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Kategorien > Jugendstory > Alltag

Der Fall Chris

von Ich

Eigentlich bin ich sehr schüchtern und auch gar nicht so mutig, wenn es darum geht, Jungs oder überhaupt irgendwelche Leute anzusprechen. Deshalb chatte ich meistens. So saß ich auch an einem regnerischen Sonntag wieder einmal vor dem PC. In meinem Lieblingschat unterhielten sich ein paar kleinere Kinder über Haustiere. Ich wollte schon gehen, als mich jemand mit Nicknamen "ChrisBoy" anchattete. "Hi PrincessMary, wie geht's?", fragte er. "Hi ChrisBoy, mir geht's ganz gut und dir?", fragte ich einfach mal zurück. "PrincessMary" nannte ich mich immer im Chat. "Ach mir ist langweilig. Wie alt bist du?", schrieb "ChrisBoy" zurück. "15 und du?", stellte ich die nicht sehr geistreiche Gegenfrage. "auch", war die kurze Antwort.
An diesem Tag chattete ich noch fast zwei Stunden mit Christian. Er war super nett und ich konnte mich mit ihm über alle möglichen Sachen unterhalten. Wir tauschten Mailadressen und Handynummern, um uns auch außerhalb des Chats unterhalten zu können. Doch um ihn anzurufen war ich zu schüchtern, also beließ ich es bei vielen SMS und langen Mails. Eine Woche nach unserem ersten Treffen im Chat tauschten wir Fotos aus. Christian war groß für sein Alter, etwa 1,85 m und er hatte hellbraune, etwas längere Haare, die ihm einfach super standen. Sie betonten sein hübsches Gesicht wunderbar. Seine Augen waren ganz hellblau und auf dem Foto lächelte er. Wow, wenn er in Echt auch so aussah, war es ein echter Glücksgriff, dachte ich. Christian wohnte etwa 20 Kilometer von mir entfernt in einem kleinen Dorf, na ja eigentlich war es schon fast ein Kaff, ich musste es lange auf der Landkarte suchen. "Wann treffen wir uns mal?", fragte Christian mich eines Tages per SMS. "Wie wär nächster Donnerstag? Da hab ich nur bis eins Schule", schrieb ich spontan zurück. Warum nicht mal was riskieren? Meine Eltern brauchten es ja nicht zu erfahren. Außerdem war ich alt genug um selbst zu entscheiden, mit wem ich mich traf. Er erklärte mir, mit welchem Bus ich fahren müsste.
Am Donnerstag war ich die ganze Zeit schon sehr hibbelig in der Schule. Wie war Christian wohl in Echt? Ich stellte mich auf lange, interessante Gespräche und flirten ein. Wie weit ich gehen würde, würde ich im Ernstfall spontan entscheiden. Endlich fuhr der Bus ab in Richtung Christians Dorf. Ich nahm die Umgebung nicht so richtig wahr, denn ich hatte dauernd sein Bild vor Augen. Fast hätte ich meine Haltestelle verpasst. Na ja und dann stand ich am Rand eines Dorfes mit vielleicht 20 Häusern und viel Wiesen und Wald drumrum. Wahrscheinlich gab es einige Bauernhöfe hier, denn es roch etwas nach Mist und man hörte einige Kühe muhen. Ich ging die Straße hinunter und suchte nach Christians Haus, einem hellblauen, großen Bauernhaus mit vielen Blumenkästen an den Fenstern. Dort hatte er zwei Zimmer etwas abseits vom Wohnbereich seiner Eltern und einen eigenen Eingang. Welcher 15-jährige hatte das schon? Ich fand das große Haus mit der angrenzenden Scheune sofort. An der ersten Tür standen zwei Namen, aber nicht der Name Christan. Also ging ich zur zweiten Tür, wo ich fündig wurde. Ich klingelte. Mein Herz klopfte, als ich drinnen Schritte hörte. Dann wurde die Tür geöffnet und ich wäre fast in Ohnmacht gefallen. Da stand nicht Christan, sondern ein etwa 30-jähriger Mann mit einem Bart und kurzen schwarzen Haaren. "Hallo Maya, komm doch rein", sagte er in einem süßlichen Ton. "Bist du Christian?", fragte ich verdutzt. "Komm erst mal rein", sagte er noch einmal. Ich betrat das Zimmer und schloss die Tür hinter mir. Das Zimmer nahm ich kaum wahr, ich starrte immer nur den Mann an. "Klar, ich bin Christian", sagte er und legte einen Arm um meine Schulter. Ich versuchte mich loszureißen, doch er hielt mich fest und drückte mir einen Kuss auf den Mund. Panisch schlug und trat ich nach dem Mann, bis ich endlich frei kam und so schnell ich konnte nach draußen ließ. Ich rannte fort vom Dorf und blieb erst stehen, als ich dachte, gleich zusammenzubrechen. Dann rief ich meine Mutter an: "Mama, unser Bus hatte eine Panne. Kannst du mich in Kressenhof abholen?" "Na sicher", erwiderte meine Mutter zu meiner Erleichterung. Nach Kressenhof hatte ich es nicht mehr weit und wenn ich mich beeilte, war ich vor meiner Mutter da.
Die nächste Zeit ließ ich aber die Finger vom Chat.

