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Kategorien > Kurzgeschichte > Gedanken

Der Heimweg

von Basther

1

Eine Straße. Durcheinander. Geschrei. Tränen. Ängste. Panik…

Wüste. Ein Mann lag auf den Boden. Ein älterer Mann kam vorbei und schaute sich den anderen an.
Er, der dort liegende, schien den Alten gar nicht zu bemerken.
Der alte Mann kam näher, schaute ihn noch genauer an
„Was machst du hier? Schläfst du hier?“ fragt der Alte.
Leicht verträumt schaute er in die Augen des alten Mannes.
Er erblickte einen tiefen dunklen Abgrund am deren Ende er schimmernd die Sterne wahrnahm, die sich am Himmelzelt befanden.
In seinem Kopf fand er die Gedanken eines kleinen Jungen wieder, welchem auffiel, dass seine Zudecke einen neuen Bezug bekommen hatte.
„Aha“, sagte er erfreut, da er von dem alten Mann keinerlei Gefahr vermutete. „Ich vernehm, dass sich die Tageszeit geändert hat. Wurde ja auch mal Zeit, war ja auch lang genug hell. Tag. Tag, Tag, Tag. Immer dieser Tag und die Hitze. Aber, wie frohlockend, sehe dir die Sterne an. Eine wahre Pracht, oder meinst du etwa nicht?“
„Stimmt wohl der Herr“, der der Alte recht verdutzt von sich. „Aber sag mir doch endlich, schläfst du nun hier? Ich hab hier seid Gottgedenken keinen Menschen mehr gesehen“.
Immer noch, wie in einem freudigen inneren Tanz, gab er den alten Mann einen Klaps auf die Schulter, als er sich nach oben begab um den Sternen ein bisschen näher zu sein.
„Schlafen, gehen, denken, tanzen, essen, trinken… ja… und auch die weiteren menschlichen Notdürfte vollbringe ich hier. Ist das nicht fabelhaft? Ist es nicht einfach wunderbar? Und hörst du dass?“, fragte er seinen Besucher, „kannst du dass hören?“
Immer noch irritiert und anscheint auch durcheinander antwortete er zunächst mit einem kurzen „hä?“. Ist zwar nicht höfflich, erfüllt aber seinen Zweck.
„Hörst du nichts? Abgesehen von meinen Worten und den prächtigen Wind? Nichts? Nicht mal ein bisschen?“
Die Irritation wich und wurde von einer leichten Aggression abgeklatscht.
„NEIN!!“, gab er barsch von sich. „Nein, ich höre nichts, rein gar nichts. Nicht mal ein bisschen. Gottverdammt noch mal! Hier gibt es doch nichts zu hören… noch nicht mal nichts… Sogar der Wind hat sich mir entrungen. Immer diese Stille und jetzt auch noch ein dahergelaufener Irrer!“
„Irre? Ich? Dann geh, wenn du mich für verrückt erklärst und die Stille nicht hören kannst. Aber bevor du gehst, verrate mir doch, warum hast du ein Messer und ein Korb bei dir?“
„Die Antwort findest du in deiner Aussage. Ich will gehen. Ich halte es nicht mehr aus. Ich lauf hier schon seit Ewigkeiten herum. Ich weiß gar nicht mehr wie lange. Ob es Tage sind, Monate oder gar Jahre? Ich kann es nicht sagen. Und da laufen mir nichts bringt, dachte ich mir, buddele ich mich doch aus dieser Einöde heraus. Deswegen trage ich Messer und Korb bei mir. Ich weiß zwar nicht mehr genau wann, oder wo ich die Sachen gefunden habe, aber einen geschenkten, oder einen gefundenen Gaul schaut man ja bekanntlich nicht ins Maul. Außerdem sind mir die Gegenstände eine große Hilfe. Das Messer dient mir als Spatenersatz, ist zwar nicht so toll, aber besser als nichts und den Korb brauche ich, um den Sand aus dem Loch zu transportieren“.
„Aha, da frag ich mich doch wer von uns beiden der Irre ist. Bitte, aber wo bist du denn am b-u-d-d-e-l-n? Darf ich dein Loch mal sehen, allerdings auch nur, wenn es nicht allzu weit weg ist“.
„Klar, ist kein Problem. Da musst du mir nur folgen. Es befindet sich einen kleinen Marsch von hier entfernt… Vielleicht zehn- oder fünfzehn Minuten“.
So gingen sie los.
Gingen durch die Wüste. Durch die Einöde des Alten und durch das schiere Paradies des anderen. Obwohl die Nacht mit aller Kraft Nacht sein wollte, so schenkten die Sterne und der Mond, die nahezu greifbar nah zu sein schien, ein warmes und freundliches Licht.
Ein Fuß vor den anderen. Immer im Wechsel. Eine gleichmäßige Schrittfolge. Links, rechts, links, rechts…
Während der Alte starr seinen Weg ging, wird er von seinen Begleiter plötzlich umtänzelt. Wie im Freudenrausch.
„Schau dir die Nacht an und hör auf die Stille!“, schrie er.
Ohne jegliche Beachtung sagte der Alte, da sie da währen.
Und wohl war, es war ein beachtliches Loch, dachte sein Begleiter, während er darein guckte.
Dann schaute er sich den alten Mann an und just in dem Moment, als er seine Gedanken aussprechen wollte, fällt ihm was auf.
Im Mondschein, welcher anscheint die Funktion eines Scheinwerfer übernommen hat, merkt er, wie der Alte eine unglaubliche Ähnlichkeit mit ihm angenommen hat. Nur älter und irgendwie schmuddelig, halb kränklich. Doch so heller der Mond zu scheinen vermag, desto gepflegter und ansehnlicher erscheint ihn sein Äußeres.
Plötzlich hört er ein Klopfen und fragt den Alten, was dies für ein Klopfen sei.
Er wisse es nicht, gibt der alte Mann etwas enttäuscht von sich, doch dieses Klopfen sei der Grund, war er hier angefangen habe zu buddeln. Dass er vermute, dass sich dort der Ausgang befinde.
Er folgt dem Klopfen und lässt den alten Mann hinter sich. Er steigt in das Loch hinab. Er dreht sich um und bemerkt, dass der alte Mann immer kleiner und kleiner wird.
Das Klopfen wird lauter, immer lauter.
Er spürt irgendein komisches Zucken am ganzen Leib. Es wird stärker, immer stärker.
Klopfen, zucken, nahezu elektrisch. Ein helles Licht.

