Der Raub-Die Geschichte von 4 Jungen vorletzter Te
von
blacknight99
1
2
3
-Der Raub-
Die Geschichte von vier Jungen
VORLETZTER TEIL
Gerade als Martin auf seinem Fahrrad die Auffahrt zum Krankenhaus hinauffuhr,fing es an zu regnen.
Erst plätscherten vereinzelte Tröpfchen hinab gen Boden,doch schon bald entwickelte sich
aus ihnen ein unabreißender Strom aus Wasser.
,,Tränen des Himmels."hatte Martins Großvater immer gesagt wenn es plästerte.
,,Wieso weint der Himmel?"hatte der damals 5-jährige Martin immer gefragt.
,,Der Himmel hat vieles zu beweinen,mein Kind."hatte der Großvater immer
geantwortet.
,,Er beweint die Kriege die wir führen.Die Menschen,die sich gegenseitig abmetzeln und die Hungernden,die vor sich dahinvegetieren.
Aber vor allem beweint er die Kriege."
Damals hatte Martin die Worte des alten Mannes nicht verstanden.
Erst mit 12,als sie in der Schule den 2.Weltkrieg hatten,hatte Martin verstanden.
Sein Großvater war im Krieg deutscher Soldat gewesen.
Er hatte immer versichert,im Krieg hätte er nie in vorderster Front gekämpft.
,,Bei der Artillerie!Ich war bei der Artillerie!Ich hab nie einen Ami zu Gesicht bekommen."
pflegte der Großvater immer zu sagen.
Doch Martins Mutter hatte es besser gewusst.
,,Der Alte erzählt den Kindern Quatsch damit sie keine Angst haben!"
sagte sie einst zu Papa.
,,Doch er kämpfte nicht bei der Artillerie.
Er war an der Front.Er war Funker in der Normandie."
Martin hatte damals zwar nicht gewusst was ein Funker oder die Normandie war,hatte aber gespürt,dass sein Opa schlimme Dinge erlebt haben musste."
Martin befestigte sein Fahrrad mit einem Schloss an einem Fahrradständer und lief dann über einen Kiesweg zum Eingang.
Die adrette Krankenschwester hinter der Anmeldung blickte nur kurz auf als er die Eingangshalle des Krankenhauses betrat.
Die Halle wurde durch die Lichtbrechung eines riesigen Aquariums,dass in der Mitte des Saals stand,in diffuses Licht getaucht.
Martin würdigte den farbenfrohen Fischen und nachgebauten Korallenriffen nur einen Seitenblick und betrat einen Fahrstuhl,der gerade im Begriff war,die Türen zu schließen.
In letzter Sekunde zwängte sich Martin zwischen den sich schließenden Türen hindurch
und sicherte sich einen Platz zwischen den Fahrstuhlinsassen.
Eine ältere Frau in spießigem Kleid rümpfte kurz die Nase als er sich an eine Fahrstuhlwand lehnte.
Martin warf ihr einen bösen Blick zu un verschränkte die Arme.
Eine mollige Krankenschwester,die stark nach Zwiebeln roch,öffnete kurz den Mund als wolle sie eine Konversation mit Martin beginnen,entschloss sich aber dann doch dagegen und prüfte einige Unterlagen,die sie in Händen hielt.
Der Fahrstuhl sackte ganz kurz nach unten,wobei Martins Herz einen Satz machte und bewegte sich dann summend nach oben.
Ein chic gekleideter Mann,der eine Künstlermapp unter den Arm geklemmt hatte,kramte in seiner Jackentasche und zog dann eine Marlboro-Schachtel daraus hervor.
,,Rauchen verboten!"zischte die spießige Frau,wobei sich ihre Nase kräuselte.
Der Mann murmelte etwas Unverständliches,was stark nach ,,Tussi!"klang und ließ die Zigaretten wieder in seiner Tasche verschwinden.
Der Aufzug hielt im 3.Stock und die mollige Krankenschwester verließ den Fahrstuhl.
Dafür betrat ein etwa 10-jähriger Junge den Aufzug und lehnte sich ebenfalls gegen eine Wand.
Der Junge hatte Kopfhörer in den Ohren und die Musik dröhnte im ganzen Aufzug.
Eine Cappie saß seitenverkehrt auf seinen Kopf.
Mehrere Ketten,Armbänder und Ohrringe funkelten.
