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Kategorien > Kurzgeschichte > Liebe

Der Hausmeister

von Nachtwanderer

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letzten Gedanken in dieser Nacht galten ihr. Bevor der Schlaf über ihn kam dachte er noch an das Geschenk für seine Liebste, aber immer noch schien ihm nichts gut genug für sie.

Am nächsten Morgen erinnerte er sich an die seltsamen Ereignisse der vorangegangenen Nacht und er nahm sich vor bei Tag zu prüfen, was das Licht ausgelöst haben könnte. Nach Spuren wollte er suchen, nach einer Erklärung, doch ihm fiel nichts ungewöhnliches auf. Da war alles wie immer, die Eisenpforte war verschlossen, die Laterne stand wo sie immer stand, die letzten Rosen des Jahres leuchteten im Morgenlicht in ihrem schönsten Rot, und nichts schien ihm auffällig zu sein. Er entschied sich den nächtlichen Vorfall zu vergessen, doch in der folgenden und darauf folgenden Nacht wiederholten sich die Ereignisse auf dieselbe Art.

So vergingen drei Tage und drei Nächte, es war ihm unheimlich geworden und er konnte sich nur erklären, dass es sich um einen technischen Defekt handeln musste. Noch am selben Tag fuhr er in die Stadt und kaufte einen neuen Bewegungsmelder und etwas Fett für das alte Tor. Gar nicht weit entfernt wohnte sie jetzt, und bei der Gelegenheit dachte er an sein Geschenk. Etwas ganz besonderes sollte es sein und er durchkämmte viele Geschäfte, aber nichts schien ihm kostbar genug, um ihr Herz zu erreichen.

Am Nachmittag kam er heim, ohne ein Geschenk, der neue Bewegungsmelder und ein kleiner Topf mit Schmieröl waren seine einzige Beute. Mit einer Schere und verschiedenen Werkzeugen beladen schritt er die Allee entlang. So bereitete er alles vor, um das zum Eigenleben erwachte Bauteil auszuwechseln. Zuvor strich er noch sorgfältig das Fett auf die Scharniere der alten Pforte, bis sie wieder leise und leichtgängig zu öffnen war. Um die eigenwillige Leuchte zu reparieren war es nötig den Rosenstock zurück zu schneiden, der sie schützend umwuchs, und so schritt er zur Tat.

Schade, dachte er, bevor er begann, sie blühen noch so wunderschön. Es tat ihm fast ein wenig weh, als er die erste Blüte abschneiden wollte, die besonders weit hinausgewachsen war, und es sah so aus als würde sie versuchen sich dagegen zu wehren, indem sie im Herbstwind immer wieder seinen Schnitten entfloh. Bald wird ihr wundervolles Rot verblasst sein, wie vergänglich doch alles ist, waren seine Gedanken, als er sie brach.

In der folgenden Nacht kam dann der erste Frost und kleine Eisblumen blühten auf den sonst beschlagenen Scheiben seines Heimes. Von diesem Tag an haben sich die nächtlichen Vorfälle nicht wiederholt, das alte Tor blieb geschlossen, und noch lange wünschte er sie käme zurück, doch es sollte nie geschehen. Bis zuletzt dachte er, „Ein Geschenk müsste ich ihr machen, ein wundervolles Geschenk, das kostbar und edel genug für sie sei.“

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Kommentare

franke, sina schrieb am 2009-10-21 21:41:35:
so etwas habe ich noch nie gelesen. es ist wundervoll und traurig und schön und irgendwie schade, dass die geschichte schon vorbei ist.
also wirklich, du hast einen hervorragenden schreibstil, weltklasse. deine fuehrung ins detail, deine aussprache, einfach toll.jedoch an manchen stellen sind mir kleine gramatikfehler aufgefallen, die aber weiter nicht stoerren.
ich konnte nich aufhoeren die geschichte zu lesen, meine finger haben haltlos gepiddelt und ich war ganz nervoes was nun als naechstes passieren wuerde... wirklich ganz ganz ganz klasse geschrieben.

ich werde mehr von dir lesen

lg

sina

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