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Kategorien > Krieg > Vietnam

Der Neuling

von Shagohood

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Es gab keine Stelle die nicht von den etlichen Treffern des Regens berührt wurde. Man sollte denken, dass das Dach aus Blättern einen schützen würde, doch die etlichen Blätter ermöglichten es den Tropfen jeden Winkel zu erreichen. Ich hätte nie gedacht, dass es einen Ort auf der Erde gibt, an dem es in der Tat so stark regnet, wie es der Name des Ortes schon prophezeit. Es war dunkel. Der Mond schien wahrscheinlich in voller Pracht, doch ich konnte ihn nicht sehen. Der Wald lag im Dunklen und schlief. Er schien wirklich wie ein Schlafender ruhig zu atmen. Das prasselnde Geräusch des Regens hätte mir alle Möglichkeiten nehmen müssen ein Geräusch herauszufiltern, doch es klappte. Auf und ab. Vereinzelt hörte man ein Tier in der Ferne. Ein Affe oder ein anderes Tier, was hier in den tropischen Tiefen lebte. Meine Uniform war klitschnass. Schon lange konnte ich nicht mehr sagen, ob das dreckige Wasser des Flusses, des Regens oder mein eigener Schweiß der Täter war. Mein Geruch glich dem Dreck des Bodens. Ich konnte die schwache Spiegelung des Lichtes in den Tropfen sehen, die von meiner M60 perlten. Seit drei Wochen schleppte ich das Ding mit mir herum und hatte es noch nicht einmal benutzt.
Ich spürte wie sich das Loch, in dem wir saßen, immer mehr mit Wasser füllte. Ich wünschte mir, dass es bald aufhören würde zu regnen. Mike schlief ruhig und gelassen. Er sollte eigentlich mit mir Wache schieben, aber er war eingeschlafen. Während die Tropfen seinen Helm als Musikinstrument verwendeten, schien es, als könnte nichts ihm aus seinem Traum reißen. Eigentlich war es ja purer Leichtsinn, aber ich konnte ihn nicht wecken. Als Neulinge in dieser Einheit waren wir zwei immer die Leidtragenden. Wahrscheinlich war ich der Einzige unter den zwanzig Männern, die hinter mir schlummerten, der genauso müde war wie er. Dass er schlafen durfte und ich nicht lag daran, dass er einfach schneller eingeschlafen war. Unsere Wache würde sowieso bald vorbei sein.
Ich hatte genug Zeit mich zu fragen, was ich an diesem Ort überhaupt verloren hatte. Ich hatte mich freiwillig gemeldet. Als meine Eltern das hörten waren sie nicht sehr begeistert gewesen. Ich war ja gerade mal 20. Ich hätte alles machen können, was ich wollte. Auf College gehen, ein Mädchen finden, ein toller Job. Doch wäre ich glücklich gewesen?
Ich glaubte nicht daran und deswegen war ich an diesem Ort. Deswegen saß ich in diesem Loch. Zweifel hätte ich sicherlich gehabt, aber ich habe sie nicht zugelassen. Ich durfte nicht an dieser Entscheidung zweifeln. Ich habe zu viel hinter mir gelassen um festzustellen, dass es die falsche Entscheidung war oder dass ich nach Hause will. Natürlich haben meine Kameraden jeden Trick versucht, um mich zu vertreiben. Grundsätzlich vertrauten Soldaten niemanden der neu war und sich noch nicht bewiesen hatte.
Ein Geräusch war zu hören. Meine Augen standen sofort weit offen, während mein Verstand nur von einem Gedanken geprägt war: Das war kein Tier.
Langsam bewegten meine Finger sich zum Abzug. Meine Muskeln waren angespannt und mein Körper in Position. Ich schielte zu Mike rüber, doch der schlief immer noch. Ich flüsterte seinen Namen, laut genug damit er aufwachen würde, aber so leise, dass der Fremde mich keinesfalls hören würde, doch er wachte nicht auf. Inzwischen war zu dem Geräusch der passende Schatten erschienen. Leise und bedacht vermied er es, laut aufzutreten.
Sollte ich schießen? Keiner meiner Vorgesetzten konnte mir den Befehl geben. Wir hatten auch nicht mit Feindkontakt gerechnet. Warum sonst stellt man zwei Neulinge zur Wache auf? Warum sonst wagte es Mike überhaupt einzuschlafen?
Ich konnte es nicht riskieren. Der Fremde war nun schon so nahe, dass er schon ein Seufzen gehört hätte. Ich war hin und her gerissen. Schießen oder nicht schießen?
In diesem Moment ertönte ein Schuss und ich wusste, dass man mir meine Entscheidung abgenommen hatte.

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Kommentare

Julie schrieb am 2011-10-01 13:48:40:
hey,das ist gut formuliert aber das hast du doch vom film platoon geklaut stimmts ?dort geht es auch um einen 22jährigen college studeten chris taylor ,der sich freiwillig gemedet hatte und da gab es genauso eine scene !!! benutz deine eigene fantasie und nicht die von oliver stone ! :D PS:guckt den film platoon (1986)
Juls schrieb am 2007-12-11 21:54:18:
Also, mir kommt diese geschichte nicht so in sich geschlossen vor, wie bei den anderen, die ich gelesen hatte, vielleicht meinst du deswegen, die anderen würden zu deinen besseren zählen?

Dennoch hast du mich innerhalb dieser paar Zeilen zum schweben, zum abheben gebracht, bis ich schließlich selbst in der Dunkelheit des Waldes war und den Regen spüren konnte. Das ist so unsagbar faszinierend!
Ich würd mich am liebsten ewig davon tragen lassen, Marten :)
Kimi schrieb am 2007-05-03 16:50:29:
also ich hab bis jetz zwar erst zwei gelesen aba die sind echt der hammer, sowas denkt man echt nich von dir das du sowas kannst ....voll geil!!!!werd die andern auch noch lesen;-) sehn uns...hdl :-) mach weiter so
Bomben Henne schrieb am 2007-04-26 20:35:38:
Hey, klasse Geschichte, hab ja schon ein paar von dir gelesen und ich find sie alle echt super. mehr fällt mir nicht
ein, ich bin Sprachlos.
hoffe es werden noch mehr
Lissy schrieb am 2007-04-14 22:45:07:
Mensch was soll ich dazu sagen.....
Unglaublich geschrieben
HDL
Lady schrieb am 2007-04-12 08:32:52:
ich hab ja als erstes die geschichte " Wofür" gelesen, die war schon sehr gut, aber die toppt das ehrlich gesagt, du schreibst so, dass man sich so gut in die person hinein versetzen kann, das man das alles vor augen hat was du schreibst, als würde man gerade diesen moment leben, so geht es mir auf jedenfall dabei...ich hoffe wir werden mehr von dir zu lesen kriegen marten :)

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