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Kategorien > Fantasy > Abenteuerreise

Der Chrononaut -Das Amulett der Zeit

von blacknight99

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Der Chrononaut

Rom,März 124 v. Chr.

,,Sie kommen,Herr!"Eudoxus atmete schwerfällig als er ins Atrium eintrat,einen Spurt durch das Haus hinter sich.Schließlich ging der griechische Sklave schon auf die Fünfzig zu.
Linus,der auf einer Liege im Atrium saß,fröstelte und es lag nicht an der kalten Nachtluft die durch das Compluvium,einer rechteckigen Öffnung in der Decke des Innenhofes hineindrang.
Unter dem Compluvium lag ein Auffangbecken für Regenwasser,in dem man im Sommer baden konnte.
Linus betrachtete sich im klaren Wasser des Beckens.
An den Schläfen seines blonden Haares zeichneten sich graue Strähnen ab.
Es war die Zeit,dachte er,die mich altern lässt.
Die Zeit hatte ihn auch hierhergebracht.Doch die Zeit arbeitete nun gegen ihn.
Linus' Hand tastete nach dem bronzenen Amulett das an einer Kette um seinen Hals hing.
,,Ich muss sofort aufbrechen!Die dürfen das Amulett nicht bekommen."
,,Ich werde mit euch kommen,Herr!"entgegnete Eudoxus.
Linus stand von der Liege auf und legte Eudoxus eine Hand auf die Schulter.
Eudoxus staunte über diesen Akt der Freundlichkeit,der sich nur selten bei seinem Herrn zeigte.
Linus umfasste die magere Schulter fester und sah tief in die stahlgrauen Augen seines Sklaven.
,,Ich weiß,du würdest mit mir bis zu den Tiefen des Hades gehen.Doch manche Wege kann man nur allein bestreiten.Und so ein Weg ist der,den ich nun betreten werde."
,,Das heißt wir werden uns trennen."sagte Eudoxus bedauernd.In den vielen Jahren war ihm der merkwürdige Linus ans Herz gewachsen.
,,Ja,Eudoxus.Doch trennen wir uns beide als freie Männer.Eudoxus,geh deine eigenen Wege!Du bist frei."
Eudoxus fiel Linus freudestrahlend in die Arme.
Linus trennte sich langsam von dem vor Glück weinenden Eudoxus.
,,Eudoxus,wo ist mein Inhaliergerät?"fragte Linus nun.
,,,In der Küche!"entgegnete der freie Sklave und setzte sich schon in Bewegung.
,,Komm zum Eingang in die Kanäle!"rief Linus dem davonlaufenden Eudoxus nach,dessen Schritte hohl vom schneeweißen Marmorboden wiederhallten.
An der Tür zu Linus' Stadtvilla klopfte plötzlich jemand.
,,Aufmachen!"rief eine Stimme in Latein,jedoch mit starkem französichem Akzent.
,,Nein!"rief Linus laut.,,Das Amulett wird niemals euch gehören!"
Vor der Tür wurde auf Französisch geflucht.
Schnell lief Linus aus dem Atrium.Die Statuer Jupiter,des Hausgottes,blickte ihm von seinem Schrein in der Zimmermitte grimmig nach.
Als Linus den kleinen Korridor zum Schlaftrakt entlang lief,vernahm er das Geräusch eines Pistolengeschosses,das auf Metall traf.
Dann hörte er wie das Tor der römischen Stadtvilla aufflog und hastige Schritte auf den weißen Fließen hallten.
Linus lief umso schneller.Er spürte wie die Luft aus seinen Lungen wich und sein Atem immer flacher wurde.
Seine Asthmakrankheit machte sich wieder bemerkbar.
Er brauchte sofort einen Inhalator sonst würde er in Atemnot geraten.