,,Könntest du die Musik leiser stellen?Das ist ein Krankenhaus,keine Disco!"sagte die Dame zu dem Jungen.Ihre Nasenflügel wölbten sich und ihre Augen glitzerten angriffslustig.
Der Junge nahm die Kopfhörer von den Ohren.
,,Was is'?"fragte er.
Die Spießerdame wiederholte ihre Worte.
Darauf sagte der Junge:,,Fick dich,Alte!",und setzte sich die Kopfhörer wieder auf den Kopf.
Die Gesichtshaut der Frau wechselte zu puderrot,ihre Nase senkte sich beim Atmen stark auf und ab.
,,Hör mal,Bursche..."begann sie.
Doch im selben Moment ertönte ein kurzes Glockengeräusch und die Tür des Fahrstuhls öffnete sich.
Schnell flüchtete Martin in die 5.Etage,froh,sich nicht diese Konfrontation anhören zu müssen.
Schnellen Schrittes lief er durch die steril weißen Flure.
Zimmer 139,Zimmer 140...da Zimmer 141.
Martin klopfte kurz gegen die graue Tür und betrat dann den dahinterliegenden Raum.
Das Zimmer wurde von einem großen Bett beherrscht.
Der Regen prasselte heftig gegen die großen Fenster.
Der graue Himmel lieferte einen schlechten Kontrast zu den weißen Wänden.
Über dem Bett hing ein Kreuz,schließlich war dies hier auch ein katholisches Krankenhaus.
Im Bett lag Martins Großvater.
In den letzten Tagen schien sich der Zustand des Mannes verschlechtert zu haben.
Sein Gesicht war eingefallen,die Augen geschlossen.
Ein Schlauch war in seinen Arm gebohrt und führte zu einem Katheter,der neben dem Bett stand.
Martin dachte sein Opa würde schlafen und setzte sich auf einen Stuhl am Fenster.
Doch der Mann hörte das Scharren des Stuhls,als Martin ihn zu sich schob und öffnete die
Augen.
,,Mein Junge!"sagte er.Seine Stimme war nur ein flüsternd,voller Wehmut und Melancholie.
,,Großvater!"sagte Martin und umfasste die dürre Hand seines Opas.
,,Wie geht es dir,Opa?"
Der Großvater seufzte traurig.
,,Die Schmerzen werden immer schlimmer.
Manchmal kommen sie tagsüber und legen sich wie ein schweres Gewicht auf meine Brust oder umfassen kurz meinen Hals.
Oder sie kommen nachts und rauben mir die Luft bis ich denke ich sterbe,doch dann lassen sie mir doch noch ein paar Stunden."
,,Opa,hör mir zu,ich werd' dir helfen.Bald kann ich die Operation finanzieren."
Der Großvater deutete mit einem Kopfnicken auf die Jesusfigur am Holzkreuz.
,,,Selbst er konnte mir nicht helfen.Wobei ich ihn lang genug angebetet habe.
Wie willst du mir dann helfen?"
,,Das darf ich dir jetzt nicht sagen!"
,,Mach bloß keinen Unsinn! Ich will nicht das wegen mir ein Unglück geschieht."
,,Das wird es nicht!"entgegnete Martin,doch er war sich da selbst nicht so sicher.
Phase I
00.39 Sonnenwall
,,Schmid's Jagd- und Sportwaffen" prangerte es auf dem Neonschild über dem kleinem
Laden.
In der Einkaufsstraße Sonnenwall brauchte man fast keine Straßenlaternen,so hell leuchtend waren diese Neonschilder.
Direkt gegenüber leuchtete MC'Donalds,an der Straßenecke warb ein Sex-Shop für seine Produkte.
Um diese Uhrzeit war es leer auf den Straßen der Stadt.
Außer einigen Obdachlosen,Grufties oder Polizisten traf man hier niemanden an.
,,Alles ruhig!"meinte Daniel als er über die Straße blickte.
Er,Ahmed,Stefan und Martin
1
2
3
Kommentare
christoph schlüter schrieb am 2006-07-16 12:40:02:
Spannend! Mir fällt es immer wieder schwer zu glauben, dass du erst dreizehn bist ( auch gerade wenn man deine Kommentare unter anderen Geschichten liest ). Dafür bist du vom Ausdruck her wirklich verflucht gut.
Alle Achtung, möchte gerne wissen, wie du erst in ein paar Jahren schreibst.
Sicher hat diese Story noch die ein oder andere kleine Schwäche, besonders was die Klischees angeht, aber dennoch: sie gefällt mir gut.
Kommentar hinzufügen