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Kategorien > Fantasie > Fantasy

Der Kristall

von CuChulllain

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Der Kristall

Eiskalter Wind heulte über das Land und raubte ihm den Atem. Kleine Schneeflocken, die schmerzhaft in sein Gesicht schlugen und brennende Spuren hinterließen, verringerten seine Sicht. Ihm war, als ob er sich in einer anderen Welt befand. Einer Welt aus Eis und Schnee, Kälte und der endlosen Weite des Landes. Es war das erste Mal, dass er diesen Teil der Welt betrat. Schnee und Eis waren ihm gänzlich unbekannt. Um herauszufinden was Schnee war, nahm er etwas davon in den Mund. Das weiße Zeug biss wie Feuer und verschwand im selben Moment wieder. Die Verwirrung war ihm deutlich ins Gesicht geschrieben. Er wiederholte den Versuch und wurde mit demselben Resultat belohnt. Doch jetzt, Wochen später wusste er was es war. Seine, im Moment einzige Möglichkeit zu überleben. Denn Schnee gab ihm Wasser und dies war das einzige was ihm noch am Leben hielt. Manchmal wenn die Kälte unerträglich wurde, der Wind seine gewaltige Kraft ihm entgegen schlug und der Schnee wie kleine Nadeln in seine Haut stach, fragte er sich wozu überhaupt er dieses Opfer der Menschheit entgegenbrachte. Doch noch ehe der Gedanke vollendet war, wusste er bereits wieso. Die Erinnerungen waren alt und doch so frisch und schmerzhaft, wie an dem Tag seiner Flucht vor den Soldaten des Königs. Gejagt hatten sie ihn. Getrieben bis zur Erschöpfung. Des Mordes hatten sie ihn angeklagt. Ein blutrünstiger Mörder, der seine Opfer auf bestialische Art und Weise zu töten pflegte. In einer kleinen Höhle unter dem Schnee, eng zusammengekauert, betrachtete er sich in einer kleinen Spiegelscherbe. Ein ansehnlicher Mann. Leicht gebräunte Haut, Haare von einer Farbe die den Glanz von Gold besaß, ein Gesicht so edel geschnitten wie die eines Königs und Augen so schwarz wie die Nacht, in denen eine Flamme zu brennen schien, die ihm einen wilden Ausdruck verlieh.
Was hatte er getan das die Menschen ihn so fürchteten. Verantwortlich gemacht für Dinge die er nie begehen würde. Das Leben war ihm heilig, nie würde er töten. Eine kleine Träne suchte den Weg durch seine Bartstoppeln und fiel zu Boden. Man konnte förmlich sehen wie sie im Flug gefror. Sie haben es nicht anders verdient, sie waren uns gefährlich. Los geh du bist noch nicht fertig. Du musst töten…tu es… Der Mann schrie vor Qualen auf. Er wollte, dass sie aufhören, diese Stimmen in seinem Kopf. Sie waren nicht er. Er war nicht sie. Mir unglaublicher Anstrengung verbannter der die Stimmen tief in seinem Bewusstsein. Mit der puren Energie eines Verzweifelten, sprengte er die Wände seiner kleinen Schneehöhle und schnellte ins Freie. Ein gewaltiger eisiger Windschlag ließ ihn nach hinten taumeln und unbeholfen rückwärts in den Schnee stürzen. Minuten lang, für ihn fast eine Ewigkeit blieb er so liegen bis er langsam wieder zu sich kam und klar denken konnte. Ihm wurde kalt und wieder beschritt er den Weg des Todes. Stunden kämpfte er sich durch Eis und Schnee, solange bis ihn seine Beine nicht mehr trugen. Doch er musste weiter und so kroch er, bis die Nacht herein brach. Mit letzter Kraft buddelte er sich eine kleine Höhle, in der er, kaum fertig gestellt, in tiefen Schlaf fiel. Doch der Schlaf war nicht sehr erquickend, denn die Stimmen kamen wieder und drängten ihn zu töten. Leise flüsterten sie ihm ihre grausigen Ideen, ihre wahnsinnigen Vorstellung ins Ohr. Erschufen Illusionen vor seinen Augen in denen töten die letzte Möglichkeit war. Der Mann, blutig gekratzt von seiner eigenen Hand, wand sich in seiner kleinen Höhle vor unbeschreiblichen Qualen. Mal weinte er wie ein kleines Kind, dann schrie er vor Wut, schluchzte vor Verzweifelung und brüllte vor Hass. Erst lange Zeit später, nachdem sein Körper vor Kälte erstarrte, verebbte der Schmerz und ließ ihn einschlafen.
