Der Liebe wiederspruch
von
pit schreiber
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Geschichte und Gedanken um einen Hund mit grossem Drang zur Entdeckung in
Kanadas Wildnis
Der -Liebe- widerspruch .
Klein, staemmig,vier Pfoten so gross wie die eines Wolfes, ein Gesicht dem man immer ansieht was es denkt, und fuer einen Collie-Schaeferhundmischling ein ungwoehnlich dichtes Fell , schwarz, mit ausgepraegter Colliebrust.
Buddy, der „Kammerad“.
Es war nicht Liebe auf den ersten Blick , als wir ihn vor einem halben Jahr im Tierheim sahen und sofort mitnahmen , vielmehr war es wie wenn man einem Menschen begegnet und sofort weiss – mit dem komme ich klar,der passt zu mir .
In der ersten Zeit sich sehr ruhig und zurueckhaltend benehmend , so das wir schon an der Altersangabe von einem Jahr zweifelten , begann er bald sein Revier zu erkunden und vor allem aber , seine Grenzen wie weit er mit uns gegen konnte abzustecken .
Zuerst waren es nur kurze Ausfluege um`s Haus , die sich allmaehlich immer weiter ausdehnten , so das er sein Zuhause besser kennenlernte , als wir es ihm jemals haetten zeigen koennen .
Keine Frage , da er sich immer innerhalb der Grenzen unserer Farm aufhiehlt , war uns das nur recht , zumal er sich als „gute Nase“ ins Bild setzte und selbst tagealte Spuren aufnahm um ihnen nachzugehen , wichtiger aber , um sie uns auch zu melden .
Fuer uns bedeutete das eine gewisse Sicherheit , da unsere Farm am Rande des „Busches“ in Kanada liegt , und sich viel Wildzeug aller Art in der Gegend herumtreibt .
Eines Abends , es war inzwischen Winter geworden , lag er wie so oft an seinem Lieblingsplatz hinter dem Haus , von dem man eine freie Aussicht ueber den Fluss und das Tal hat , welches ca. dreisig Meter tiefer verlaeuft .
Ein idealer Platz um alles zu ueberblicken und seine Neugierde , die besonders ausgepraegt ist , zu befriedigen .
Koyoten- und Wolfsgeheul sind in dieser Gegend alltaeglich und wir beachten sie schon gar nicht mehr , so auch an jenem Abend . Buddy der am Anfang immer etwas nervoes schien wenn er sie hoerte , hatte sich inzwischen auch daran gewoehnt , blieb immer ruhig liegen und schien nur die Aussicht geniesen zu wollen .
Ploetzlich ,wir sahen nur noch , das er hochfuhr , sich kurz in gespannte Haltung stellte , und weg war in Richtung Fluss .
Da wir es zufaellig beobachteten und dieses Verhalten von ihm eine uns bis dahin unbekannte neue Situation darstellte eilten wir zum Aussichtspunkt , um zu sehen was los war , aber natuerlich auch um Buddy zurueckzurufen .
Ein Koyote war auf dem zugefrorenen Fluss unterwegs .
Ich glaube , wir haben uns dabei die Seele aus dem Hals geschrieen , um ihn wieder zu uns zurueck zu locken . Aber es half . Nur sehr zoegernd und wiederwillig kam er Atemlos den Seitenweg hochgekrochen .
Dieser Abend hat ihn aber vollkommen veraendert .
Bereits am anderen Tag blieb er entgegen seiner sonstigen Gewohnheit lange Zeit vom Haus fern . Alles Rufen und Suchen an seinen sonnstigen Plaetzen half nichts . Es war verschwunden .
Als ich das uebliche geheule der Koyoten warnahm , welches vom Fluss kam , stockte mir der Atem . Ich erinnerte mich schlagartig an den Vorfall des vorabends und rannte
zum Aussichtspunkt .
Tatsaechlich , er war auf dem Fluss unterwegs in Richtung des Koyotengeheules .
„Buddy , Buddy , komm her“ : alles rufen half nichts , er war nicht zur Umkehr zu bewegen und rannte weiter . Ich glaube , das er mich zwar hoerte und sehr wohl wahrnahm, aber in seinem Jagdtrieb war er nicht aufzuhalten .
