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Kategorien > Aus dem Leben > Nachdenkliches

Der Geschichtenerzähler erzählt: Azurblau

von Alucard

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Für eine gute Freundin, der ich diese 3. Geschichte des Erzählers zum Geschenk machen will. Nicole, sie gehört ganz alleine dir. Ich hoffe du hast einen wunderschönen Geburtstag und noch ein erfülltes Leben. Ich habe dich lieb und danke, dass du auch mir zugehört hast. Auch wenn sich unsere Wege irgendwann trennen, werde ich dich auf ewig in einem Teil meines Herzens behalten. Möge das Feuer in deinem Herzen niemals erlöschen und irgendwann wirst du deinen Weg finden, früher oder später.
In Liebe Raphael

Der Geschichtenerzähler erzählt: Azurblau

Der Regen klatschte gegen die schmucklosen Fenster des Gasthauses. Die ganze Taverne schwieg, bis auf Einen. Er hatte graues, verfilztes Haar, das ihm bis zu den Schultern reichte. Die Tränensäcke hingen ihm knapp über dem Kinn. Er sah alt aus und wenn man ihn so betrachtete, würde man denken, seine nächste Flasche Rum würde sein Todesurteil sein. Doch dem war nicht so. Er setzte an und trank. Als er sie wieder von seinen Lippen absetzte, erzählte er weite ohne vom Stuhl zu fallen:

Alles brannte. Ein Inferno, das wütete. Wieso nur? Wie konnte so etwas passieren? Die Berechnungen hatten doch gestimmt. Mit Schweißperlen auf der Stirn lehnte der Doktor an der Wand seines Labors.
Das hätte nicht geschehen dürfen. Die Maschine hätte nie explodieren können. Doch, war es geschehen und nun brannte die gesamte Stadt. Es war seine Schuld. Seine Fahrlässigkeit.
Die Zornestränen traten ihn aus den Augen, als er noch, im brennenden Labor, versuchte auf seiner Tastatur Befehle einzutippen, die sowieso nichts mehr retten können. Denn kein technischer Befehl konnte einen Großbrand löschen. Als er kurz vor dem Aufgeben war, um zu fliehen, stürzte ein brennender Dachbalken herab und erschlug ihn.
In der ganzen Stadt flohen die Menschen zu den Häfen, um sich in Sicherheit zu bringen. Sie mussten die Insel verlassen. Sehr bald schon würden die Flammen auf den Wald überschlagen. Dann würde die gesamte Stadtinsel brennen und nichts würde dort mehr überleben können.
So rannten alle Insulaner Richtung der lebensrettenden Hafen, die um die Insel verteilt waren. Viele starben bei dem Versuch. Entweder wurden sie von der panischen Masse zertrampelt oder sie wurden von herabstürzenden Balken und Steinen erschlagen.
Nur ein junger Mann lief in die entgegengesetzte Richtung, direkt auf das Stadtzentrum zu.
Sein Name war Elocin und er hatte eine Aufgabe. Seine Verlobte war noch auf der Insel und er würde nicht ohne sie gehen. Er musste die Prinzessin retten, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln.
Ein Regelwerk auf der Insel lautete, dass der König und seine Familie mit dem Reich untergehen sollten, bei einer Katastrophe. Das würde Elocin jedoch nicht zulassen. Er liebte die Prinzessin über alles. Er würde sie niemals sterben lassen.
So machte er sich auf den gefährlichen Weg, die Prinzessin von Atlantis zu retten.

