Der Sklavenmarkt Teil 4/1
von
Lillium
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Zusammen mit Peer marschierte Scarlett durch eine finstere Gasse. Er sprach kein Wort, was das Mädchen äußerst eigentümlich fand, da er sonst ohne Unterbrechung quasselte ohne Punkt und Komma. „ W…wo gehen wir hin?“, wagte sie schließlich zu fragen, jedoch antwortete er ihr nicht direkt, sondern fing an ein Lied zu pfeifen. „ Hallo?“, hakte Scarlett ein wenig energischer nach. „ Zogen einst fünf wilde Schwäne, Schwäne leuchtend weiß und schön“ Sie starrte ihn perplex an, als er zu singen begann. „ Na los…du kennst doch den Text“, meinte er plötzlich, Scarlett schluckte. „ Mach schon!“, forderte Peer, sodass sie sich räusperte und leise sang: „ Sing, sing, was geschah?“ „ Keiner ward je mehr gesehn“, ergänzte Peer. Allerdings erreichten sie offenbar den Ort, den Peer aufgesucht hatte, noch bevor Scarlett gezwungen war, die fünf weiteren Strophen zu trällern. „ Da wären wir“, erklärte Peer mit einem feierlichen Unterton. Scarlett rümpfte die Nase, als sie das schäbige Wirtshaus erblickte. „ Hier wohne ich und du jetzt auch“, er packte Scarlett und zog sie mit sich in das Gebäude, indem, als sie es betraten, sie grölend empfangen wurden.
„ Peer, was schleppst du denn da an?“, fragte ein hagerer Mann, der in der Ecke an einem dreibeinigen Tisch saß und an seinem Krug Bier nippte. „ Meine neue Liebschaft“, grinste Peer und machte es sich ebenfalls an dem Tisch gemütlich. Scarlett stand inzwischen merklich fehl am Platz im Raum und musterte ihre Umgebung. „ Sehr hübsch…hübsch, hübsch“, sagte der andere Mann und leckte sich über die Lippen. „ Hol mir ein Bier!“, herrschte Peer, allerdings fühlte sich Scarlett keineswegs angesprochen. „ Hey Lettchen! Bier“ Empört über die Verunstaltung ihres Namens trottete Scarlett zur Theke und bestellte das, wonach ihr Herr und Meister geschickt hatte.
Der Wirt brachte das Gesöff und das Mädchen stelzte zurück. Sie musste darauf Acht geben, dass sie sich mit ihren nackten Füßen nicht am verwitterten Holzdielenboden verletzte. Sie stellte den Krug vor Peers Nase hin, der ihn in einem Zug leerte. Scarletts Augen weiteten sich. „ Was starrst du so Lettchen, bring mir noch eines“
Die ganze Zeit verbrachte Scarlett damit Krüge hin und her zu tragen, denn Peer und sein Freund Mirko tranken unheimlich schnell und waren auch dementsprechend früh am Abend betrunken.
„ Eines sag ich dir“, lallte Mirko und kippte beinahe vom Stuhl. „ Der…der Tod“ „ Der Tod“, wiederholte Peer. „ Ist auch nur ein Mensch“ „ Ja…ja ganz genau °hicks° denn Tote sind immer noch °hicks° Menschen!“, verkündete Peer und trank den letzten Schluck. „ Wie du und ich“ Mirko legte seinen Arm um Peer. „ Wie ich und…und °hicks° du“, grunzte Peer. Mit schrägem Blick beobachtete Scarlett die beiden Kerle, denen beinahe die Tränen kamen. Unerwartet erhob sich Peer und wankte, sich verabschiedend, die Stufen zu den Zimmern hinauf. ER hatte zuvor Scarlett gepackt, aber wahrscheinlich nicht darum, damit sie ihm folgte, sondern eher, weil er der Alkohol verursachte, dass er kaum zu stehen vermochte.
Geschweige denn gehen, die Treppen bewältigte er mehr kriechend. „ Da rein“, hickste er und stieß Scarlett in ein heruntergekommenes Zimmer. Es roch eigenartig und sie vernahm ein ohrenbetäubendes Schnarchen. Unbeirrt ließ sich Peer auf das Bett fallen, sogleich konnte man ein missmutiges Raunen hören.
„ Ups °hicks° falsches Zimmer“ Taumelnd verließ er dieses Zimmer wieder, dicht gefolgt von Scarlett. Sie betraten ein anderes. „ Ja….das °hicks° ist es“, freute sich Peer.
„ Sooo….Lettchen du darfst jetzt °hicks° dein hübsches Kleid ausziehen“ Peer grinste breit.
„ Wie bitte?“, entgegnete sie. „ Ausziehen!“, wiederholte Peer gereizt, aber sie wollte seiner Aufforderung nicht folge leisten, sodass er ihr die schlimmsten Drohungen an den Kopf warf, die ihm im Moment einfielen. Mit Tränen in den Augen begann Scarlett damit, sich zu entblößen, wobei sich Peer gelassen ins Bett niederließ, um ihr zuzusehen. Die Träger des Kleides rutschten über ihre Schultern und sogleich glitt es zu Boden. Scarlett verharrte, die Röte schoss ihr ins Gesicht und sie wartete auf weitere Anweisungen, jedoch blieben diese aus. „ Peer?“ Genüsslich grunzte er und drehte sich im Beet um. Diesmal war Scarlett noch einmal davon gekommen, denn der Alkohol hatte Peer flach gelegt.