Eudoxus erreichte die kleine Küche.
Aurelia,die Sklavin von Linus,die sich um die Küche kümmerte rührte einen Brei über einen Ofen und gab etwas Garum,ein starkes Gewürz,in den Topf mit dem Brei.
Er umarmte ihren etwas beleibten Körper von hinten und spürte die Wärme,die ihr Leib verströmte.
Dann flüsterte er in ihr,hinter schwarzen Locken verborgenes Ohr:
,,Ich bin frei!Linus hat mich entlassen!"
Er entließ sie wieder aus seinen Armen und suchte in der Küche nach dem merkwürdigen Gerät seines Meisters,das Inhalator hieß.
Aurelia hatte den Löffel losgelassen,der nun im kochenden Brei versank.
,,Das ist wunderbar."
Ihre Worte drückten wirkliche Freude aus.
Sie war einige Jahre jünger als Eudoxus.
Als beide in den Dienst des Linus kamen,hatten sie zueinander gefunden.
Eudoxus mochte die Lebensfreude dieser Frau.
Wenn sie wieder sicher wären würde er sie freikaufen und heiraten.
Aurelia bemerkte wie er nervös die Küche absuchte und sich Panik auf Eudoxus' Gesicht breitmachte.
,,Wieso bist du so aufgewühlt?"fragte sie.
,,Männer sind im Haus,sie suchen den Herrn."
Endlich hatte er den Inhalator gefunden.Das Gerät war unter einer Packung voller kleiner Bürsten und einer Tube merkwürdig schmeckenden Extraktes,den LInus benutzte um seine Zähne zu reinigen.
Er hatte es auch Eudoxus angeboten,doch dieser hatte die widerliche Paste
in einer rot-weißen Fontäne ausgespuckt.
,,Versteck dich in der Vorrartskammer!"reif Eudoxus Aurelia zu und verließ hastig die Küche.

Linus erreichte endlich sein Ziel:Die Treppe zum Keller,verborgen unter einer Büste des ehemaligen Besitzers dieser Stadtvilla.
Doch soviel er sich auch anstrengte;er schaffte es nicht die Büste zu bewegen.
Er hörte Schritte hinter sich.
Doch es war nicht das Geräusch,das Lederschuhe hier erzeugen würden;sondern jenes,welche Eudoxus' Sandalen erzeugten.
,,Hast du den Inhalator?"
,,Ja,Herr!"entgegnete Eudoxus und überreichte ihm den Inhalator.
Wie ein Verdurstender eine Flasche Wasser,setzte Linus das Mundstück des Inhalators an den Mund und atmete das konzentrierte Kortison ein.
Mt der Luft,kehrte auch die Kraft in seinen Körper zurück und zusammen
schoben sie die Büste zurseite,sodass die Falltür zum Keller freigelegt wurde.
Eudoxus öffnete sie und beide Männer stiegen die Treppe hinab.
Als Linus die Falltür hinter ihnen zuzog wurde es stockfinster.
Eudoxus zuckte zusammen,als Linus ein Feuerzeug anmachte und eine Fackel entzündete.
Der Keller war ein langgezogenes,höhlenartiges Gewölbe,das von strebenhaften Säulen gesäumt war.
Amphoren und Fässer standen an den Wänden.
Eine Tür führte in einen Kühlraum,in dem verderbliche Lebensmittel aufbewahrt wurden.
Es wäre am einfachsten gewesen einfach eine Kühltruhe mitzubringen,doch dies war vom chronografischen Institut verboten,deshalb musste er sündhaft teure Eisblöcke aus den Alpen herbeischaffen lassen,um sich im Sommer mal ein leckeres Zitroneneis zu gönnen.
Mit schnellen Schritten liefen sie die Reihen der Säcke und Amphoren entlang.
,,Hier muss es sein!"meinte Linus und deutete auf eine große,bauchige Amphore.
Das Scharren der Büste war über ihnen zu hören.
,,Schnell!"befahl Linus.
Zusammen warfen sie die Amphore um.
Das Gefäß zerbrach in hundert Scherben und ihr Inhalt,grobgemahlener Weizen,ergoß sich über den Boden.
Unter der Amphore war eine weitere Falltür.
Linus öffnete die Falltür.
,,Hier!Versteck dich in der Kühlkammer bis sie weg sind!"
Linus überreichte Eudoxus einen Messingschlüssel.
Sie schüttelten sich zum letzten Mal die Hände.
Linus genoß den festen,wärmenden Händedruck seines Freundes und kurz breitete sich Ruhe und Hoffnung in seinem Körper aus.
doch als sich ihre Hände lösten,schien auch der Kontakt zu solchen Gefühlen abzubrechen.
Eudoxus verschwand im Schatten der Säulen.
Linus sah kurz den dunklen Umrissen der hageren Gestalt hinterher.
Mit leisen Schritten stieg er die Leiter unter der Falltür hinab.

