Der Tag der mein Leben veränderte
von
Wolfgang Wahl
Es regnete, meine Scheibenwischer kamen kaum nach den Regen von der Windschutzscheibe zu wischen.
Ich kam von einem Kunden der ziemlich hartnäckig war und dem ich fast keine Versicherung verkauft hätte. Die Geschäfte liefen sowieso schlecht, und die Arbeit machte mir keinen Spaß mehr.
Auf mein zu Hause freuen? Nun ja ich lebte allein in einer zwei Zimmer Wohnung. Klein, dunkel, eben einfach nur ungemütlich.
In etwa vierzig Minuten werde ich wohl dort sein.
"Päng!" Ich hatte Schwierigkeiten das Lenkrad nicht aus den Händen zu verlieren. Als ich zum stehen kam merkte ich wie mein wagen an der linken Vorderseite etwas schräg hing. "Na toll, n platten": sagte ich laut zu mir selbst.
Ich nahm meinen hellen Trenchcoat der auf dem Beifahrersitz lag und zog ihn mir umständlich im Auto an um draußen nicht nasser zu werden als nötig.
Schon beim aussteigen blickte ich durch Tür und Karosse vorn aufs Rad und sah das er sich ziemlich aufgelöst hatte.
Meine Hände fasten zum Kragen meines Mantels und schlugen diesen so hoch es ging. Keine zwei Minuten später war ich völlig durchnässt. Ich sah in den Kofferraum, und in dem Moment viel mir wieder ein das mein Reserverad ja in der Werkstatt zur Reperatur war.
Es war eine Verlassene Gegend, das sah ich auf den ersten Blick. Auf der eine Seite war Wald, auf der anderen nur Feld und Wiesen. Hier kommt kein Auto vorbei, soviel stand schon mal fest.
Die Frage war wohin gehe ich? Hinter dem Wald, etwa 32 Meilen, kam die Kleinstadt Kilkenny.
Dort würde ich sicher Hilfe finden, denn Kilkenny war zwar klein, aber dennoch ein beliebter Urlaubsort.
Ginge ich über Feld und Wiesen, müsste ich mindestens 89 Meilen gehen um nach Portlaoise zu kommen.
So nahm ich also die wichtigsten Sachen aus dem Wagen, und machte mich auf den Weg Richtung Kilkenny.
Mit einer Plastiktüte auf dem Kopf und den Mantel mit den Händen fest verschnürt machte ich mich auf den Weg. Nach kurzer Zeit, ließ der Regen glücklicherweise nach und hörte dann schließlich ganz auf, sodass ich die Tüte vom Kopf nahm. Den Mantel hielt ich jedoch fest verschlossen um die Kälte nicht an meine Haut zu lassen.
Es leuchtete Blau, als ich es zwischen Bäumen sah. Circa 50 Yards entfernt erhoben sich Blaue Nebelschwaden. Als der Nebel näher zu mir heran kam, wich ich mit unsicheren Schritten zurück. Der Nebel blieb stehen, na ja Er blieb schweben, Er blieb an seinem Platz.
"Du musst keine Angst vor mir haben", hörte ich eine Stimme. Sie klang weich und zart so als wolle sie mich umschmeicheln. Und das tat sie auch. Langsam ließ ich meine Arme sinken und starte wie gebannt auf die Erscheinung vor mir. "Wer, ..was..wer bist Du?"
Die Erscheinung glitt langsam auf mich zu. Etwa eine Armlänge blieb sie vor mir stehen. "Ich kann verstehen wenn du angst vor mir hast, doch das musst du nicht." Langsam verformte sich der Nebel. Es wurde immer deutlicher. Bis schlisslich eine Blauumleuchtete Frauengestalt vor mir stand. "Mein Name ist Mircia, und bin die Fee dieses Waldes." "Und, wer bist Du?"
"Ich.. Ich heiße Hank, Hank O`Brain." Ich muss ziemlich dämlich ausgesehen haben, denn in Mircias Gesicht sah ich ein leichtes lächeln. Oder war es Freundlichkeit?
Langsam näherte sich ihre Hand meinem Gesicht . Ich wusste nicht so recht wie ich reagieren sollte, blieb aber stehen. Ehrlich gesagt, konnte ich mich auch gar nicht bewegen, selbst wenn ich es gewollt hätte.
