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Kategorien > Wahrheiten > Nachdenkliches

Der Schuss

von Mary

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Der Schuss

Ich wusste nicht was passiert war. Ich realisierte es nicht. Ich stand einfach nur da und sah vor mich hin. Ganz zufällig wurde ich Zeugin des Banküberfalls. Der Täter hatte Geiseln genommen. Die Polizei hatte alles mit einem Band weiträumig abgesperrt. Hinter diesem Band standen Schaulustige. Ich war eine von ihnen. Ich stand ganz vorne. Mit meiner Hängetasche über der Schulter. Die Polizei schrie immer wieder zu den vielen Menschen, dass sie verschwinden sollen. Aber niemand tat dies. Es war zu aufregend. Ich war aber nicht aufgeregt gewesen. Ich hatte es einfach nur beobachtet. Ohne Gefühlsregung. Vielleicht war ich zu entsetzt über das Geschehen. Die Polizei verhandelte mit dem Mann. Ich weiß nicht mehr was sie genau sagten. Es war, als wäre ich die einzige die zusah. Die Polizisten wurden immer nervöser, weil nichts geschah. Die Verhandlungen nutzten wohl nicht viel. Mein Herz klopfte in einem gleichmäßigen Rhythmus. Ich bewegte mich nicht. Meinen Arm hatte auf die Tasche gelegt. Eine Nachrichtensprecherin und eine Kameramann begannen zu filmen. Ihre Stimme war voller Hektik. Plötzlich regte sich etwas. Der Geiselnehmer stürzte aus der Bank. Die Sekunden nahm ich als Minuten wahr.
Er brüllte etwas. Die Polizisten begannen mit ernsten Gesichtern ihre Waffen zu zücken. Wieder schrie der Mann etwas. Ich verstand es nicht. Der Mann hatte auf einmal auch eine Pistole in der Hand. Wieder rief der Mann etwas. Er sah angespannt und fertig mit den Nerven aus. Die Polizisten redeten auf ihn ein.
Ein Schuss ertönte. Was war passiert? Ich verstand nichts. Die Welt war auf einmal still. So leise. Ich bewegte mich nicht. So wundervoll still. Warum sahen alle so entsetzt? Mein Herz klopfte rhythmisch. Eine Frau neben mir schrie auf. Oh mein Gott!! kreischte sie. Oh mein Gott! Oh mein Gott! Was hatte sie? Mein Herz pochte.
Und plötzlich… hörte es auf zu schlagen.
Langsam sackten meine Knie ein. Ich wurde klar im Kopf. Ich war erschossen worden. Die Kugel hatte direkt mein Herz getroffen. Ich dachte an meine Familie. Meinen Freund, der auf mich wartete. Meine beste Freundin. Wie viel Uhr war es jetzt? Ich wurde müde. Erschöpft. Von meinem Leben? Ein Mann rannte auf mich zu. Ganz in weiß. Ein Sanitäter? Schlafen. Ich wollte schlafen. Überall Stimmen. So laute Stimmen. Der Mann rannte immer noch. Es war als würde er nicht vorwärts kommen. Es war ein grauer Tag. Ich mochte Regen. Alles wurde auf einmal leiser. Als hätte man die Lautstärke zurückgedreht. Müdigkeit. Ich wollte schlafen. Ich war so müde. Sanft schloss ich die Augen.

Mit dieser Geschichte wollte ich darauf hinweisen wie plötzlich alles vorbei sein kann. Über Kommentare würde ich mich freuen.

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Kommentare

sherry_vine schrieb am 2009-09-22 01:31:42:
ich hatte auch schon oft solche Szenen in meinem Kopf gehabt.
Ich denke es ist eine Urangst und jeder sollte ruhig darüber nachdenken.
Gefällt mir!
lg

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