„ Au, mein Kopf“ Schlaftrunken rappelte sich Peer auf, hielt sich benommen den Schädel, indem ein Schmied zu hämmern schien. Verschwommen nahm er seine Umgebung wahr. Ihm war speiübel. Plötzlich klopfte es an der Tür und bevor er überhaupt Einlass gewährte schwang die Tür auf und die Wirtin donnerte herein.
„ Gehört das Weib dir?“, rief sie zornig und zerrte Scarlett vor das Bett. Peer raunte missmutig: „ Leiser Laverne“ „ Typisch, saufen, aber dann nichts aushalten“ „ Leiser Laverne“, bat Peer abermals. „ Schließ deine Tür ab, dein Gesindel steigt in meiner Küche herum“ Peer blinzelte: „ Küche?“ „ Ja… am Ende stiehlt sie mir noch was“ „ Ich stehle nicht“, entrüstete sich Scarlett. Die Wirtin lachte laut auf: „ Und das soll ich dir glauben?“ Peer hielt sich die Ohren zu und knurrte: „ Leiser…Laverne!“ „ Also hör zu, Peer! Sperr dein Sklavenbalg ein, oder du fliegst raus, verstanden?“ „ Ja laut und deutlich…laut und deutlich!“, erwiderte er mit einem Hauch von Zorn in seiner Stimme.
„ Fabelhaft!“ Laverne verließ polternd das Zimmer. „ Stille…kennt sie wohl kam“, murmelte Peer und erhob sich aus dem Bett. Ihm war ungehörig schwindlig, genauso musste sich jemand fühlen, der soeben von den Toten auferstanden war. „ Ah“, sagte er erfreut, als das Zimmer endlich aufgehört hatte sich zu drehen. „ Also…eigentlich weiß ich ja, was du vorhattest, aber für das Protokoll, was hast du in der Küche gemacht?“, wandte er sich schließlich Scarlett zu, die ihn nur schweigend ansah, direkt in seine eisblauen Augen. Diese warn leicht von einem dunklen Schatten umrandet, seine Haare waren zerzaust, er war bei Gott kein hässlicher Mann, ganz im Gegenteil er sah überraschen gut aus, jedoch etwas heruntergekommen.
„ Tja schweigen, ist auch eine Antwort, weißt du Lettchen, irgendwie macht mich das traurig, bin ich denn so schrecklich?“ „ Ja“, zischte Scarlett. Herablassend musterte Peer sie: „ Das war eine rhetorische Frage!“ Er trat an einen Schrank heran und zauberte eine Eisenkette hervor, die er inspizierte. Sie war ungefähr einen Meter lang. Schlagartig packte er ihr Handgelenk und schnallte das Metallarmband um ihr Handgelenk. Genauso tat er es bei sich selbst, somit waren sie aneinander gekettet.
„ Gebunden bis dass der Tod uns scheidet…oder eine Axt die Kette durchtrennt je nachdem“ Er grinste kurz und ging zur Tür, Scarlett wurde gewaltsam mitgerissen, sie konnte nicht anders. „ Da ich unglaublich viel Geld für dich ausgegeben habe, muss ich deine Fähigkeiten als Frau in Anspruch nehmen“ Scarlett verstand nicht, was er meinte. „ Wie meinst du das?“ Peer lächelte zynisch, blieb stehen und wandte sich Scarlett zu, die ihn mit großen Augen
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Kommentare
Celebration schrieb am 2010-01-17 00:47:44:
Ich hätte auf jeden Fall Lust auf die nächsten Teile, bis jetzt läuft alles doch ganz gut.
Lg,Fee
Lillium schrieb am 2009-11-24 07:47:01:
Was ich erzeugen möchte ist kein Mitleid sondern eher den Gedanken "Ja das hat sie verdient"
Eine wirkliche Opferrolle hatte bisher nur Willow im 1. Teil, auch Magda ist keine wirkliche und Peer...ich bitte euch,
der ist wohl wirklich kein Opfer.
Ich weiß nicht wie lange ich noch schreiben werde, eventuell gleich lang wie Black Soul, oder kürzer oder vielleicht
länger, ich weiß es noch nicht, kommt darauf an, wie sich die Geschichte entwickelt (und ob die nächsten Teile
überhaupt reingestellt werden, weil ich nicht genaus sagen kann, ob das nicht zu anzüglich wird)
lg Lillium
finch schrieb am 2009-11-19 23:13:10:
Also bis JETZT ... ist die Geschichte doch gar nicht mal so übel.
Ich hoffe doch da geht's noch weiter!?
Veronica Wallner schrieb am 2009-11-17 22:32:46:
oh arme scarlett...
ne im ernst man weiß nicht genau, willst du jetzt für das mädchen mittleid erzeugen, irgendwie ändert sich bei dir von jedem teil die opferrolle: zuerst der junge, dann die dienstmagt, jetzt scarlett und dann wohl auch noch peer, weil sie ihn nicht mag...
sonst finde ich auch diesen abschnitt der geschichte nicht schlecht, wie viel fortsetzungen wird es ca noch gebn? Nur so grob?
Lg Veronica
Ps.:Würd mich freuen, wennst auch mal eine von meinen geschichten kommentierst
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