„Gib sie mir!“
„Wieso? Sie ist eine Tochter von Königen. Sie hat die Verpflichtung, das Ende ihres Volkes mit anzusehen. Genau wie ich und meine Frau. So heißt es uns, unser Gesetz. Stelle dich nicht zwischen mich und meine Tochter. Geh, und bring dich in Sicherheit. Noch hast du vielleicht eine Chance. Ich wünsche dir viel Glück.“, mit diesen Worten wandte sich der letzte König von Atlantis um, um zu gehen.
„Ich gehe nicht ohne deine Tochter!“
Der alte König blickte voll Trauer auf den Jüngling, der ihm seine Tochter nehmen wollte.
„Dann wirst du sterben.“, der Alte zog sein Schwert. Der Griff bestand aus purem Gold und war mit azurblauen Diamanten verziert. Die Klinge selbst, bestand aus purem Diamant. Diese glitzerte bläulich im Mondlicht. Noch waren die Flammen nicht zu dem Schloss vorgedrungen. Elocin hatte noch Zeit.
„Alter Narr! Ich will nicht gegen dich kämpfen. Wieso fliehst du nicht mit deiner Familie? Niemand wird sich der Tradition erinnern. Die ganze Insel wurde evakuiert. Bitte komm mit.“
Der König antwortete nicht. Er starrte den jungen Mann an. Dann lächelte er: „Elocin, dein Herz ist rein. Du wirst für mein Volk einen neuen Platz finden. Nimm das Schwert von Atlantis und lasse mich meine Entscheidung nicht bereuen.“
Er legte das Schwert vor sich und nahm einen gläsernen Dolch zur Hand. Bevor Elocin hätte reagieren können, rammte er sich den Dolch in sein altes Herz. Der stolze König von Atlantis war sofort tot.
„Vater!“, die Prinzessin kam aus einer nahen Tür gestürmt. Sie hatte die ganze Szene beobachtet.
Elocin sah betrübt zum Leichnam. Doch vergingen einige Sekunden bevor er etwas sagte: „Geliebte, wir müssen fliehen. Komm! Hole deine Mutter und dann lass uns von hier verschwinden.“
Die Prinzessin starrte zu Elocin: „Meine Mutter hat sich auch das Leben genommen. Genau wie mein Vater.“ Sie begann zu weinen.
„Leonic, weine nicht. Wir werden trauern, aber erst wenn wir aus dieser Hölle entkommen sind.“, er nahm sie bei der einen und das Schwert von Atlantis in die andere Hand. Zusammen machten sie sich auf den langen Weg zu den Häfen.
Wie durch ein Wunder kamen sie aus dem Schloss, über die Hauptstraße, ohne nur ein herhabfallenden Stein auf den Kopf zu bekommen.
Wenige Meter vor ihnen, sahen sie den Hafen. Ein Schiff noch lag dort vor Anker. Es würde nicht mehr lange verweilen.
Elocin und die Prinzessin Leonic rannten los. Es kam ihnen vor, als würde das rettende Schiff nicht näher kommen. Sie konnten rennen wie sie wollten, doch war es immer noch etwa 100 Meter entfernt.
Aus den 100 Metern wurden 90. 80. 70. 60. 50...
Elocin stolperte über einen Stein und das Schiff löste die Leinen. Es geschah alles auf einmal. Die Prinzessin brauchte einige Sekunden, um zu begreifen, dass ihr Liebster nicht mehr hinter ihr lief. Sie blieb stehen.
„Lauf weiter!“, schrie er, „Ich komme nach.“ Sie war viel zu perplex, als nicht auf ihn zu hören. Der Rauch wurde dichter und die Flammen stiegen gen Himmel. Das Schiff war nur noch ein Schemen im Dunst.
Leonic rannte weiter und ließ ihren Geliebten zurück, nach seinem eigenen Wunsch. Als sie das Schiff erreichte, sah sie noch wie ein Matrose, sie erblickte, dann fiel sie in Ohnmacht. Der Sauerstoffmangel und die Anstrengung waren zu viel für sie gewesen.
Sie erwachte in einem Bett. Es war so weich, dass sie eine Weile brauchte, um zu merken, dass sie nicht in ihrem Schloss lag.
„Wo ist Leonic? Wie lange habe ich geschlafen?“, das waren ihre ersten Gedanken.
Der Kapitän des Schiffes kam in ihre Kammer: „Guten Morgen, Prinzessin. Ich hoffe sie haben sich erholt. Sie waren nun schon 3 Tage weggetreten. Wir machten uns schon Sorgen.“
„Wo ist Leonic?“, sie schrie mehr, als das sie fragte.
„Wer? Außer ihnen, haben wir keinen an Bord genommen. Sie waren die Letzte und hätten wir länger gewartet, hätten die herabfallenden Steine das Schiff beschädigt. Es tut mir Leid.“

Wo einst die prächtige Insel Atlantis lag, sah man nur noch einen kleinen Fels aus dem Wasser ragen. Er hatte die Farbe von Ebenholz. Reines Schwarz. Auf dem Felsen lag

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Kommentare

Bina schrieb am 2007-07-13 11:06:46:
Wieder einmal eine gelungene Geschichte deinerseits.
Wie Anariel schon angemerkt hat, scheint es so als hättest du dich zum Schluß mit den Namen vertan.
Aber trotzdem eine wunderschöne Geschichte....
Weiter so

PS.: Nochmals danke für deine ergreifenden Kommentare zu meinen Geschichten

Alles Liebe

Bina
Alucard schrieb am 2007-07-11 20:31:37:
Danke euch beiden ;-) und Anariel, dass geht nicht nur dir so mit dem ü, ä, und so ^^
sina franke schrieb am 2007-07-11 15:56:47:
ein ergreifendes, sehr gelungenes werk. es hat mir sehr gefallen es zu lesen.
ganz liebe gruesse
sina
Anariel schrieb am 2007-07-11 02:43:38:
Auch sehr schoen geschrieben, aber irgendwie komme ich nicht ganz mit?
Weiss aber nicht so ganz genau an was das liegen mag. Vielleicht lese ich sie noch ein mal.

Hmm, du hast da am Ende die beiden namen verwechselt. Da ruft am Ende Leonic: wo ist Leonic?

Hmm...mit den Kommis ist es derzeit eh bisserl schleppend und weniger, finde ich. Stehen schon etliche Gedichte von mir hier auf dieser Seite und wurden noch nicht kommentiert, was ich schade finde. Hoffe das wird bald mal besser.

Es ist einfach etwas bedrückend, wenn man seine Zeit in diese Geschichten und Gedichte investiert, sie zudem hier veröffentlicht und dann sagt keiner, oder kaum einer etwas dazu.

Nun denn, davon lassen wir uns nicht abhalten, oder?

Es gruesst
die Nomadin, Anariel

P.S. wundere dich nicht darüber, dass ich derzeit in den Kommis etwas seltsam schreibe, aber es scheint, das hier im Moment etwas bei Storieparadies spinnt, bzw es verfrazelt diverse Buchstaben wie das scharfe s,oe, ae,anführungszeichen usw.

winke

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