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Kategorien > Grusel > Kurzgeschichte

Der Baum

von Shooter

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Sonntag gegen abend
„Heute nehme ich es endlich in Angriff“ sagt er sich. Jessy ist mit den Kindern schon etwas früher zu den Großeltern gefahren und wird ihn in 2 Tagen abholen, da er noch ein paar wichtige Dinge im Büro erledigen muss bevor er in den wohlverdienten Urlaub gehen kann. Doch da er sich strickt weigert Sonntags ins Büro zu fahren um irgendwelchen großkotzigen Neureichen in den Arsch zu kriechen, (das erledigt er lieber während der Woche) hat er eigentlich endlich die zeit den kindern ihr Baumhaus, das sie sich so wünschen, zu basteln. Eigentlich wollten sie das lieber selber machen, was ihm natürlich nur recht gewesen wäre. Aber sie meinten der gemeine Baum würde ihr Haus immer wieder kaputt machen. „Und da man gegen 2 Jungs im Alter von 7 und 9 nicht ankommt, wirst du das wohl in die Hand nehmen und den bösen Baum beschwichtigen müssen mein schatz.“ grinste seine liebe Frau. Er hat sich auch schon überlegt wie man dabei Zeit sparen kann. Ein paar Paletten sind schon besorgt, diverse Bretter vom alten Gartenhäuschen liegen noch draussen, fehlt also nur noch das Werkzeug. So geht Scott die in den Keller führende Steinstreppe hinab und versucht sich in Erinnerung zu rufen wo so etwas überhaupt zu finden wäre. Das ist der Nachteil wenn man alles von irgend welchen Firmen machen lässt. Aber viel braucht man ja nicht für ein kleines Baumhaus. Ein Hammer, ein paar Nägel und Haken und in Scotts Fall am besten noch gleich den Verbandskasten. Der liegt oben in der Küche. Der Hammer und die Nägel müssen irgendwo in dieser großen Blechkiste sein die er damals zu seiner ersten Wohnung von seinem Vater bekommen hat. Dieser war natürlich ein leidenschaftlicher Handwerker und konnte nur wenig Begeisterung aufbringen für scotts Berufswahl. Seit dem ist sie immer wieder mit umgezogen, der Inhalt hat sich ständig erweitert, auch wenn das meiste so gut wie nie benutzt wurde. Ausser als er letztes Jahr den Gartenzaun ein wenig mit dem Auto verkürzt hat. Anfangs versuchte er es selbst zu reparieren (kann ja nicht so schwer sein), doch schon nach dem ersten blauen Daumen gab er auf. Und jetzt wusste er auch wieder wo er die Kiste damals hingeräumt hat, in der Hoffnung sie nicht mehr zu brauchen. Er geht zurück und öffnet einen kleinen Beschlag der ein noch kleineres Räumchen unter der Treppe öffnet, nimmt den staubigen Kasten und steigt wieder hinauf. Den Verbandskasten braucht er dieses mal bestimmt nicht. So spaziert er ganz durch die Küche über die Veranda in den Garten. Ihr Haus liegt relativ mittig auf einem kleinen sonnigen Hügel und wird komplett von Rasen umringt, der wiederum durch einen Lattenzaun von Nachbars Grundstück und zur Südseite von der Strasse abgegrenzt wird. Und genau dort steht der “gemeine Baum“, etwa 2 meter von dem Zaun entfernt. Eine zirka 8Meter hohe Eiche, das Geäst noch ein gutes Stück über den Bordstein ragend und schon irgendwie bedrohlich wirkend. Erst recht im schwindenden Abendlicht. Doch fliegen kann er nicht, die Leiter fehlt. Also nochmal zurück, zum kleinen Schuppen mit den Gartengeräten (welchen es scheinbar zu jedem Eigenheim gratis dazu gibt) und dann samt Leiter zurück zur Baustelle. Zuerst fängt er an eine art große kiste zu bauen deren Wände man einfach nur zusammen nageln muss. So sollte das kleine Baumhaus einfach auf den Baum zu bekommen sein. Dies dauert auch nicht annähernd so lange wie geplant, doch die Teile nach oben zu bekommen erweist sich schwieriger als erwartet. Doch mit einiger mühe gelingt es schließlich den Boden zu befestigen. Er treibt einfach ein paar der Haken in den Baum so dass das Haus am Ende etwa 3 Meter über dem Gartenboden zwischen dem gespaltenen Stamm hängen wird. Dort legt er den Boden auf und sichert ihn mit ein paar Nägeln. Doch wird es langsam doch zu dunkel um auf Bäumen zu klettern, also beschließt er am nächsten Tag nach der Arbeit weiter zu machen. Regnen wird es nicht und so kann er alles einfach stehn und liegen lassen und ins Haus zurück kehren.