Kommentare

=) schrieb:
Hallo,
ich finde die geschichte eigentlich ganz gut, ziemlich realistisch, es gibt bestimmt schon viele die das erlebt haben was du in deiner geschichte wiedergegeben hast...nicht schlecht!
Mfg
bunny_2309@web.de schrieb:
Hey, deine Geschichte behandelt ein ernstes Thema, was aber leider ein bisschen schwach dargestellt wird. Vielleicht hättest du ein paar mehr Gefühle mit einbringen müssen. Ansonsten ist deine Geschichte wirklich gelungen! Vlg
biggiL88@yahoo.de schrieb:
das Thema der Geschichte ist wirklich ein aktuelles und auch immer wichtigeres in unserer generation , allerdings finde auch ich , dass du ein bisschen mehr deine Gefühle beschreiben solltest.
trozdem sehr interessant...
weiter so
diejoojoo@web.de schrieb:
Hallihallo,
Ich finde die Geschichte ganz in Ordnung. Du hast leider nur 1, oder 2 Sätze dazu Geschrieben was in dem Haus voin dem Mann passiert..und was mit ihm passierte als du das Haus verlassen hast. Das hätte ich noch mehr mit eingebracht. Sonst ist die Geschichte super :)
tuutuut
the kruwiee joo
oh! schrieb:
hallo
deine geschichte ist ganz gut beschrieben, du hättest aber ein paar mehr gefühle einbringen können und das thema mit Christian mehr beschreiben sollen. ich meine wo das mädel in dem haus war ;-)
Es war aber auch nur eine kurz geschichte und dafür ist sie gut beschrieben.
cuiz your oh!
hallo_wie_gehts_?_ich_hoffe_gut... schrieb:
ich find die geschichte echt toll aber es sind viel zu wenig gefühle derbei
die geschichte war auch etwas zu kurz du hast auch nicht alles so beschrieben wie man es bei so einer geschichte machen könnte...
na egal ich hoffe du schreibst hier noch eine geschichte^^
aber dann ein wenig besser^^
brecht schrieb:
im gegensatz zu deiner ronja, pferdestory find ich diese gut. weiter so ;-)
...@gmx.ch schrieb:
Wow ! Horror deine Geschichte. Habe eine Weile auch gechatet und Leute getroffen, hatte aber immer im Hinterkopf, dass bei einem Treffen so etwas passieren könnte. Geschah jedoch nie.
Ist dir das in echt passiert oder wie bist du auf die Idee gekommen über so etwas zu schreiben ?

Nicole ....
Bang!!! schrieb:
einfach SUPER!!!

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