Der Nachmittag, der mei leben zerstört
von
Jojo31
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Kommst du heute mit ins Freibad?“, erkundigte sich Jonny in der Pause.
„Ins Freibad?“, fragte ich meinen Freund und runzelte die Stirn.
„Ach, komm schon, Linn. Es ist doch total warm und…“ Er legte seine Arme um mich und kam ganz nah. „…wir haben schon so lange nichts mehr zusammen gemacht.“
Ich überlegte. „Wer kommt denn noch mit?“
Jonny sah mich an. „Ach… Nur noch ein paar Leute…“
„Wer?“, wollte ich wissen.
„Nur Jolle, Dana, Tim und Flo.“
Ich schwieg. Dana und Tim waren kein Problem. Sie waren schon seit der siebten Klasse zusammen und total nett. Flo war Jonnys bester Kumpel. Sie steckten ziemlich oft zusammen und heckten irgendwas aus, aber sonst war er ganz okay.
Nur Jolle war ein echtes Problem für mich. Alle Jungs himmelten sie an und genau so benahm sie sich meiner Meinung nach auch: Aufgedonnert und mit einem Gang wie auf dem Catwalk takelte sie jeden Morgen zur Schule.
Jonny schaute mich mit seinen strahlend blauen Augen liebevoll an und meine Knie wurden bei diesem Blick ganz weich. Also ergab ich mich und sagte: „Okay, okay. Aber nur wegen dir…“ Er schlang seine Arme um mich und drückte seine Lippen auf meinem Mund. Ich erwiderte seinen Kuss und ich dachte mir, dass es kein glücklicheres Mädchen wie mich geben konnte, denn keine hatte einen so tollen Freund wie ich.
Nach der Schule schlenderten Jonny und ich Hand in Hand nach Hause. Die Luft war inzwischen unglaublich schwül und drückend geworden und die Nachmittagssonne schien uns in den Nacken.
Ich hatte das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen und schwankte.
„Was ist mit dir?“, fragte Jonny sofort.
„Können wir uns einen Moment setzen?“, bat ich und wurde schon zu einer Bank im Schatten eines Hauses gezogen. Vorsichtig setzte ich mich und er sah mich besorgt an. „Was ist los? Stimmt irgendwas nicht?“
Ich atmete tief durch. „Ich glaube, das Wetter ist nicht so gut für meinen Kreislauf. Es geht aber schon wieder…“
Er lächelte und strich mir eine Strähne aus dem Gesicht.
„Du bist süß“, sagte er leise und gab mir einen Kuss. Ich blickte in seine treuen Augen und fuhr mit meiner Hand durch sein strubbeliges braunes Haar. „Du auch“, flüsterte ich zurück. Dann zog er mich hoch und brachte mich nach Hause.
„Ich gehe mit ein paar Freunden ins Freibad, okay?“, erzählte ich meiner Mum. Sie guckte mich an: „Bei dem Wetter? Heute Abend gewittert es bestimmt.“
Ich nickte wissend. „Macht doch nichts. Ich geh dann mal rauf und packe meine Sachen.“ Ich verschwand auf der Treppe.
„Hey! Du isst aber erst zu Mittag! Sonst gehst du unter!“, warnte sie mich.
„Ja, ja…“, rief ich über die Schulter zurück.
Ich betrat mein Zimmer und suchte nach meinen Schwimmsachen. Als ich sie gefunden hatte, warf ich alles in meine neue Umhängetasche und setzte mich einen Moment auf mein Bett. Mir wurde ganz schwarz vor Augen. Sekunden später fand ich mich auf den Zimmerboden wieder und spürte einen stechenden Schmerz im rechten Ellenbogen, auf den ich wohl gestürzt war. Ich langte zu einer Wasserflasche unter meinem Schreibtisch und trank einen Schluck. Dann stand ich auf, nahm meine Tasche und steckte sicherheitshalber das Handy ein.
„Jetzt iss erst mal etwas“, mahnte Mum mich, als ich die Treppe wieder herunterkam. Ich erwähnte nicht, dass ich für kurze Zeit weggetreten war und gehorchte.
„Ich bin satt“, sagte ich beiläufig, als ich ein paar Bissen heruntergeschluckt hatte.
Mum sah mich an. „Du hast doch noch nichts gegessen. Linn, was ist los? Bekommt dir das Wetter nicht?“
„Nee, nee. Schon gut. Das Wetter ist doch toll. Super zum Schwimmen.“ Ich sprang auf und flitzte zur Haustür. „Bis heute Abend!“, rief ich meiner Mutter zu und verschwand.
