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Kategorien > Horror > Horror

Der Garten

von Bltzableiter

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In the garden of Eden, honey,
Don't you know that I love you?
In the garden of Eden, baby,
Don't you know that I'll always be true?

Das Haus war alt und sah verlassen aus. Jedoch war es immer noch bewohnt. Seit zwanzig Jahren wohnte Carl Krelborn nun schon in dieser Bruchbude. Nie hatte er auch nur einen Cent in die Restaurierung seiner Unterkunft investiert. Ihm gefiel sie so, wie sie war. Doch er stand leider alleine mit dieser Meinung. Seine Nachbarn waren alles andere als begeistert von seiner Einstellung zum Thema Sauberkeit und Ordnung. In den letzten fünf Jahren hatte er acht verschiedene Leute im Haus nebenan als Nachbarn gehabt. Alle sind nach ein paar Monaten wieder ausgezogen. Doch die jetzigen Bewohner waren härter im nehmen. Sie wollten es doch tatsächlich durchziehen, dass der alte Krelborn sich änderte. Die Familie nebenan, die Stewards, bestand aus fünf Leuten: Vater, Mutter, eine Tochter und zwei Söhne.
Und die Tochter sah für ihr Alter, zarte sechzehn die sie war, bereits aus wie eine Prostituierte in den Dreißigern. Carl hielt nichts von solchen Mädchen. Er verabscheute sie, und seiner Meinung nach hätte man die Kleine ruhig mal kräftig durchvögeln müssen, damit sie sich wieder normal verhielte. Wenn er der Vater gewesen wäre... jedes Mal, wenn er daran dachte, bekam er einen Steifen. Tja, leider war er nicht der Vater. Die beiden anderen Jungen waren acht und sechs Jahre alt. Kleine Gören, die den ganzen Tag Radau machten und seine Ruhe störten. Wie das Mädchen hasste er sie.
Der Garten war Carls ganzer Stolz. Den ganzen Tag verbrachte er damit Blumen zu stutzen, Unkraut zu jäten oder den Rasen zu schneiden. Dennoch hätte kein Gärtnerverein Carl Krelborn aufgenommen. Denn äußerlich wirkte der Garten, als ob er nicht besser behandelt würde wie das Haus. Der gestutzte Rasen war an einigen Stellen höher als an anderen Stellen, wenn auch diese Stellen mit einer merkwürdigen Gleichmäßigkeit angeordnet waren. Die Blumen, falls es überhaupt welche waren, wirkten wie vertrocknete Tulpen oder Rosen. Die Blätter waren dunkelgrün, die Stengel mit dicken Dornen übersät. Das, was Carl als Büsche bezeichnete, sah aus wie das Unkraut, welches er tagtäglich aus dem Boden zupfte. Es war, wie die Blumen, in einem dunklen Grün gehalten und sah verdammt ekelig aus.
Als die Stewards nebenan eingezogen waren, hielten sie sich fern von Carl. Es machte ihnen Angst zu sehen, wie er im grauen Jogging-Anzug auf dem Rasen stand und mit leerem Blick seine Pflanzen beobachtete. Wie er, wenn er eine Pause einlegte, mit dem selben Blick in ihre Fenster starrte. Manchmal schaffte er es fünfzehn Minuten am Stück in eines der Fenster zu blicken, und ein Außenstehender hätte darauf wetten können, dass er in der Zeit nicht einmal blinzelte.
Doch mit der Zeit legte sich die Angst, und Erica Steward, Familienoberhaupt und Mutter, fing an sich über den Mann aufzuregen. Natürlich bekam Carl davon nur etwas am Rande mit. Ab und zu hörte er sie am Fenster schreien, seinen Namen fallen und ein paar Beschimpfungen. Er fand den Sinneswandel, der Umstieg von der Angst zum Hass, schade. Es hatte ihm Spaß gemacht, die Gesichter seiner Nachbarn zu sehen, und manchmal auch das blanke Entsetzen oder den Schweiß auf ihrer Stirn, wenn sie sahen wie er sich mit leerem Blick in den Schritt griff oder sich am Hintern kratzte.
