Der Jäger
von
Anna
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Der Jäger saß auf der Lauer. Er schaute durch sein Fernrohr, und als er gefunden hatte, was er sucht, wechselte er es in die andere Hand und hielt jetzt ein Scharfschützengewehr. Er beobachtete sein Opfer durch den Cursor seines Zielfernrohres und atmete langsam und gleichmäßig. Bald hatte er seinen Auftrag erfüllt. Nur noch ein Schuss trennte ihn von der ganz großen Kohle.
Genüsslich drückte er ganz langsam den Abzug, bis er zu dem Ende, nach dem sich zweifellos der Schuss löste, gelang. Er atmete noch einmal. Dann geschah es: Das Mündungsfeuer flammte auf, die Kugel flog und bahnte sich ihren Weg mit einer unglaublichen Geschwindigkeit. Nach nicht mal einer Sekunde traf sie auf Widerstand, trat mit einem Krach in die Schädeldecke ein. Das Projektil ließ sich nicht aufhalten, schlug sich seinen Weg durch Gehirn, Nervenbahnen und Blut, Unmengen an Blut.
Der Schütze betrachtete sein Werk: Der Torso des toten Mannes lag auf dem Boden, zuckte nur noch einmal und lag dann still. Der Blick ging in die Luft, brach, der Kopf, oder vielmehr, das was noch davon übrig blieb, verdrehte sich und endlich war das Werk vollendet. Das Opfer lag in einer riesigen Blutlache, das ehemals schöne Gesicht bis zur Unkendlichkeit zerstört.
Der Schütze sammelte seine Sachen zusammen, sein Gewehrt, das Fernrohr, die ungebrauchten Projektile und die Hülse des Verschossenen. Er sah sich noch einmal um, ob er Spuren hinterlassen hatte und rannte aus der Lichtung, zu seinem Auto. Früher musste es wohl einmal ein weißer Porsche gewesen sein, aber jetzt war das Auto braun. Braun von dem Schlamm, von den toten Insekten an den Scheiben und der Trauer. Der Mörder fuhr immer mit diesem Auto. Er mochte es, mit ihm war er nahezu unsichtbar. Bis jetzt hatte sich niemand an sein Auto erinnert. Und er war entschlossen, jeden Zeugen zu beseitigen, der ihm in den Weg kam.
Unter seinem Sitz lag eine Pistole, die andere war im Handschuhfach. Das Gewehr brachte er im doppelten Boden des Kofferraums unter. Sitzend entspannte er noch einmal. Bald würden Polizisten auftauchen, sicherlich. Sie würden Reifenprofil finden, es jedoch nicht einordnen können. Der Mann würde tot sein. Sie würden zu spät kommen. Viel zu spät.
Gelassen machte er den Motor an, ließ ihn nicht aufheulen und schaltete gemächlich in den ersten Gang. Der Feldweg war schlammig, aber die Reifen griffen gut. Wenige Minuten später war er auf einer asphaltierten Straße und fuhr Richtung Süden. Er hatte sich eine Marlboro angezündet und rauchte.
Der Job war erledigt. Er hatte keine Spuren zurückgelassen. Auch stand er zu keiner Zeit mit dem Mann in Verbindung, er kannte ihn nicht einmal. Er wollte nur das Geld. Von wem er das bekam oder warum, das war ihm egal. Die Polizei hatte schon einmal an seiner Tür gestanden. Aber nur zufällig.
Die Sonne stand hoch am Himmel, lange Schatten fielen. Bald würde er auf seinem Sofa liegen, einen Whiskey trinken und lesen. So war sein Leben. Und er hoffte, dass sich das nicht im Geringsten ändern würde.
Seine Arbeit würde immer weiter bestehen. Immer würden Menschen zu feige sein, selbst das schmutzige Handwerk des Mordens zu verüben und immer würde es Leute geben, die das beherrschten.
Zu ihnen gehörte er nun schon seit Jahren. Er hatte sein Handwerk gelernt, wirklich gut gelernt. Niemand war besser als er. In über 20 Ländern war er schon gewesen, hauptsächlich beruflich. Er hatte über 150 Menschen getötet und wurde in mindestens 200 Verfahren vergebens gesucht. Schwarzfahren, Diebstahl, das waren Sachen, die einen flüchtenden Mörder weiter brachten und die getan werden mussten, weil sie nötig waren. In einer einzigen Notlage hatte er einmal einen Polizisten ermordet. Das war gegen seine Vorsätze. Und die wollte er niemals wieder brechen...
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Kommentare
ICh schrieb am 2007-10-17 17:05:27:
Ich finde sie gut
Mr B. schrieb am 2007-06-14 17:46:14:
Naja... das lass ich wohl lieber unkommentiert!
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