Wir haben ihn zurück. Er vernimmt eine erleichterte Stimme. Wir haben es geschafft. Er lebt.


Ich habe mich für eine neue Haupt- wie Unterkategorie entschieden, weil… ja einfach nur aus dem Grund, da ich nicht wusste, wie es besser unterkriegen konnte.
Die Unterkategorie Gedanken habe ich gewählt, weil mir diese Geschichte eingefallen ist, als ich über das Sterben und das Leben nachgedacht habe.
Ob man, wenn gestorben ist, oder besser gesagt, am sterben ist, zurückkommen will, oder lieber nicht und bei wem die Entscheidung liegt.

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Kommentare

Shenna schrieb am 2006-11-09 00:05:20:
schön, spannend, bildlich geschrieben. ja da steckt charakter dahinter.
auf die Frage, die du dir gestellt hast, finde ich dass eine sehr interesannte und fantasievolle antwort.
new_entry schrieb am 2006-10-07 15:25:48:
Der Inhalt deiner Kurzgeschichte gefällt mir recht gut. Es ist ein thema, dass du auf wirklich interessante Weise
umgesetzt hast. Am Anfang deiner Story gefallen mir Sprache und Stil nicht so gut. Du solltest darauf achten ständige
Wiederholungen zu vermeiden. Zu Beginn gibt es mir da zu viele wie z.B. "alter Mann". Auch die Rechtschreibung
ist an manchen Stellen nicht richtig, was die Bedeutung der Wörter teils verändert und daher den Lesefluss unterbricht.
Im Fortlauf der Story gefällt mir der Stil allerdings zusehens besser. Die häufige Verwendung von Ellipsen finde ich sehr gut, weil du sie wirklich gezielt einsetzt.
Arbeite noch ein bisschen an Stil und Sprache, denn deine Geschichte hat Potential.
vlg;-D

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