Der Sinn des Lebens
von
Franziska Lenz
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Traumauto, nur ein Ziel ist. Ein wirklicher Sinn lässt sich offenbar nicht finden.
Circa 4.000 Jahre später, im Mittelalter, hat die Religion das Leben bestimmt. Das Christentum war weit verbreitet, und somit bestand der Sinn des Lebens (für Christen) darin, ein „frommes Leben“ zu führen, um nach dem Tod in den Himmel zu kommen. Oder anders formuliert: das Ziel der Christen war es, und ist es immer noch, in den Himmel zu kommen. Daraus schließe ich, dass allein der Glaube an etwas Übergeordnetes auch nicht der Sinn des Lebens ist.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstand mit der romantischen Epoche ein neues Lebensgefühl, das die Menschen in Einklang mit der Natur brachte und von Harmonie durchzogen war. Zu jener Zeit fanden die Menschen dadurch Erfüllung, alles zu erleben, zu empfinden und zu genießen. Da es ein unerreichbares Ziel ist, dies zu schaffen, stellt sich mir die Frage, ob alle Romantiker sinnlos lebten?
Die auf die Romantik folgende Epoche des Realismus, spiegelt den von mir erfundenen „Fragetyp zwei“ wider: „Der Sinn des Lebens war es, durch seine Taten zu einem materiellen Wohlstand zu kommen.“ Ich stelle die Frage noch einmal: Was ist, wenn ein Mensch all seine materiellen Träume erwirtschaftet hat? Damit wäre ihm sein Lebenssinn genommen, und er könnte sich vom Leben verabschieden. Doch aus irgendeinem abstrusen Grund hält ihn immer noch irgendetwas im Leben. Wenn wir Menschen herausfinden könnten, was dieses „irgendetwas“ ist, wäre vielen geholfen.
Als heutigen Sinn des Lebens führt Lukas Nagel leider auch nur ein weiteres Lebensziel auf. Er sagt, dass es zumindest für die meisten Menschen Sinn ihres Bestehens sei, glücklich zu sterben. Im selben Augenblick wirft sich die Frage auf, wann ist ein Mensch glücklich?
Der Philosoph Aristoteles erweitert diese Frage mit einer Aussage zum Sinn des Lebens. Er behauptet, dass ein Mensch, der zufrieden mit sich selbst und seinem Leben ist, den Sinn des selbigen gefunden habe. Die neue Frage, die zum Sinn des Lebens führen könnte, lautet folglich: Wie kann ein Mensch es schaffen, zufrieden mit sich und seinem Leben, und somit glücklich zu sein?
Das Verhalten von Goethes Faust, also sein Bemühen, Erfüllung durch Wissen zu erlangen, deckt sich mit dem, was Immanuel Kant einst über den Sinn des Lebens sagte. Kant sieht diesen darin, nach vollkommener Erkenntnis zu streben. Doch auch das ist nur eine Zielsetzung.
Scheinbar können nicht einmal Philosophen bei der Beantwortung der Frage nach dem Sinn des Lebens helfen. Es drängt sich mir die Vermutung auf, dass die Frage schlicht und einfach nicht zu beantworten ist.
Aber was ist mit dem Sinn meines Lebens? Ich muss sagen, dass ich nun, während meine Ausführungen sich dem Ende neigen, keine Vorstellungen mehr bezüglich dessen habe.
Ich dachte immer, dass die Schule, meine Freunde und ein Ausbildungsplatz meinem Leben einen Sinn geben würden. Außerdem glaubte ich Erfüllung im Sport sowie im Hören von Musik zu finden. Unbegrenzte Phantasie, Ironie und gewöhnungsbedürftiger Sarkasmus sind das, was ich mir während meines Lebens angeeignet habe, sind das, womit ich bisher jedem Tag einen ganz besonderen Sinn geben konnte, sind das, was mich einst ausmachte und erfüllte. Der Sinn meines Lebens war es, meine Talente gezielt auszuspielen, mit einem fröhlichem Lachen im Gesicht mit meinem Umfeld zu interagieren und mich darum zu bemühen, jeden Tag zum schönsten in meinem Leben zu machen. Doch es kam der Tag, an dem ich mein Lachen verlor und nicht mehr wieder fand. Es kam der Tag, an dem ich mein Dasein hinterfragte und einen Sinn für all die mir widerfahrenen guten und schlechten Dinge suchte. Und was passierte, sobald ich mir die Frage nach dem Sinn meines Lebens stellte? Ich fiel in ein tiefes Loch, da ich keine Antwort auf diese Frage fand. Ich verlor den Mut auf der Suche nach meinem echten Lachen und wollte die Suche fast schon aufgeben. Doch „irgendetwas“ in mir war fest entschlossen, um dieses Lachen zu kämpfen und ich selbst bin nun dazu bereit, diesen Kampf auf mich zu nehmen. Ich denke, dass alles einfacher gewesen wäre, wenn ich nicht nach dem Sinn meines Lebens gefragt hätte und alles so hingenommen hätte, wie es passiert ist. Ich bin davon überzeugt, dass irgendjemand, irgendwo genau dieses Leben für mich vorgesehen hat, und falls es ein Spiel ist, wäre es geschummelt, vorher auszusteigen. Ich werde darauf warten, aus diesem Spiel „rausgeschmissen“ zu werden, und bis das soweit ist, ist mein persönlicher Sinn des Lebens, dieses so zu leben, wie es kommt und wie es mir gefällt. Wie meine Ausführungen zeigen, ist dies auch mehr ein Lebensziel, also ein „vorgeschobener“ Lebenssinn, aber ich denke, dass ich vorerst damit gut bedient bin.
Meiner Meinung nach muss letzten Endes jeder für sich den Sinn seines eigenen, persönlichen Lebens definieren. Wenn die Suche nach einer Antwort leichter fällt, wenn man sich zunächst einmal kleine Ziele steckt und diese bis zu ihrem Erreichen als den Sinn des Lebens sieht, dann ist das durchaus human. Der wirkliche Sinn des Lebens muss etwas Übergeordnetes sein von dessen Existenz bis dato niemand weiß und wahrscheinlich auch niemals wissen wird. Möglicherweise sollten wir Menschen diesem Etwas nicht genauer auf den Grund gehen. Vermutlich wäre es auch für Doktor Johann Faust besser gewesen, denn es kann an und für sich nichts gutes dabei herauskommen, wenn man sich mit dem Teufel einlässt, oder?
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Kommentare
Likeaphoenixfromtheashes schrieb am 2008-12-24 19:25:20:
Das wort : "Der Sinn" existiert erst seit : "der Mensch" existiert..
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