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Kategorien > Harry Potter > Harry Potter

Der Kuss des Dementors

von Samantha Chaucer

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Diese Geschichte ist schon 2007 entstanden, und zwar für einen Wettbewerb, bei dem es darum ging, ein Ende für den damals noch nicht erschienenen 7. Band zu erfinden. Viel Spaß! :)




Als Harry aufwachte, war das erste, was er sah, ein Himmel voller watteweißer Wolken, die von einer steifen Brise unaufhaltsam weiter getrieben wurden. Gleich als nächstes nahm er den pochenden Schmerz in seinem Kopf wahr. Er blinzelte und erkannte nun, dass er über sich die Decke der Großen Halle von Hogwarts sah. Aber wie war er hierher gekommen?
Einen Sekundenbruchteil später nahm er die Geräuschekulisse um sich herum wahr. Hektisch hin- und her laufende Menschen, Stimmen... Stimmen, die er kannte...
Auf einmal war ein Teil seiner Erinnerung wieder da. Der Kampf auf dem Astronomieturm, das schreckliche Unwetter, das ihnen die Sicht genommen hatte, die Todesser, entsetzliche Schreie, vor allem daran konnte er sich erinnern... Und dann war Er aufgetaucht... Lord Voldemort.
Aber was war dann passiert? Harry versuchte, sich zu konzentrieren, und schließlich gelang es ihm zumindest halbwegs. Er war hier in der Großen Halle, und um ihn herum waren Leute - sie mussten es also geschafft haben...
Konnte das wirklich wahr sein? Er wollte es nicht glauben, bevor er nicht absolut sicher war. Vorsichtig hob er den Kopf und sah sich um. Die Tische und Bänke waren beiseite geräumt worden, und er lag mitten in der Halle auf einer Decke, genau wie einige andere Verletzte oder Bewusstlose, zwischen denen etliche Leute herumwuselten, einige, an deren Seite Harry gekämpft hatte, aber auch andere. In einer Ecke des Raumes erkannte Harry Madam Pomfrey, die von einem Patienten zum Nächsten lief und in dem Chaos irgendwie den Überblick behielt. Der ganze Raum war von einem Summen erfüllt, und eine fast greifbare Spannung lag in der Luft, aber in seinem Zustand konnte Harry beim besten Willen nicht sagen, ob das gut oder schlecht war. Wenn er nur seine Freunde irgendwo entdecken könnte... Mit einem dumpfen Gefühl im Magen wurde ihm plötzlich bewusst, dass er keine Ahnung hatte, ob sie noch am Leben waren.
Aber da war auch schon Ron an seinem Lager.
„Harry! Wie geht’s dir?“ Dieser blinzelte und sah seinen Freund an. Erleichterung durchflutete ihn. Bis auf eine kleine Platzwunde an der Schläfe, die Madam Pomfrey wohl noch nicht behandeln konnte, schien Ron unverletzt zu sein. Ein Hoffnungsschimmer machte sich in Harry breit, und unter einiger Anstrengung und mit Rons Hilfe setzte er sich auf.
„Gut... Denke ich...“
„Na Gott sei Dank.“ Das war Fred, der zusammen mit George nun auch an Harrys behelfsmäßigem Lager aufgetaucht war.
„Madam Pomfrey wird gleich hier sein“, ergänzte George. „Falls „Gut, denke ich“ doch zusammengeflickt werden muss.“
Ein schwaches Lächeln stahl sich auf Harrys Lippen. Das waren Fred und George - selbst in so einer Situation bewiesen sie noch Humor.
„Wirklich alles in Ordnung, Harry?“, erkundigte sich Ron besorgt.
„Es geht schon. Ich werde wohl nur noch 'ne Weile brauchen, bis ich alles wieder zusammen kriege... Von dem Kampf weiß ich noch, aber was ist dann passiert?“
„Wir haben gewonnen, Harry. Voldemort ist weg“, sagte Ron.
„Wahnsinn“, nuschelte Harry völlig überwältigt. All die Jahre war sein Leben von Voldemort beherrscht worden, und nun sollte einfach alles vorbei sein? Das war zu schön, um wahr zu sein!
Aber da war noch etwas. Eine Frage, deren Antwort äußerst wichtig für ihn war. Wenn er sich nur daran erinnern könnte... Verzweifelt strengte er sein malträtiertes Gehirn an.
Und dann wusste er wieder, was er fragen wollte.
„Ron, wo ist Hermine?“ Erst jetzt sah Harry, dass Rons Augen rot gerändert waren, und eine ungute Ahnung beschlich ihn. Die Zwillinge wechselten einen Blick, und George machte den Mund auf, klappte ihn aber wieder zu, als Ron ihm zuvorkam.
„Hermine ist tot, Harry“, sagte er tonlos.
Harry hatte das Gefühl, als ob sein Herz einen Schlag aussetzte. Sein Inneres wehrte sich gegen die grausame Wahrheit, die nur langsam zu ihm durchdrang.
"Wie..." Es war, als würde eine dunkle Welle über ihm zusammenschlagen. Hilflos stellte er fest, dass er nach Voldemorts Sturz noch nicht einmal mehr einen Adressaten für die Wut hatte, die gleich kommen würde.
"George hat's gesehen", sagte Ron. "Es war mitten im Getümmel. Sie war hinter mir, ich hab sie vielleicht zwei Minuten aus den Augen gelassen, und der Fluch kam dann von irgendwo. Jedenfalls, als es dann vorbei war, hab ich sie da liegen sehen."
Rons Augen wurden feucht, und er schluckte schwer. "Ich - ich bin dann irgendwie - zusammengeklappt oder so... Als ich wieder wach wurde, war ich hier. Harry, ich glaub, sie liegt immer noch da oben." Ron weinte jetzt, seine Schultern bebten, und die Zwillinge streichelten unbeholfen seinen Rücken. Vorsichtig streckte Harry die Hand nach seinem besten Freund aus und legte sie ihm auf den Arm.
"Harry, sie liegt immer noch da oben. Da kann sie doch nicht bleiben. Ich geh sie holen. Ich muss sofort da hin."
Ron sprang auf, aber Fred war schneller, er hechtete hinterher, bekam seinen Bruder zu fassen und schlang die Arme um seine Taille.
Leise murmelnd wiegte er ihn hin und her wie ein kleines Kind, und Ron ließ alle Hemmungen fahren, er schluchzte und schrie, füllte Harrys Kopf mit dessen eigener unausgesprochener Trauer, bis Harry den Kopf in die Hände sinken ließ und endlich vollständig begriff, was geschehen war.