Durch unser rufen , Beate war inzwischen dazugekommen , verstummte das Geheule der Koyoten , und alles war so ruhig , das man sogar das laute Atmen von Buddy als Echo aus der Ferne hoehren konnte .
Es dauerte unendlich lange , bis er wieder in unserem Blickfeld erschien und zu bewegen war den Rest des Weges auch noch zurueckzukehren . Dabei bog er immer wieder vom Weg ab , um nach den Spuren der Koyoten zu suchen .
Mit hochgestellter Rute , erhobenen Hauptes und stolz geschwellter Brust kam er den Seitenweg hochgedackelt . Es war ihm anzusehen , das er auf seine Leistung die „Eindringlinge“ vertrieben zu haben , richtig stollz war (wobei ich eher glaube , das er sich an eine der huebschen Koyotendamen heranmachen wollte).
Wie auch immer . Alles schelten und schimpfen hat nichts genutzt , diese Ausfluege von ihm wurden immer haeufiger , so das uns nichts mehr anderes uebrigblieb , als ihn an die Leine zu legen .
Vielleicht , da wir ja keine Hundeprofis sind , haben ja auch wir Fehler begangen und ihm nicht richtig beigebracht , was er tun durfte und was nicht .
Also machten wir es in der folgenden Zeit zur Aufgabe es ihm zu zeigen , wo seine Grenzen sind .
Bei jedem Spaziergang oder beim Spielen , achteten wir darauf , das wir uns mit ihm beschaeftigten , und er auch sonst genuegend zu tun hatte um nicht auf dumme Gedanken zu kommen .
Aber es half alles nichts , sein Drang diesen verdammten Koyoten hinterher zu rennen und nach ihnen zu suchen , wurde so gross , das er sogar ausbuechst wenn er direkt bei uns ist . Er laeuft einige Meter voraus , setzt sich kurz hin , blickt zurueck und gibt Gas .
Wenn er dann zurueck kommt , ist er nicht mehr hoch erhobenen Hauptes , vielmehr kommt er schon von weitem angekrochen . Er ist sich also vollkommen bewusst , das er seine Grenze ueberschritten hat .
Sein Meisterstueck :
Vor einigen Wochen , kam er von einem seiner Ausfluege nicht mehr zurueck . Den ganzen Tag waren wir unterwegs mit rufen und suchen nach ihm . Es breitete sich Angst um ihn aus , da wir die Befuerchtung hegten , das er nun endlich seine „Dame“ gefunden hatte . Allerdings hatten wir schon oft genug gesehen , was ein Rudel Koyoten mit einem anderen Tier anzustellen in der Lage war . Es stand ausser Frage , was mit Buddy geschehen wuerde , wenn sie ihn stellten . Er war zwar schnell , allerdings mit einem dieser Laeufer , welche es bis zu sechzig Stundenkilometer schaffen (ich hatte es mal gemessen , als einer vor dem Auto herrannte) , konnte es es niemals aufnehmen . Er waere eine leichte Baeute gewesen .
Der Abend kam , die Nacht verging . Kein Buddy .
Am Morgen wussten wir nicht mehr was wir tun konnten . Alle Wege und Ecken in denen er sich sonst herumtrieb waren leer . Keine Frage , diesmal war er zu weit gegangen , sie hatten ihn erwischt .
Warum hatten wir ihn nicht angeleint gelassen ? Er waere noch bei uns .
Allerdings , einen Hund im kanadischen Busch staendig an die Leine legen ? Das stuende gleich , wie einen Maulwurf am Graben zu hindern .
Es war zwar wahnsinn , aber , es half nichts . Ich machte mich auf die Suche im weiteren Umkreis . Bei -35 Grad C und 80 cm hohem Schnee zog ich los .
Stndenlang , aber keine Spur . Selbst Regionen , welche ich vorher selbst noch nicht gesehen hatte wurden durchsucht . Immer darauf gefasst , irgendwann vor einem Schlachfeld zu stehen , an dem noch seine Ueberreste verstreut lagen .
Es war unglaubich anstrengend sich durch den hohen Schnee zu Arbeiten . Durch Waelder , Buesche
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