und sagte zu ihr leise ins Ohr:
„Das darf doch nicht wahr sein. Der klaut einfach Toms Kennzeichen. Dieser Mercedes ist doch garantiert geklaut. Der hat einfach das Original-Kennzeichen entfernt, um nicht erkannt zu werden.“ Tom war Handelsvertreter und wohnte mit dem Mann im gleichen Haus. Vorsichtig schlich er mit seiner Partnerin ins Haus. Sofort klingelte er bei Tom, der Sekunden später – vom schrillen lang anhaltenden Ton aufgeschreckt - aus dem Bad stürmte, durch den Türspion lugte und schließlich öffnete. Tom rief sofort die Polizei an, die eine halbe Stunde später auch eintreffen sollte. Manne war natürlich mit dem flotten Mercedes längst über alle Berge.
Mit stolz geschwellter Brust klingelte Manne an Ebbis Wohnungstür. Der öffnete sofort und Mannes Blicke trafen grinsend auf freudig blitzende, graugrün gesprenkelte Mandelaugen, die in sein schmales Gesicht mit den kastanienbraunen gekräuselten Haaren, geschnitten waren.
„Da bist du ja endlich“, rief Ebbi aus, der Manne zur Begrüßung fest die Hand ausstreckte, und anschließend den Zeigefinger auf das Wohnzimmer richtete und sagte: „Komm doch mit.“ Ebbi rückte Manne den Stuhl zurecht. Das Bier hatte er schon längst auf dem kleinen runden Tisch arrangiert, da schrillte die Glocke an der Eingangstür.
„Das kann doch nur Georgi sein“, warf Manne ein und Ebbi sprang sofort auf, rannte zur Eingangstür und offnete diese: „ Hallochen“, sprudelte es aus Georgi heraus. Seine Augen blitzten schelmisch.
„Gut, dass du da bist“, freute sich Ebbi, der Georgi gleich ins Wohnzimmer bat.
„Hi Georgi“, begrüßte Manne ihn mit einem spitzbübischen Lächeln und zeigte auf das Wohnzimmerfenster. „Schaut mal runter!“ Georgi und Ebbi starrten gebannt aus dem rissigen Holzfenster, von dem ein Teil des Lackes längst abgebröselt war. Dieses alte Fenster passte so richtig ins fatale Bild dieser Behausung, die eher einer Rumpelkammer glich.
Selbst in den kleinsten Ecken dieser Mansardenwohnung lagen überall Bier- und Schnapsflaschen . Auch Gläser und Dosen, sowie CD's und alte Schallplatten türmten sich an einigen Stellen und lagen quer verstreut in der ganzen Wohnung herum.
Schmutzige unansehnliche Tapete klebte stumm an allen Decken und Wänden. Die Luft war erfüllt von einem öden muffigen Fäulnisgeruch, und es stank auch fürchterlich nach Alkohol - den Ebbi täglich in großen Mengen in seine durstige Kehle gekippt hatte.
Georgi und Manne störte das wenig. Die hatten sich an diesen fahlen Geruch längst gewöhnt.
„Schaut mal, dieser tolle Schlitten gehört jetzt mir!“ Manne geriet ins Schwärmen und prahlte wie mühelos und lässig er diesen Raubzug doch über die Bühne gebracht hatte.
„Das hier ist der totale Wahnsinn!“ lobte Ebbi Manne, dessen ganzes Gesicht wie ein Honigkuchen strahlte.
Nun begann Manne Ebbi die Idee vom Banküberfall vor dem Fußballspiel so richtig schmackhaft zu machen. Alle drei hatten an dem kleinen runden Tisch Platz genommen. Er plauderte nochmal aus, was er vorher bereits mit Georgi abgesprochen hatte.
„Die Fans der beiden Teams können sich doch nicht riechen, da brodelt der Kessel ganz gewaltig, bis er schließlich droht zu explodieren. Wenn es sein muss, mischen wir auch noch mit, um die Bullen noch schneller anzulocken. Wenn die erstmal in der Spur sind, haben wir freie Bahn.
Die Bullen können sich auf einen heißen Nachmittag einstellen. Dieses kann ich dir versprechen!“
Ebbi plagten Zweifel: „Wenn es nur so an Bullen wimmelt fliegen wir doch ganz schnell auf und tappen ganz schnell in eine Falle.
„Quatsch“, die haben doch so viel Schiss in der Hose. Denn wenn die Hools erstmal so richtig in Fahrt sind, haben die garantiert keine Zeit mehr für uns. Da können wir doch in aller Ruhe ausräumen, zumal die Volksbank in der Zimmerstraße fernab vom Schuss liegt“, sagte Manne im Brustton der Überzeugung, Manne versuchte Ebbi mit einem sanften Lächeln zu beruhigen. Ihm war nämlich nicht entgangen, dass Ebbis Augenlider immer noch flackerten.
„Den Schlachtplan habe ich perfekt ausgearbeitet. Es wird nichts dem Zufall überlassen.
Die Idee stammte allerdings von Georgi. Wir treffen uns um vier am „Bräustübl“- zwei Stunden vor Spielbeginn – und harren eine Weile aus. Sobald die Bullen anrücken, machen wir uns aus dem Staube und düsen zur Volksbank in die Zimmerstraße. Natürlich nehme ich die Pappmasken und die Gaspistole wieder mit. Zuerst steigst du aus dem Auto und beobachtest ob viele Passanten an uns vorüberziehen. Wenn die Luft rein ist, gibst du ein Zeichen. Dann stürme ich mit Georgi in die Bank und erledige mit ihm die Angelegenheit. Du bleibst draußen und stehst Schmiere. Während wir wieder aus der Bank rennen, nimmst du uns den Koffer mit den Geldscheinen ab und wirfst ihn in den Kofferraum. Sofort schwingen wir uns ins Auto und fahren zu Georgi. Eines kann ich dir versprechen. Dann steigt 'ne Party – die größte Sause unseres Lebens, blickte Manne beschwörend voraus, als wäre es die normalste Sache der Welt.
„Du bist der größte Filou den ich jemals kennen gelernt habe“, sprudelte es spontan aus Georgi heraus. Dabei war gerade er es, der Manne gestern noch als Weichei titulierte. Wie schnell sich doch Meinungen ändern können!
Georgi, Manne und Ebbi klatschten sich gegenseitig ab und besiegelten hiermit die gegenseitigen Abmachungen.
(Fortsetzung folgt)
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Kommentare
HOLZ schrieb am 2009-05-23 20:35:23:
ZU LANG!!!!!!!
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