Der Falter - Es war Mord
von
Johanna
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Was mache ich hier? Warum stehe ich so allein in diesem Wald und denke an Mord?
Die Vögel singen freundliche Lieder und die Sonne zeichnet ihr schönstes Lächeln in den Himmel, aber im dunkelsten Punkt des Schattens, den die Bäume wie Ungut von sich werfen, stehe ich – gepeitscht von Angst, infiziert mit Hass und zurückgelassen in Einsamkeit.
Ja, ich denke an Mord, aber wen soll es treffen? Das Reh, welches dort zwischen den Bäumen so leicht davonläuft, dass man denken könnte es schwebt, oder doch lieber dessen Jäger? Etwa mich selbst?
Mord… es war Mord. Man hat mich getötet. Ich lebe nicht mehr, aber ich atme noch. Ich kann meinen Atem manchmal sehen, wenn es kalt ist. Oder ist es nur eine Erscheinung?
In meinen Gedanken gefangen trete ich einen Schritt vor. Ich sehe das Reh verschwinden. Es ist frei.
Ein leichtes Kitzeln auf meiner Hand. Ein Falter, wunderschön, eine Zeichnung der Schönheit in den kräftigsten Farben auf seinen Flügeln, hat sich auf meiner Haut verirrt. Starr sitzt er auf meiner bebenden Handfläche. Meine Gedanken sind klar, doch ich kann sie nicht kontrollieren. Meine Hand schließt sich, hält den Falter gefangen und nimmt ihm die Luft zum Atmen. Kurze Sekunden und eine angespannte Faust, die sich langsam zu öffnen beginnt.
In meiner Hand nun ein Farbenspiel des Todes. Die Sonne lässt sich von dunklen Wolkenfetzen begraben und die Tränen des Himmels berühren mich sanft, nehmen mir die Farben und lassen sie im Waldboden verschwinden.
Es war Mord.
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Kommentare
Clarissa schrieb am 2008-10-21 12:36:08:
Sehr schön geschrieben, aber noch ausbaufähig.
Gefällt mir trotzdem gut!
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