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Kategorien > Mysterie > Horror

Der Seelenstein

von mera

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Die Nacht war klar. Man konnte die Sterne sehr gut erkennen. Doch es war auch sehr frisch und nur langsam kamen kleine Wolken auf, welche die Nacht etwas milder werden ließen und die sich nur schleppend über den Mond legten, der zuvor alles erhellte.
Der Wind tobte über die Felder hinweg und brachte die gering vorhandenen Blätter der wenigen Bäume, die sich mitten in den Feldern befanden, zum Rascheln. Auf einigen fast kahlen Ästen saßen Raben, die ihre Schnäbel in ihr Gefieder steckten und schliefen. Durch die Felder führte nur eine ungepflasterte Straße, die von einer Hauptstraße zu einem verlassenen Grundstück mit einer heruntergekommenen Villa inmitten des Getreides führte. Um die Villa herum befanden sich einige Bäume und sehr viele Sträucher. Es war eine sehr große alte Villa, deren Fensterläden beschädigt waren und teilweise schon zur Seite herab hingen. Einige schlugen durch den Wind immer wieder gegen die Holzfassade des Hauses und die Fenster selbst, weshalb das Fensterglas bereits in Scherben auf dem Boden vor dem Haus lag.
Der Holzboden der Veranda war brüchig, knirschte und quietschte, ohne dass irgendjemand darüber lief. Teilweise waren die Bretter herausgerissen, so dass im Laufe der Jahr große Löcher entstanden waren. Hinzu kam, dass sich mehr als genug Holzwürmer dort aufhielten, so dass man beim Betreten des Hauses wohl ein Risiko einging.
Wenn der Wind durch die Spalten zog, vernahm man ein grauenhaftes Heulen.
Seit Jahrzehnten hatte dieses Haus niemand mehr betreten. Niemand hatte sich gewagt, auch nur in die Nähe des Hauses zu kommen, weil man sich merkwürdige Geschichten darüber erzählte, über die viele nur lachen konnten, sich aber selbst nicht trauten, es aufzusuchen. Auf der einen Seite erzählt man sich, dass hier eine Familie abgemetzelt wurde, deren Geister noch immer in dem Haus spuken sollen, auf der anderen Seite, soll eine junge Frau von ihrem eigenen Ehemann vor Jahren in dem Haus festgehalten geworden sein und damit sie ihm nicht entfliehen konnte, soll er sie lebendig in eine Wand gemauert haben.
Man konnte die beiden Gerüchte nie beweisen.
Nicht weit von diesem Grundstück befand sich jedoch auch ein alter heruntergekommener Friedhof, deren Bäume ziemlich verwachsen, die Grabsteine brüchig, umgeworfen oder zerschlagen waren. Auch diesen hatte man Jahre nicht betreten, was man ihm deutlich ansah. Denn die kleine Kapelle, die sich direkt nebenan befand, konnte man sich nur noch als Ruine betrachten. Der kleine Turm, mit der Glocke, war nach inne gestürzt und die Wände Stein für Stein teilweise abgetragen. Trat man in das Innere der Kapelle, befand man sich fast schon wieder in einem verwachsenen Garten, da das Unkraut bereits durch die Trümmer trieb. In den hoch liegenden Fensterrahmen, nisteten sich die Raben und Krähen ein. Von irgendeinem Baum, welcher sich auf dem Friedhof befinden musste, konnten man eine Eule vernehmen, welche die düstere Stimmung auf dem Gelände nur noch verstärkte. Auch der Wind, der über die Gräber und durch die Ruine wehte, ließ alles erschauern.