Zwei Monate vergingen, und nichts passierte. Die Stewards kümmerten sich um ihr eigenes Leben. Carl kümmerte sich vor allem um seinen Garten. Arbeiten gehen brauchte er nicht, da er vom Staat eine Invalidenrente bekam, die zwar gering, aber dennoch ausreichend war. Einst hatte er als Bauarbeiter gearbeitet, doch vor ein paar Jahren waren ihm ein paar Ziegelsteine auf das Bein gefallen und hatten ihm einen dreifach Bruch eingehandelt. Seitdem humpelte er leicht beim Gehen.
Nach den zwei Monaten jedoch schien Erica einen weiteren Sinneswandel durchgemacht zu haben: Sie wollte, dass Carl sein Haus renovierte und diesen schrecklichen Garten in Ordnung brächte. Warum, hatte er gefragt und sie mit seinem leeren Blick angestarrt. Damit die Nachbarschaft besser aussähe und nicht alle fremden Leute verschreckt würden, sagte sie. Sie gab ihm eine Frist von zwei Tagen um sich die Sache durch den Kopf gehen zu lassen. Ansonsten ließe sie sich etwas einfallen. Eine Unterschriftensammlung organisieren mit dem Zweck, dass er endlich abhaute.
Diese zwei Tage waren nun verstrichen.
Carl saß in seiner Küche auf einem alten, abgenutzten Holzstuhl, und trank einen Schluck Kaffee aus seiner alten, vergilbten Porzellantasse. Er hatte Erica längst vergessen und überlegte sich, was er heute wohl im Garten machen konnte. Irgendwas gab es ja immer. Letztens hatte er ein Buch in der Hand gehabt über seltene Pflanzenarten, und wie man aus einer ganz simplen Kreuzung mehrerer Alltagspflanzen erzeugen könnte. Vielleicht würde er das heute ausprobieren.
Eine Kakerlake rannte über den kleinen Tisch. Carl schnippte sie weg. Sein Blick schweifte rüber zur alten Spüle, in der sich das Geschirr stapelte. Vor der Spüle stand der Mülleimer, der auch mal wieder geleert werden müsste. Vor allem deswegen, weil er vor drei Wochen alte Milch weggeworfen hatte, und die machte sich nun nasal bemerkbar.
Über der Spüle hing ein Holzbrett an der Wand mit vier langen Messern. Die benutzte er häufig um seine Pflanzen zu stutzen. Seine schönen, seltenen Pflanzen. Alle gezüchtet aus Kreuzungen normaler Pflanzen. Und noch immer hatte er noch nicht alle Exemplare, die er gerne haben wollte.
Aber dennoch, sein Garten war ein wahres Paradies.
Seine Gedanken wurden unterbrochen, als es an der Tür klopfte; die Klingel war schon seit Jahren kaputt. Ihm fiel die Schnepfe von Nebenan ein. Seufzend erhob er sich und humpelte zur Tür. Und tatsächlich – sie war es.
„Nun, Mr. Krelborn, haben Sie es sich überlegt?“, fragte sie mit hoher Stimme. Sie trug ein geblümtes Kleid, welches ihren fülligen Körper noch fetter erschienen ließ. Auf dem Kopf hatte seinen Strohhut, um sich vor der Sonne zu schützen.
„Wo woll'n Sie denn mit diesem Aufzug hin?“, fragte er.
„Wo ich – Mr. Krelborn! Heute ist Sonntag! Und wie jeder normale Mensch auf dieser Welt, gehen wir Sonntags in die Kirche. Übrigens ein weiterer Ort, in dem Sie wahrscheinlich nicht erwünscht sind.“
Carl grunzte nur.
„Also, was ist nun?“, fragte sie und stemmte ihre zu Fäusten geballten Hände in die Hüften.
„Was ist was?“, fragte er wieder.
Mrs. Steward stöhnte. „Werden Sie das Haus reparieren? Und den Garten ordentlich herrichten?“
„Einen Scheiß werde ich tun“, sagte Carl sofort. Er neigte seinen Kopf aus der Tür, um zum Haus der Stewards starren zu können. Da standen sie alle und waren bereit, in das Familienauto einzusteigen: Der Vater, ein Mann in den vierzigern, der sich noch verdammt gut gehalten hatte, die beiden jüngsten Sprösslinge und die Tochter, die wohl auch in der Kirche einen so knappen Mini-Rock trug, dass der Herr rot werden

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