Vor dem Freibad wartete mein Jonny. „Da bist du ja meine Süße!“
Ich sprang in seine Arme und wir küssten uns. Ich liebte Jonny über alles. Seine lockere, gefühlsvolle Arte, sein Humor, sein Verständnis, einfach alles. Und vor allem seine wundervollen Augen, die mir alles verrieten, was er dachte.
„Hey ihr zwei!“, begrüßte uns Flo.
Unsere Lippen trennten sich. „Hi Flo“, sagten Jonny und ich wie aus einem Mund. Ich grinste. „Wo bleiben denn die anderen drei?“
„Ach ja“, sagte Flo. „Tim und Dana kommen doch nicht. Die hatten was Besseres vor.“ Er grinste viel sagend.
Fünf Minuten später kam Jolle. Sie trug einen Minirock, ein ziemlich knappes Oberteil und Sandalen mit Pfennigabsätzen. Sie hatte eine Sonnenbrille auf dem Kopf und war viel zu dick geschminkt.
„Ob die ganze Spachtelmasse wohl Wasserfest ist?“, flüsterte Jonny mir ins Ohr.
„Beten wir darum“, antwortete ich ebenso flüsternd und lächelte hämisch. „Sonst verläuft alles und sie sieht aus wie ein Clown. Dann geht ihre Karriere ja den Bach runter…“
Mein Freund lachte.
„Hi“, grüßte Jolle freundlich.
„Hallooo…“, flötete Flo und zog die Augenbrauen hoch. Jolle schenkte ihm ihr verführerisches Lächeln.
„Kommt jetzt“, sagte Jonny und ging in Richtung Kasse. Wir zeigten unsere Dauerkarten vor und marschierten über die große Liegewiese zu unserem Stammplatz. Flo breitete die Decke aus, die er neben seiner tragbaren Anlage in einer großen Sporttasche mitgenommen hatte, und wir setzten uns.
„Hast du die CDs mit?“, fragte er und wandte sich zu Jonny.
„Klar!“, rief der und holte einen Stapel CD-Hüllen heraus. Er öffnete eine und legte die silberne Scheibe in das CD-Deck.
„Ich geh mich dann mal umziehen“, sagte Jolle und sah mich an. „Kommst du mit?“
Ich nickte und stand auf. Bevor ich den Jungs den Rücken zuwenden konnte, packte Jonny mich am Handgelenk und zog mich zurück.
„Was gibt’s?“. fragte ich ihn.
„Krieg ich gar keinen Kuss?“, fragte er hoffnungsvoll. Ich bückte mich und drückte meine Lippen auf seine.
Er lächelte. „Und mach keine Scheiße, ja?“
Ich schüttelte den Kopf. „Nee, nee. Ich werde nur auf dem kilometerlangen Weg da rüber zu den Umkleiden einem kleinen Jungen den Ball wegnehmen. Dann kommt die Polizei, nimmt mich fest und wenn ich Glück habe, komme ich mit der Todesstrafe davon. Sonst tue ich rein gar nichts.“
Flo und Jolle grinsten. Doch Jonny saß nur da. „Ha ha“, sagte er trocken. „Du weißt genau, wie ich das meine. Nicht, dass dir gleich wieder schlecht wird wie auf dem Heimweg!“
„Ja, ja…“, sagte ich, drehte mich um und stiefelte mit Jolle zu den Kabinen auf der anderen Seite der Wiese.
„Kannst du das Wetter nicht vertragen?“, erkundigte sie sich bei mir.
Ich war ganz erstaunt, dass gerade sie mir so eine Frage stellte, antwortete aber sofort: „Ach, halb so wild. Mir wird nur ein bisschen schwummerig, wenn ich zu lange in der Sonne bin.“
Wir nahmen uns jeder eine der engen und schmutzigen Kabinen des Freibades und zogen uns um. Ich kramte meinen Badeanzug heraus und gerade, als ich ihn übergezogen hatte und den Riegel von der Tür schob, überkam mich ein furchtbares Gefühl. Eine Welle heißer Luft schlug mir ins Gesicht und ich fasste mir an die Kehle. Ich versuchte Sauerstoff aufzunehmen, doch vergeblich. Ich rutschte langsam auf den Boden und schloss die Augen.
„Linn?“, hörte ich
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Kommentare
michelle schrieb am 2008-12-28 22:39:29:
OMG das is soowas von schön ich musste sowas von heulen..
miene ganze jacke is nass..boah ich bin überwältigt..
einfach grandios...
KOMPLIMENT
eli schrieb am 2008-05-06 15:36:11:
wow! die story ist wunderschön und so traurig.
ich hoffe du hast sie nicht wirklich erlebt.
mir sind zum schluss ein paar tränen in den augen gestanden, so gut ist sie geschrieben.
lg, eli
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