Der Sklavenmarkt Teil2 /1
von
Lillium
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Zehn Jahre später.
„ Liebste Scarlett.
Du zarte Blume, du funkelnder Stern am Himmel. Wahrlich bist du nicht zu beschreiben. Deine Eleganz und deine Anmut bannen mich jedes Mal, wenn ich dich erblicke. Ich möchte dich bitten, mich auf das Hoffest des Grafen am Sonntag zu begleiten.
In liebe, Richard“ Scarlett warf Adeline einen skeptischen Blick zu, worauf beide zum Lachen anfingen. „ In Liebe, Richard“, wiederholte Scarlett. „ Was bildest der sich denn ein?“ Adeline wischte sich eine Träne aus den Augen. „ Los, der nächste“, forderte sie mit einem bösartigen Lächeln auf den rosigen Lippen. Scarlett tat wie ihr geheißen und angelte nach dem nächsten Brief. Nun war das Mädchen achtzehn Jahre alt geworden, von atemberaubender Schönheit und unglaublich hochnäsig und eingebildet. Im Moment las sie zusammen mit Adeline die Briefe der Freier, von denen sie unzählige hatte und keiner von den jungen Knaben war gut genug, um ihren Ansprüchen zu genügen. Traf sie sich dennoch mit einem der Thore, die sich in die Schönheit verliebt hatten, war es rein zum Vergnügen des Mädchens, das, im Anschluss auf Spott und Hohn, die Knabenherzen in tausend kleine Stücke zerbrach.
„ Magda!“, plärrte Scarlett schließlich und eine hagere Maid mit dunkelblonden Haaren trat in die Stube ein. Scarletts persönliche Sklavin. „ Verbrenn die“, herrschte Scarlett und schleuderte Magda die Briefe, die sie bereits gelesen hatte entgegen. „ Wie Sie wünschen“, murmelte Magda dumpf. „ Wie Sie wünschen was?“ Scarlett hob erwartungsvoll ihre Augenbrauen. Magda warf ihr einen kurzen, finsteren Blick zu und ergänzte: „ Herrin“
„ Muss ich dir das ständig sagen? Bekommst du das denn nicht in deinen Kopf hinein?“ Scarlett erhob sich aus ihrem Bett, indem auch Adeline voller Vorfreude lag, trat auf die Dienerin zu und verpasste ihr eine schallende Ohrfeige. „ Dumme Gans“ Adeline kicherte, sichtlich zufrieden.
Magda waren vor Schreck die Briefe zu Boden gefallen. „ Ungeschickt auch noch…so unbrauchbar. Na worauf wartest du? Heb sie auf!“ Magda tat wie ihr befohlen wurde und sammelte die Briefe ein, während sie von den beiden anderen verhöhnt wurde.
„ Wie hässlich sie ist“, lästerte Adeline. Scarlett nickte: „ Ich weiß und strohdumm….strohdumm sag ich dir, ich weiß nicht warum ich mir gerade die ausgesucht habe“ Magdas Nasenflügel blähten sich vor Zorn, aber sie ertrug die Verspottung mit dem letzten Rest von Würde, die sie noch besaß. Am liebsten hätte sie dieser Gutsherrntochter den Hals umgedreht.
„ Verschwinde Magd, dein Anblick verdirbt uns noch den schönen Tag“, sprach Scarlett, während Magda die Fäuste ballte. „ Jawohl…Herrin“, zischte sie und musste sich stark am Riemen reißen, damit ihr nicht ein bösartiges Wort über die Lippen huschte.
Auf dem Weg zum Brennofen begegnete ihr eine Magd namens Sara. „ Was ist denn mit dir los?“, wollte sie wissen. „ Scarlett ist los…dieses Miststück gehört an die Kette des Hofhundes, die ist schärfer als der Köter“ Saras Augen weiteten sich. „ Pst, doch nicht so laut“ Magda war erst seit einigen Monaten am Gut beschäftigt. Sie hatte sich weder eingelebt, noch würde sie dies jemals tun. Eigentlich war sie eine zu starke Persönlichkeit um sich zu beugen, aber die Haselrute und die Peitsche des Gutsherrn waren ihrem Rücken schon ein alt bekannter Freund. Schon etliche Male hatte sie Scarlett widersetzt, was ihr teuer zu stehen gekommen war.
„ Übrigens“, setzte Sara an und Magda horchte auf. „ Du sollst die Wäsche abnehmen, das Wetter wird wohl nicht mehr lange halten“ Magda nickte. „ Natürlich, alles lieber, als das Weib wiederzusehen“ Sara schüttelte bedauernd den Kopf, Magda hatte nach all den Schikanen noch immer nicht begriffen, dass das alles keinen Zweck hatte.