In der Cloaca Maxima,der Kanalisation Roms,roch es erbärmlich.
Wie ein unterirdischer Fluß schwomm die Masse aus

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Kommentare

blacknight99 schrieb am 2006-07-14 16:23:56:
@ christoph schlüter:
Danke für deine Kommentare.
Soeben habe ich eine Fortsetzung zu ,,Der raub" eingeschickt.Außerdem habe ich noch eine
weitere Geschichte eingeschickt.
Mal etwas ganz Neues.
Nun würde es mich noch freuen wenn du meine umfangreichste und komplexeste Geschichte ,,der letzte Ritter"
lesen würdest.

Nun noch eben zu dieser geschichte:
Das Tempo am Anfang war gewollt.
Ich will das der Leser ein wenig verwirrt ist und nachdenken muss.
Deine Theorien waren allerdings allesamt falsch.
Ich will dir kurz erzählen,wie es alles zusammenhängt.
Linus ist ein chrononaut chrono heißt zeit,naut reisender,wie zum Bespiel Astronaut ein Sternenreisender ist.
Linus ist ein Zeitreisender.
Dieser Traum,in dem er in der Schule ist,ist eigentlich eine Rückblende in der erzählt wird,wie er das Amulett findet.
Die Story spielt also 124 v. Chr. wird aber in Rückblendungen bis zu diesem Zeitpunkt aufgebaut



Christoph Schlüter schrieb am 2006-07-14 06:59:36:
An alle, welche die Story noch nicht kennen: bitte hier nicht weiterlesen!
Am Anfang war ich etwas irritiert: Wo kamen plötzlich diese modernen Gegenstände her in dieser offenbar historischen Welt?Ein Traum? Dann dachte ich: Hey, coole Idee. Vielleicht ist blacknight 99 davon ausgegangen, das - wie in einer Art Parallelwelt - heute eine andere Zivilisation vorherrscht. Vielleicht ist Rom gar nicht untergegangen ( oder das antike Griechenland), vielleicht lebt die Antike bis heute fort, nur eben mit technischen Neuerungen. Die Idee gefiel mir.
Beim weiteren Lesen dachte ich dann: Okay, Fehlalarm Da sind bloß ein paar Typen aus der Vergangenheit in unsere Zukunft gelandet. Daher wohl auch der Titel. Wie sich dann rausstellte, lag ich wieder falsch. Der letztendlich richtige Schluß enttäuschte mich dann ehrlich gesagt etwas. Doch bloß ein Traum? Aber warten wir die Fortsetzung ab.
Insgesamt gefiel mir deine Geschichte sehr, nicht zuletzt, wie du gemerkt hast, weil man nie wirklich weiß, wie der Hase läuft. Das ist zugegeben manchmal ein wenig verwirrend, andererseits aber auch sehr spannend. Dein Stil gefält mir gut, der Text ist schön geschrieben. Das einzige was mich wirklich etwas störte, war, dass deine Erzählung soviel Tempo vorlegt ( versteh mich jetzt bitte richtig: Ich liebe rasante Stories!), dass dabei die Charaktere ein wenig kurz kamen.
Bitte diese bei der Fortsetzung unbedingt genauer beleuchten. Es ist sonst für den Leser noch schwieriger den Zugang zu Geschichte zu finden, die ja an sich schon Konzentration erfordert.
Trotzdem, deine Ideen gefallen mir. Für mich gehörst du weiterhin zu den vielversprechendsten jungen Autoren auf Storyparadies. Bin sehr auf die Fortsetzung gespannt. Und wie gesagt ( s. Antwort auf deinen Kommentar bei "Morituri"): Solltest du Fragen bezüglich deiner Texte an mich haben, schick mir ruhig ´ne mail:
christoph.schlueter@gmx.de.
Gruß, Chris.
blacknight99 schrieb am 2006-07-12 18:17:49:
die geschichte wird fortgesetzt.
Mann,jetzt hab ich ziemlich viel fortzusetzen =)

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