Celina, Kara, Frances, Philipp und Marcus hatten die Oberstufe erst hinter sich gelassen und waren entschlossen eine Radtour von ... bis ... zu unternehmen. Es war geplant, dass sie sich an die Hauptstraßen hielten. So kam es, dass sie auch auf die Hauptstraße gelangten, die an dem Trampelpfad vorbeiführte.
Es war schon lange dunkel und die Mädels konnten langsam nicht mehr in die Pedale treten. Also wollten sie sich für die angebrochene Nacht ein Plätzchen suchen, wo sie ihre Zelte aufbauen konnten. Doch dies war gar nicht so einfach. Die Straße war scheinbar endlos und überall nur Getreide. Sie wollten aber auch nicht am Straßenrand rasten.
„Könnt ihr nicht noch etwas durchhalten, bis wir den nächsten Ort erreicht haben?“, erkundigte Philipp sich, ohne dabei aber mit seinem Bike stehen zu bleiben.
Frances aber wurde langsamer. Sie war am Ende mit ihrer Kondition und brauchte dringend eine Pause.
„Nein, ich kann jetzt nicht mehr. Außerdem kommen Wolken auf und wenn wir jetzt noch ewig weiterfahren, sind wir dann klatschnass und holen uns den Rest“, jammerte sie und versucht, wenigstens die anderen davon zu überzeugen.
Marcus, der wie alle, stehen geblieben war, hatte die gleiche Meinung wie Frances. Zudem hatte er höllischen Hunger.
„Also ich bin ganz ihrer Meinung. Und ich sterb' außerdem auch bald vor Hunger!“
„Du denkst auch nur ans Essen oder? Sei froh, wenn du die angefressenen Pfunde wieder runter kriegst“, stichelte Phillip seinen Freund, der ihm einen verächtlichen Blick zuwarf.
„Sorry, aber ich würd' auch gern die Zelte auf bauen und langsam mal pausieren!“, stimmte Celina, deren Meinung Phillip die wichtigste war, den anderen zu.
„Na super, stell dich ruhig auf die Seite der anderen“, beschwerte er sich bei seiner seit ihrer Kindheit besten Freundin. „Ich dachte, dass wenigstens wir beide zusammenhalten“, fügte er vorwurfsvoll hinzu.
„Mein Gott, jetzt hab' dich nicht so. Du wirst schon nicht gleich dran sterben, wenn wir jetzt die Zelte aufbauen und nicht im nächsten Ort ankommen“, setzte sie Augen verdrehend entgegen. „Ich würde sagen, wir fahren jetzt nur noch ein Stück, bis wir eine größere Fläche finden, wo wir rasten können, um nicht die Straße zu nutzen. Und das war's das für heute erst mal“, sprach sie das letzte Wort zu dem Thema, womit sich alle zu Frieden geben mussten.
Zwar nörgelte Frances und auch Marcus wieder, weil sie noch immer ein Stück fahren mussten, aber immerhin besser, als bis in den nächsten Ort zu radeln.
Philipp jedoch passte dies überhaupt nicht, einfach so im nirgendwo zu nächtigen. Er hatte kein wirklich gutes Gefühl dabei, schließlich kamen nicht sonderlich viele Autos über diese Straße. Zudem fühlte er sich überrumpelt. Er sah sich gern als denjenigen, der das Zepter in der Hand hielt, neben Celina. Normalerweise waren die beiden seid klein auf die besten Freunde, andererseits auch gleichzeitig Konkurrenten. Celina gab zwar auch gern mal nach, wenn es so schien, dass er die besseren Argumente hatte, doch versuchte sie stets ihren eigenen Teil mit anzubringen, wenn ihm das nicht passte, sprach sie das Machtwort und Basta. Wenn er ehrlich zu sich selbst war, musste er eingestehen, dass sie eigentlich die Chefin war und immer zum Wohle der Truppe handelte und stets bemüht war, einen Kompromiss zu finden, statt nur ihre eigene Meinung durchzusetzen.
Die Einzige, die keinen Mucks von sich gab und alles so hin nahm, wie es beschlossen wurde, war Kara. Ihr war es im Prinzip egal, wann und wo sie rasten würden. Sie hatte noch genügend Ausdauer, um auch gut bis zum nächsten Städtchen zu fahren, sie war noch nicht hungrig und noch nicht müde. Sie fügte sich einfach der Gruppe, ohne jeden Widerstand.
Die fünf schwangen sich auf ihre Sattel und fuhren im alle im gleichen Tempo, um zusammen zu bleiben, die Straße weiter entlang.
Es dauerte nicht allzu lang, als alle feststellten, dass Frances Recht

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