Aber Magda würde keinesfalls aufgeben, als sie die Briefe dem Feuer übergab hätte ihr Lächeln genau so gut vom Teufel höchstpersönlich sein können.
Ein Poltern ließ Scarlett aus dem Schlaf aufschrecken. Sie rieb sich die schlaftrunkenen Augen, erhob sich und steckte die Füße in die Pantoffel. Ihr Fenster stand offen, die weißen Vorhänge tänzelten mit dem sanften Wind, der mit ihnen spielte. Scarlett stieg ein seltsamer Duft in die Nase, ihr Zimmer schien erhellt zu werden. Bevor das Mädchen jedoch zum Fenster treten konnte, donnerte die Zimmertür auf und ein großer, junger Mann stand plötzlich im Raum. Scarlett entfuhr ein Schrei.
„ Hallo meine Schöne“, sagte er und grinste psychopathisch. Erschrocken starrte Scarlett in seine unnatürlichen Augen, so bleich wie der Mond. „ Na überrascht?“, fragte er. „ Wer bist du?“, rief Scarlett. „ Oh wir duzen uns, wie nett“ Er trat näher an sie heran. „ Bleib weg, sonst „ Sonst was?“ Scarlett musterte ihn verdutzt. „ Sonst wird mein Vater dir den Kopf abschlagen“ „ Ach tatsächlich…meinst du“ Er lächelte böse, während er sich weiter auf sie zu bewegte. „ Komm lass uns sein wenig miteinander spielen, was meinst du?“ „ Lass mich zufrieden!“, schrie Scarlett und huschte an ihm vorbei und stürmte die Treppen hinab. Ihr Herz klopfte, als sie erkannte, dass niemand im Haus war. Sie sprang die letzte Treppe hinab und bemerkte, wie sich ihre Pantoffel langsam vollsogen. Ihr Blick wanderte nach unten, das gesamte Vorhaus schien überflutet zu sein. Das Mädchen griff nach der Flüssigkeit und wäre beinahe in Ohnmacht gefallen, als sie bemerkte, dass sie einem Meer aus Blut stand.
„ Oh Gott…oh Gott“, jappte sie und hastete aus dem Haus um gleich darauf zu Eis zu erstarren. Ihre Augen weiteten sich, wieder stieg ihr der Duft in die Nase. Schlagartig wurde sie gepackt und zurückgezogen. „ Schockiert?“, raunte ihr der Mann zu. Scarlett standen Tränen in den Augen.
„ Herzlichen Glückwunsch“, sagte der Mann feierlich und fügte mit einem bösartigen Unterton hinzu: „ Zur Alleinerbschaft!“
An ein Kreuz genagelt, sah Scarlett ihre Eltern auf einem Scheiterhaufen verbrennen, ihr dröhnten die Ohren von den qualvollen Schreien ihrer Familie. „ Du….du…Bastard! Scheusal!“, brüllte Scarlett sich losreißend. Sie deute mit zitternden Finger auf den jungen Mann, der sie nur charmant anlächelte, so als ob gar nicht passiert wäre. „ Du weißt doch, meine Liebe, wenn du mit deinem Finger auf jemanden deutest, zeigen drei auf dich zurück“ Scarlett senkte ihren Arm und sah ihm verständnislos in die Augen.
„ Du nennst mich Bastard, obwohl du so viele Leben auf dem Gewissen hast? Du heißt mich ein Scheusal, obwohl du doch selbst so unerträglich bist“ Kein Lächeln, kein Anflug mehr von gespielter Freundlichkeit. Der Mann war todernst. Scarlett stolperte zurück, als er immer näher auf sie zu kam. „ Ich“, fiepte sie. „ Du, meine Kleine, bist nicht besser als ich, aber ich weiß wenigstens, dass ich ein Schwein bin, aber was ist mit dir? Weißt du das über dich selbst auch?“ Unsanft packte er das verschreckte Mädchen, zog sie zu sich her und knurrte ihr zu:
„ Aber wenn du so traurig über deinen Verlust bist, bin ich gerne bereit, dich ebenfalls ans Kreuz zu nageln“ „ Nein…lass mich los du
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Kommentare
Veronica Wallner schrieb am 2009-11-10 18:42:06:
wow ich finde deinen Schreibstil einfach nur klasse...
hm, wo kommt eigentlich des Blut her, klang als wär jemand abgeschlachtet worden, aber sonst ist kein hinweis mehr darauf
Lg Veronica
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