Langsam ging die kleine Gruppe von DA-Mitgliedern den Gang entlang. Es kam Harry so unwirklich vor, dass er jetzt in seinem Bett im Gryffindor-Turm schlafen sollte, als wäre alles wie immer - sofern er überhaupt schlafen konnte. Er war sich im Moment nicht so sicher, wie er sich eigentlich fühlte. Einerseits spürte er eine unbändige Freude. Sie hatten Voldemort besiegt, er war weg, für immer. Und gleichzeitig hatte er das Gefühl, dass die Verzweiflung ihn jederzeit in einen dunklen, furchteinflößenden Teil seiner Seele hinabziehen konnte. Der Preis, den sie für diesen Sieg gezahlt hatten, war einfach zu hoch. Sie hatten Tonks verloren, Lupin, Luna und... Hermine.
Ausgerechnet Hermine.
Harry warf einen Seitenblick auf Ron und versuchte sich vorzustellen, was er gerade durchmachen musste. Hätten Fred und George ihn nicht in die Mitte genommen, wäre er wohl einfach auf dem Boden zusammengesunken und dort sitzen geblieben. Sein Gesicht war aschfahl, und der gequälte Ausdruck in seinen Augen brach Harry das Herz.
Er richtete seinen Blick wieder nach vorne und stutzte.
„Halt“, flüsterte er, während Neville, der neben ihm ging, gegen seinen ausgestreckten Arm prallte. Mit der anderen Hand zog er den Zauberstab, während die Gruppe stehen blieb, und richtete ihn auf die schlanke Gestalt, die ihnen da entgegenkam und aussah wie - nein...
„Hermine?“, fragte Neville. Rons Kopf ruckte hoch, in seinem Gesicht arbeitete es.
„Wartet“, sagte Harry. Die Gestalt kam näher. Sie sah tatsächlich aus wie Hermine. Einzelne

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Kommentare

dani schrieb am 2011-05-20 11:26:32:
Ich finde die Geschichte gut und ausgereift. Man merkt, dass du schon Erfahrung im Schreiben hast. Du könntest sie, um sie noch besser zu machen, noch ein weiteres Mal überarbeiten und dann mehr "zeigen", anstatt die Dinge nur zu erklären. (Also ZB anstatt "er lag mitten in der Halle auf einer Decke, genau wie einige andere Verletzte oder Bewusstlose, zwischen denen etliche Leute herumwuselten," könntest du schreiben, was er sieht während er da liegt um den Leser noch näher an das Geschehen zu holen.) Auch Sätze wie: "Aber da war auch schon Ron an seinem Lager. " würden in einem guten Buch glaub nicht vorkommen.

Aber das sind nur Kleinigkeiten, die damit zusammenhängen, wie viel Arbeit man investieren will.

Besonders gut hat mir der Satz gefallen: „Falls „Gut, denke ich“ doch zusammengeflickt werden muss.“ Ich glaube da hast du den Humor der Autorin exakt getroffen, ich könnte mir vorstellen,
dass das so auch in einem wirklichen Harry Potter Buch steht.

Also viel Spaß und Erfolg noch beim Schreiben - Bleib dran!

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