Wieder im Haus geht Scott erstmal unter die Dusche und überlegt ob sowas schon immer so anstrengend gewesen ist oder ob er doch langsam zu alt wird. Das heiße Wasser tut gut, lässt ihn aber mit einem mal eine bleierne Müdigkeit spüren die nicht zu ignorieren ist. Durch das offene Fenster hört man den Wind rauschen. Laut Wetterbericht soll es die nächsten Tage schön warm aber auch windig werden. "Hoffentlich gibt es keinen Sturm, sonst wird es wieder nichts mit dem Baumhaus." Nach dem Duschen zieht er sich schnell um und legt sich dann aufs Sofa und schaltet den Fernseher an in der Hoffnung den einen von sieben Abenden zu erwischen an dem etwas sehenswertes läuft. Doch ist es wohl der sechse oder achte, aber da die Augen immer schwerer werden während er zum dritten mal durch sämtliche Programme schaltet macht das nicht viel. So bleibt er bei irgendeinem äusserst surrealen Film hängen, es geht um irgendeinen Highway, einen Musiker und...
...ein grausiger Schrei durchschneidet die Nacht und lässt Scott schweiß gebadet aufschrecken und fast vom Sofa fallen. Er muss eingeschlafen sein. Was hat er geträumt? Nichts nettes jedenfalls. Er fragt sich ob er den Schrei vieleicht auch nur geträumt hat und lauscht einen moment, doch da ist nichts mehr ausser dem Fernseher der wohl die Wiederholung irgendeiner dieser Gerichtssendungen zeigt. Kein Geschrei, kein Wind, auch kein Regen. “Vieleicht sollte ich weniger von diesem Steven King lesen...“ flüstert er in den leeren Raum und lacht unsicher, einen hartnäckigen kalten Schauer auf dem Rücken. Er schaltet den Fernseher aus und beschließt das es sich wohl wesentlich besser im Bett träumen lässt. Auf dem Weg ins Obergeschoss, vorbei an dem rot blinkenden Anrufbeantworter, stattet er dem Kühlschrank noch einen Besuch ab um eine Flasche Wasser mit zu nehmen.
Endlich im Bett dauert es auch nicht sehr lange bis die Müdigkeit das ungute Gefühl von vorhin verdrängt und Scott fällt in einen tiefen, traumlosen Schlaf...

Montag Morgen
Ein Wecker wie ein Nebelhorn lässt jeden Morgen den Herzschlag einen Moment aussetzen und einen um Luft ringen. 6 uhr 30. Das heißt eine Stunde zum Duschen, Kaffee kochen und vieleicht eine Kleinigkeit frühstücken, doch das geht auch noch im Büro. Also schnell unter die Dusche und nach einer Tasse Kaffee die Pläne schnappen und die Autoschlüssel finden. Auf der suche danach fällt ihm wieder der Anrufbeantworter ein. Sie haben eine neue Nachricht. Es ist Jessy die verkündet sie sei am Mittwoch um etwa 11 uhr Vormittags da um ihn ab zu holen. Und er solle doch bitte noch ein paar Spielsachen einpacken für die Kinder. Und am Telefon liegt dann auch der Schlüssel, als hätte sie es geahnt. Dann kann der Tag ja beginnen. Auf dem Weg zum Auto fällt ihm auf das es wohl doch ein bischen windiger gewesen sein musste, denn der Boden des Baumhauses, den er am Vortag angebracht hatte, liegt jetzt am Zaun und das Werkzeug ist nirgends zu sehen. Verwundert sucht er den gesammten Rasen ab

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