Der Mord !
von
Ulrich Wesarg
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Der Mord !
Die schönste Nacht die ein Mensch je mit seinen Augen erblicken durfte war angebrochen. Ein Mond wie ihn alle Wölfe lieben stand an Himmel und in seinem Schein, spielte ein wonnig warmer Aufwind mit den zart rosa schimmernden Kirschblüten. So das der Eindruck entstand sie tanzten vor Freude über die neu errungene Freiheit in der Luft und fast jeder der dies sah war nun wieder erfüllt von innigsten Einklang.
Als er am höchsten Punkt seines Rundganges angelangt war durchdrangen seine Strahlen die verlorenen Augen eines jungen Menschen. Doch der Mensch in die tiefen seiner Gedankengänge versunken merkte nichts von der Einzigartigkeit des ihm sich nun bietenden Schauspiels. Vielleicht ein Zeichen nur für ihn bestimmt.
Von weit spürte er wie etwas seinen Schutzwall durchbrach, um ihn unfreiwillig von seiner dunklen Suche abzubringen. Eigentlich passierte nur etwas alltägliches, doch da es in der Lautstarken Auseinandersetzung seiner Eltern einmal wieder um ihn ging konnte er dem nicht entgehen obwohl er es schon hunderte Male gehört hatte. Die üblichen Beleidigungen fielen doch eine neue war hinzugekommen, die alle bisherigen übertrumpfte, es war Schwuchtel. Seine nun schon sehr ramponierte Seele bekam einen weiteren Riss, der den für heute angesetzten Bruch nur noch förderte. Doch der dringend erforderliche Mut, welchen er schon seit so langer Zeit in sich suchte, welcher auch so wichtig für seine Unternehmen schien, war noch nicht gefunden.
Eine nie gekannte Gedankenflut sprudelte heute in ihm, alles was er sich früher von diesem Tag erhoffte war übertroffen. Die vielen Nervenverbindungen, die schon seit seinen Kindestagen geknüpft wurden vereinigten sich zu einer gigantischen Explosion, die allen Hass, Enttäuschung oder Erfahrungen, welche er je machen durfte, ihren freien lauf lies. Er musste alles zu Papier bringen, auch wenn es die Nacht überdauern würde. Dabei wurden einige Zeilen mit besonders starkem Nachdruck geschrieben, als ob dieses Schriftstück die Wut, einen Ausdruck seiner Verzweiflung, aufnehmen könnte. Seine ganze Hoffnung steckte er in diese kleinen Zettel aus wertlosen Papier, auf das sie später einmal verrieten, wie gern er doch gelebt hätte.
Er las alles noch einmal durch, wobei er stolz auf sich wurde den hier vor sich sah er die einzigen Gefühle die er in seinem freudlosen Dasein je gekannt hatte. Endlich hatte er all das nicht mehr unterdrücken müssen, obwohl es so für ihn Gewohnheit geworden war. Seine Erleichterung nahm eine schwere Last von ihm wodurch der Bruch erleichtert wurde.
Nun kam sein Ende immer näher. Er wollte es nicht langsam beenden, denn dafür war ihm jede Sekunde zu schmerzhaft. Die Vorbereitungen waren getroffen, denn mehr als das offene Fenster brauchte man ja nicht. Der Hechtsprung war durchgeführt, doch plötzlich, rief ihn der sich ihm nun bietende Anblick ins Leben zurück. Aber er bereute es nicht, er hatte nun etwas vor Augen was ihn nicht an die dunklen Augenblicke in seinem Leben erinnerte, wodurch er für diesen Moment an ein glückliches Ende glaubte.
Am nächsten Morgen trat die Mutter in sein Zimmer, sah gleich das offene Fenster, dachte sich zornerfüllt, das sie ihm dafür schon noch bestrafen würde. Darauf hin wollte sie sich schon wieder von seinem Raum abwenden, da sie sah noch den Brief und lass ihn. Doch keine Tränen rannen über ihre kalten Wangen, auch später sah man niemanden um ihn weinen. Sie sah aus dem Fenster, sah den grauenvollen Anblick worauf ein Lächeln in ihr Gesicht trat. „Er war schon zu Lebzeiten nicht schön anzusehen, doch jetzt übertrifft er sich selbst“, sagte sie sich und ging ins Wohnzimmer zum Frühstücken noch bevor sie den Leichenwagen rief.
Von einem Brief jedoch erfuhr niemals jemand den er war schon lange verbrannt eher ein zweiter davon erfuhr.
Ein Mord ?
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Kommentare
maike schrieb am 2008-08-22 14:47:14:
hallo!!!
Ich habe mir ihre wirklich spannende Geschichte durchgelesen und wollte Ihnen ein großes Lob ausprechen
diese geschichte hat mir wirklich sehr gut gefallen.
Ich hoffe Sie haben nichts dagegen wenn ich sie für die Schule benutze, wir haben gerade das Thema
Kurzgeschichten, da mir Ihre Geschichte sofort zugesagt hat, hoffe ich,dass Sie haben nichts dagegen.
liebe grüße maike
William Scaire schrieb am 2008-08-21 21:02:13:
Wow!
Spannend und schockierend zugleich und unglaublich bildhaft.
Wirklich toll!
Weiter so!
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