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Kategorien > Gesellschaft > Moral

Der Film Rohtemburg und die Hexe aus dem Lebkuchen

von LynxX

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Es war einmal und jetzt ist es vorbei. Eigentlich lohnt es sich gar nicht eine Geschichte zu erzählen, da man Vergangenes ja bekanntlich nicht wieder aufwärmen soll. Was passiert ist, ist passiert und am Ende erfährt man nicht, wie es weiter ging.
Ja, ja und wenn sie nicht gestorben sind … Und was, wenn doch? Das Märchen ist vorbei und wie es weiter geht, interessiert keine Sau.

Schneewittchen hat bestimmt zehn Kinder zur Welt gebracht, ihrem Prinzen gingen die Bälger auf den Geist er fing an zu saufen, fing an sie zu schlagen und nach zwanzig Jahren grauenvoller Ehe und hunderttausend Partnertherapien ließen sie sich dann endgültig scheiden.

Aber das kann man ja keinem erzählen, wo bleibt den da die Moral?
Und doch ist so nun einmal das Leben, jeden Tag passiert es überall und alle schauen wir weg, einfach weil’s einfacher ist einfach mal nur ein Buch zu lesen, wo beim Höhepunkt das Ende ist.

So ist sie unsere Gesellschaft. Wäre ja noch schöner, wenn man sich Gedanken machen müsste, über die Beweggründe der Hexe, wahrscheinlich hatte sie ’ne schlechte Kindheit und ihre Mutter hat ihr beigebracht, wie man Kinder fängt und mästet, aber das heißt noch lange nicht, das sie böse war, hat ihr denn mal jemand gesagt, dass man so was eigentlich nicht macht?
Nun gut man kann davon ausgehen, wahrscheinlich schon, aber beweisen kann’s keiner und darüber nachdenken tut sowieso erst recht keiner.

Und auch die lieben Eltern der Rapunzel. Wer in Nachbars Garten klauen geht, der muss nun mal mit einer Strafe rechnen. Gut, das Kind wegnehmen war vielleicht ein bisschen krass, aber damals herrschten ja insgesamt rauere Sitten. Die Eltern haben sich bestimmt daran gewöhnt und bald darauf schon ein neues Kind gezeugt, ich glaub Pariser gab es zu der Zeit ohnehin noch nicht.

Die Brüder Grimm, haben’s ja vielleicht gut gemeint, aber man sieht ja jeden Tag, wie das Leben wirklich zu geht und ich glaube nicht, das sich der menschliche Charakter so stark zum schlechten verändert haben soll, eigentlich eher im Gegenteil.

Man weiß ja, dass diese Geschichten den Unterschied zwischen Gut und Böse erklären sollen, aber dass man oft nicht sicher sein kann, wann etwas gut ist und wann nicht, zeigt uns die Gegenwart ja oft genug. wie beim Beispiel von Rohtemburg.
Der Kannibale war der Böse, das stand für alle fest, doch als ein paar Filmemacher einen Film machten und der Kannibale dort als böse dargestellt wurde, da waren plötzlich die Filmemacher die Bösen, denn es ist böse einen Bösen als böse zu bezeichnen.

Ich versteh die Welt nicht mehr.

Ich glaub so ging es auch ein paar Hexen, die nicht verstanden, dass sie plötzlich als böse galten, obwohl sie es eigentlich nur gut meinten. So wie meine Mutter, wenn sie was Gut meint, ist es am Ende sowieso immer falsch, sagt mein Vater. Abschließend bleibt mir nur eins zu sagen:

Die Moral von der Geschicht, das mit der Moral versteh ich nicht!

Ende.

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Kommentare

Lexa schrieb am 2006-10-30 00:08:31:
Dito, muss man auch gar nicht versuchen. Deinen Gedankengang über die Märchen fand ich sehr schön, damit habe ich mich auch als Kind beschäftigt. Bei mir war längst noch nicht schluss nach " ...und wenn sie nicht gestorbwen sind, dann leben sie noch heute". LG Lexa
Leanyka schrieb am 2006-04-14 10:27:47:
Hi,
irgendwie coole Story, als ich sie zum ersten Mal gelesen habe fiel mir darauf gar nichts ein, musste sie ersteinmal auf mich wirken lassen *g* Aber im nachhinein finde ich sie echt toll und witzig!
Bye Leanyka

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