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Kategorien > Gewalt und Mord > Rache

Der Sklavenmarkt Teil3 /2

von Lillium

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Vor Erschöpfung war Scarlett wohl eingeschlafen, denn als sie erwachte, stand die Kutsche still und niemand außer ihr befand sich darin. Plötzlich steckte der Kutscher seinen Kopf herein. „ Na…niemand bei dir, kleines Mädchen?“ „ Nein“, erwiderte Scarlett knapp. „ Gut“, grinste der Mann und stieg in die Kutsche. „ Dann sind wir ungestört“ Scarlett begriff erst, als er ihr an die Brust langte, was der Mann vorhatte. Sie wehrte sich, doch war sie durch ihre Fesseln sehr beeinträchtigt. „ Ganz ruhig, halt still, mit Fußfesseln wird das nichts. Scarlett hielt inne, als der Mann die Seile an ihren Beinen mit einem Messer zerschnitt. Sobald er fertig war, trat sie ihm mit voller Wucht in seinen Magen und stolperte unbeholfen über den, sich krümmenden Mann, aus der Kutsche. Sie erkannte sofort den Ort, an dem Menschen um das Leben von anderen feilschten.
Der Sklavenmarkt.
Das Mädchen stürmte mit nackten Füßen über die dreckige Straße, sie wollte fort. Einfach nur weg. Es herrschte viel Radau und Lärm und Scarlett achtete darauf, dass die anderen Leute sie nicht bemerkten. Unverfroren prallte sie mit jemand zusammen. Ein dicker Mann mit fettigem Haar musterte das Mädchen argwöhnisch, dass durch den Rückstoß unsacht auf ihrem Hinterteil gelandet war. „ Na so was, wo willst du denn hin?“ Er packte sie am Arm und zog sie hoch. „ Nimm deine dreckigen Hände weg!“, schrie Scarlett, was nur dazu führte, dass der Mann sie kräftig schlug. Schockiert hielt Scarlett inne, ihr dröhnte direkt der Kopf. „ So eine freche Sklavin, aber Geld wirst du mir bringen, so eine Schönheit verkauft man nicht alle Tage“ Der Dicke lachte und zerrte Scarlett mit sich. Sie konnte sich nicht losreißen, so sehr sie es auch versuchte. Der Mann führte sie zu einem Holzkarren, vor dem ein Maulesel gespannt war, der träge sein Stroh mümmelte. Am Wagen waren Eisenringe mit Ketten angebracht. Scarlett kannte die Metallhalsbänder, die den Sklaven um den Nacken gelegt wurden, damit sie nicht flüchten konnten. Nie im Traum wäre ihr eingefallen, eines Tages selbst eines umgelegt zu bekommen. Der Dicke schnallte das Mädchen fest, das bittend die Leute ansah, die vorübergingen. Niemand wollte ihr helfen, niemand erkannte das Kind.
Einige Interessenten inspizierten Scarlett. Obwohl sie sich vor den Berührungen sträubte, entziehen konnte sie sich ihnen nicht.
„ Wie viel?“ „ Dreißig Goldmünzen“ Der vermeintliche Käufer lehnte ab. „ Der kommt wieder“, grinste der Mann und lehnte sich zurück. „ Sieh einmal einer an, da ist sie ja“ Scarlett warf Peer einen überraschten Blick zu, dann wandte sie ihn schnell ab. „ Hey du, die gehört mir, sie ist mir weggelaufen“, bellte Peer. Der Dicke zuckte mit den Schultern: „ Dein Pech“ „ Was wie mein Pech, hä? Du kannst nicht einfach Sklaven klauen!“ „ Sie ist mir zugelaufen“ Peer schnaubte. „ Und jetzt ist der Besitzer da, also gib sie zurück“ „ Nein“ Dieses deutliche Wort ließ Peer Zähne knirschen. „ Einen Köter würdest du mir auch zurück geben, wenn er dir zu läuft“ Der Dicke grinste: „ Nicht wenn er so rassig ist“ Langsam verlor Peer die Geduld: „ Wie viel?“ „ Dreißig Goldene“ Er ballte die Fäuste, aber anstatt den Dicken für seinen Wucherhaften Preis zu verprügeln, packte er zornig seinen Geldbeutel.
„ Hier du Fettsack!“ Der Mann schnalzte tadelnd mit der Zunge: „ Na, na, das macht fünf mehr“ Stöhnend bezahlte Peer den Preis, darauf bedacht, dass nicht noch eine Beleidigung über seine Lippen kam. Der Mann schloss das Halsband auf und entfernte auch die Fesseln, woraufhin Peer Scarlett fest an der Hand nahm, so als ob er sie brechen wollte. „ Böses Mädchen“, flüsterte er ihr zu. Sie starrte auf den Boden.
„ Danke für den Kauf“, lächelte der Verkäufer zynisch. „ Ach, kauf dir ein Maulschloss dafür“, knurrte Peer und zog Scarlett schwungvoll mit sich.
„ Na toll, jetzt muss ich wieder Geld beschaffen, deine Eltern hatten ja nicht besonders viel im Haus“, ärgerte er sich. Scarlett ahnte bereits, womit Peer sein Geld verdiente. Diebstahl, Raub und Mord. „ Tja auf jeden Fall, bist du jetzt offiziell meine Sklavin…toll nicht wahr?“, meinet er optimistisch. Scarlett antwortete nicht, lediglich ein missmutiges Brummen war von ihr zu hören. Peer grinste: „ Auch wenn du mich hasst, ich werde dich lieben…Tag und Nacht, Nacht und Tag, Tag….“ Er hörte gar nicht mehr auf diese Worte zu wiederholen und Scarlett musste sich eingestehen, dass es etwas Schlimmeres auf Erden gab, als auf dem Sklavenmarkt verkauft zu werden. Nämlich die Sklavin eines Verrückten zu sein.

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Kommentare

finch schrieb am 2009-11-16 19:58:39:
Glorreiche Zeiten, als man noch 'nen Sklaven kaufen konnte..
*schwärm*
Naja, bei meinem Glück wär ich wahrscheinlich selber einer geworden. Ist also gar nicht sooo schlecht, dass das abgeschafft wurde. Zumindest nach deinen Schilderungen hier.
Ich hoffe nur, du hast da keine persönliche Erfahrungen gesammelt, so wie du da schreibst.. ^^
babsii@haefft.de schrieb am 2009-11-12 22:00:07:
Deine Geschicht ist toll,..mal was anderes ;)
ich bin ja gespannt wie es weiter geht!
lg babsi

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