Gleichmäßig hob und senkte sich seine Brust. Sein vor Schmerz entstelltes Gesicht entspannte sich. Ein kleines Lächeln stahl sich darauf, während er endlich nach so langer Zeit, einen wunderschönen Traum genoss. Da war seine Frau die lachend in seine geweiteten Arme stürzte und ihn zärtlich küsste, bis sein kleiner Sohn sie unterbrach und mit aufgerissen haselnussbraunen Augen zu ihm empor starrte. Schließlich würgte er ein weinerliches „Papa!“ hervor und klammerte sich stürmisch an sein Bein. Das Herz des Mannes schien vor Liebe zu seiner Familie schier zu bersten. Der Schnee und das Eis schmolzen in der Nähe des schlafenden Mannes und bildeten kleine Bäche die um ihn herum führten. Das war der wahre Grund wieso er in dieser Eiswüste überlebte. Nur seine Träume, Erinnerungen in denen noch alles so war wie es sein sollte. Glückliche Gesichter, lachende Menschen, die lauten Stimmen spielender Kinder und das wiehern übermütiger Pferde auf der Koppel. Doch langsam entschwand sein Traum, glitt ihm wie Seife aus seinen Händen und verschwand in unendliche Weiten seines Bewusstseins. So schön der Traum auch war, er konnte nichts gegen die Stimmen die ihn quälten und folterten ausrichten, die jetzt nach seinem Erwachen erneut brutal in ihm eindrangen. Rache. Töte sie. Töte sie alle. Hörst du mich? Lass nicht zu das sie dein Leben zerstören. Lass sie brennen. Enthaupte sie. Immer wieder sah der Mann grausige Bilder. Zerstückelte Körper, brennende Menschen und Kinder die grausam gefoltert wurden und nicht verstanden wieso. Der Mann keuchte auf. Wieder, wie so oft schaute er sich panisch um. Die Stimmen waren überall. Mit den Händen auf seinen Ohren schrie er laut auf und sein Schrei schallte über das Land, ließ die Tiere in ihr Verstecke flüchten und den Menschen in ihren Städten einen eisigen Schauer über den Rücken jagen.
Der alte Weise schaute aus dem Fenster seines Hauses, nachdem er den Schrei vernommen hatte. Noch immer wanderte der Verrückte durch die Eiswüste. Der Alte wusste, sollte er irgendwann wieder kommen mussten sie vorbereitet sein. Der Verrückte war eine Bedrohung für sich und dem gesamtem Land. Der Verrückte war dem alten Weisen unheimlich. Leichen pflasterten die Wege des Irren und wer konnte schon so lange in dieser unerbittlichen Eiswüste überleben. Der alte Weise seufzte und kniete nieder. Er betete zu seinem Gott für das Seelenheil des Verrückten und dafür, dass dieser niemals seine Stadt betreten möge. Denn dort, würde nur der Tod auf ihn warten, in Form eines gewaltigen Schwertes das seinen Kopf von den Schultern trennen würde.
Wieder war der Mann bis zur totalen Erschöpfung gerannt. Seine Lungen zogen rasselnd die kalte Luft ein. Ein gequältes Husten unterbrach den Atemzug. Blut rann ihm aus dem Mund und färbte seinen Bart rot ein. Die Stimmen zischten wütend. Wehe du versagst! Geh und töte die Mörder deiner Familie. Töte sie alle. Töte jeden der sich dir in den Weg stellt. Die Bilder seiner toten Frau, blutüberströmt in seinen Armen und die seines kleinen Sohnes dessen Schädel gespalten war, überfluteten ihn. Er konnte nicht nur seine Familie vor den Räubern schützen, sondern wurde sogar noch zum Sündenbock des Mordes. Die Menschheit hatte ihn verraten, hatte sein

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Kommentare

Bone1979 schrieb am 2008-04-01 10:02:05:
Sehr sehr gut.
Hat mir sehr gut gefallen. Vor allem deine sprachliche Umschreibungen sind beeindruckend. (1+)
MfG

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