Kurz vor meinem Gesicht verharrte sie "Darf .. ich dich berühren?" Ihre stimme war wie wind, sie umschmeichelte mich, und ich war wie in Trance. Einklägliches, " Ja.." War zu hören.
Warm, warm und weich umwarb mich ihre Hand. Sie kam noch einen Schritt näher auf mich zu. Ich spürte wie mein Herzschlag bis an meinen Hals heraufkam. Heiß! Mir wurde plötzlich so heiß das ich keine Luft mehr bekam und nicht mehr wusste ob ich stehe, liege oder schwebe. Dann wurde alles schwarz.
Meine Augen waren wie verklebt, ich versuchte sie dennoch zu öffnen. Der Untergrund auf dem ich lag war weich, das war das was ich spürte. Langsam kam wieder Licht an meine Augen, und sosehr ich sie zuvor versuchte zu öffnen, kniff ich sie jetzt doch wieder zu. Nur langsam konnte ich mich an das Licht gewöhnen.
Es war hell. Und dann war da noch ein bläuliches Licht. Ich richtete mich beschwerlich auf und blickte mich um. Ich sah zu meiner rechten, und da war sie wieder, die Erscheinung. Mircia.
"Hab keine Angst," flüsterte sie, "ich tue dir nichts zuleide." Ihr Blick war etwas traurig. "Ich habe keine Angst," entgegnete ich ihr. Ich fühlte in mich hinein und bemerkte das es stimmte was da über meine Lippen kam.
Sie war wirklich schön. So etwas schönes hatte ich noch nie gesehen. Wir saßen uns gegenüber, und sie fing an über sich zu erzählen.
Von den Feen die eine nach der anderen den Wald verließen, den Menschen die Ihre Tiere töteten die Sie eigentlich beschützen soll. Von den Männern die Tag täglich in den Wald kommen um Holz zu hauen. Und auch von der Einsamkeit in der sie lebte.
Ich versuchte ihre Hand zu nehmen um sie zu trösten, doch ich griff einfach hindurch.
So fing ich an von meinem erbärmlichen Leben zu berichten. Meiner kleinen Wohnung, mein Job der keinen Spaß mehr machte und den Kunden die einem immer misstrauten, auch wenn man es ehrlich meinte.
Nun war sie es die meine Hand nahm und ich spürt wie sie fester wurde und wie auch ich sie plötzlich berühren konnte.
So saßen wir den ganzen Tag bis in die Nacht hinein.
"Ich muss nun gehen," bei diesen Worten musste ich schlucken um wieder spucke im Mund zu haben. Sie sah mich traurig an. "Ja, du kannst nicht bleiben, das verstehe ich. Wir sind zu unterschiedlich als das wir hier zusammen leben könnten."
Sie nahm mich bei der Hand und führte mich aus dem Wald zu meinem Auto hin. Zu meiner Verblüffung stellte ich fest das der Reifen repariert war. "Warst du..." sie presste mir ihre liebliche Hand auf den Mund. "Geh nun," sagte sie, und ich glaube eine Träne auf ihren Wangen gesehen zu haben. Sie drehte sich um, und verschwand in den Wald. "Mircia!" Doch sie hört mich schon nicht mehr.
Ich fuhr weiter auf der Strasse nach Kilkenny, der regen setzte wieder ein.
Gedankenverloren öffnete ich meine Wohnungstür, stand im Rahmen, und sah mich um. Ich weiß nicht wie lange ich so dar stand. Mit einemmal warf ich meine Arbeittasche und meinem Wohnungsschlüssel in die selbige, zog die Tür ins Schloss und fuhr so schnell ich konnte zum Wald zurück.
Im Spiegel sah ich mich lächeln, und ich fühlte ...... mich wohl.
Von Wolfgang Wahl
Kommentare
steini_stoni@web.de schrieb:
sehr mysteriös, gefällt mir! Vor allem die Stelle am Anfang. Ich hoffe noch mehr von dir zu lesen.
Gruß Stoni.
christinaboegel@t-online.de schrieb:
eine sehr schöne geschichte!Sehr gelungen und spannend zu lesen...fantasy eben! :-)
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