Der Geschichtenerzähler erzählt: Homunkulus
von
Alucard
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Er erwachte mit klopfendem Herzen. Was war das für ein Traum? Eine Frau, die vor einer riesigen Gruppe von Menschen stand. Sie war alt, doch wunderschön gewesen. Etwa in seinem Alter. Doch ihr Aussehen verblasste, wie es bei Träumen nun mal so üblich ist. Der alte Mann richtete sich auf, streckte sich und begann langsam sich zu erinnern, wo er war.
Der Raum, der kleinen Kneipe war voller Menschen. Doch schliefen sie alle. Manche noch mit einem Bierkrug in der Hand.
Nur der Junge war schon wach. Er war gerade dabei die Theke zu putzen, als der alte Geschichtenerzähler sich an die Bar setze und mit kehliger Stimme sagte: „Has’ du noch ne Flasche Bier?“
Der Junge lächelte: „Herr, ich glaube sie hatten gestern Abend schon mehr als genug. Meinen sie nicht auch?“
Der Erzähler sah das lächelnde Knabengesicht: „Du willst also verhandeln? Na ja, wenn’s beliebt. Du bekommst eine neue Geschichte zu hören, wenn ich einen Bierkrug bekomme, voller Bier.“
Der Junge reichte ihm den Krug und setzte sich voller gespannter Erwartung auf die Theke, während der Alte sich räusperte:
Die Apparaturen zischten leise vor sich hin. Viele solcher Maschinen standen in dem kleinen Raum gedrängt. Einige sahen so kurios aus, dass man sie nicht beschrieben konnte mit dem menschlichen Wort.
In der Mitte stand ein brauner Tisch. Er war aus altem, dunklem Eichenholz. So voll wie das Zimmer war, so leer erschein der Tisch.
Nur eine einzige, kleine Gestalt lag auf ihm.
Der Wicht hatte die Größe eines Apfels, doch sah er genau so aus, wie ein normaler Mensch.
Sein langes, rotes Haar fiel ihm über die kleinen Schultern. Er hatte einen recht muskulösen Körper, der wunderschön war, wäre nicht dieser Fehler gewesen.
An der Stelle, wo bei den Menschen das Herz liegt, war bei dem kleinen Geschöpf ein schwarzes, klaffendes Loch. Doch nicht, dass das schon schrecklich genug wäre.
Das Herz schlug ganz natürlich. Nur hing es an wenigen Fäden aus dem Loch und baumelte vor dem Bauch des Wesens.
Doch schien dieser kleine Fehler, dem kleinen Mann nicht zu schaden. Als er die haselnussbraunen Augen aufschlug, sprang er kurz darauf auf seine winzigen Beine und begann zu tanzen, als wolle er seine körperlichen Fähigkeiten austesten.
Sein Herz wippte im Takt, mit dem er gerade einen Walzer tanzte.
Auf seinem Gesicht breitete sich ein Lächeln aus und seine Tanzbewegungen wurden immer energischer. Er war wie in Extasse.
Sein langes Haar wehte um seine nackten Schultern, als er sich mit ausgebreiteten Armen wie wild im Kreise drehte. Man konnte aus seinem Munde ein leises, glückliches Lachen hören. Er lebte.
Dann verdunkelte sich der Himmel über dem kleinen Mann und im nächsten Augenblick war es vorbei mit dem Tanz.
An der Stelle, an der soeben ein glückliches Wesen seine Kreise gedreht hatte, sah man nun eine geballte Faust. Sie war im Vergleich riesig. Unter ihr sah man Blut und Gedärme.
Als sich die Faust zurückzog waren nur noch eine Blutlache und ein Klumpen vom Männlein übrig.
Eine laute, donnernde Stimme erhob sich im Raum: „Wieder ein misslungenes Experiment und wieder war es das Herz. Wann nur, oh Herr, werde ich einen guten und brauchbaren Homunkulus erschaffen können?“
Der Junge war noch ganz sprachlos. Es dauerte eine Weile, bis er merkte, dass der alte Mann geendet hatte.
„Diese Geschichte war ja kurz.“, klagte er. Doch der Alte lachte nur: „Nicht immer sind die großen Dinge wertvoll. Wie du soeben gesehen hast, sind auch ganz winzige Dinge komplexer, als es auf den ersten blick den Anschein hat.“
Der Erzähler nahm einen Schluck Bier und trottete zu seiner Schlafstelle zurück. Vielleicht würde der seltsame Traum mit der Frau zurückkehren. Er erwartete es sehnsüchtig, als er schließlich die Augen schloss.
A.d.A.: Und wiedre melde ich mich mit eienr Geschichte zurück. Viel spaß beim Lesen, der 4. geschichte des Erzählers... langsam beginnt das Leben des Erzählers und wir beginnen merh zu erfahren, über ihn, der tagtäglich in dre Kneipe sitzt und trinkt und erzählt...
Ich sage meinen Dank.
Gruß Raphael
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Kommentare
Alucard schrieb am 2007-11-18 20:37:20:
danke anariel^^
Jaja... wenn der alte Narr wüsste, was ich noch mit ihm vorhätte würde er sich en Kugel durchn kopf scheißen ;-)
Anariel schrieb am 2007-11-18 13:11:08:
Ich mag diese kleinen Geschichten von deinem Erzähler, aber langsam bin ich schon gespannt, was es mit diesem eigentlich auf sich hat.
Oben hast du nen kleinen Buchstabendreher drin...."so leer erschein der Tisch" statt erschien.
Mit ieben Grüßen
Anariel
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