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Kategorien > Lehrer > Lehrer und die Liebe

Der Tag nach den Sommerferien

von pialotta

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Der erste Tag nach den Sommerferien, der erste Tag in der neuen Schule. Alles neu, alles anders. Ich habe die Chance auf einen Neuanfang und die will ich mir nicht schon am ersten Tag versauen.

7:50Uhr, die erste Stunde beginnt. Ich sitze nichts ahnend in der letzten Reihe, bin gespannt darauf, was für eine Lehrkraft diese Klasse betreten wird. Da kommt SIE in den Klassenraum, ich laufe sofort rot an und versuche mich in Luft aufzulösen. Als sie mich sieht, wirkt sie irritiert.
Meine Gedanken überschlagen sich, wie kann das sein?! Warum unterrichtet sie ausgerechnet an dieser Schule?! Ich wusste zwar, dass sie Lehrerin ist, aber ausgerechnet an meiner neuen Schule?!

Nach einer gefühlten Ewigkeit soll ich mich der Klasse vorstellen, sie bittet mich nach vorn indem sie mir ihre Hand reicht und als sie meine Hand länger als nötig festhält wird mir klar, das es für sie mehr als eine Sommerferienaffäre war. Ich stammel irgendwas vor mich her, bis sie mich mit den Worten „Danke, du kannst dich wieder setzen“ erlöst.

Ich habe Schwierigkeiten ihren Worten zu folgen und muss den Stundenplan bei meiner Sitznachbarin abschreiben. Nach endlos scheinenden 45min höre ich die erlösende Klingel, die Klasse stürmt nach draußen, es gibt viel zu erzählen nach so langer Zeit. Als ich grade an ihr vorbei huschen will, höre ich „Pia, könntest du noch einen Augenblick warten?“. Die anderen Mitschüler bemerken es gar nicht.
Nachdem der Klassenraum leer ist und sie sich vergewissert hat, das auch niemand mehr im Vorraum ist, hängt sie das Schild „Besprechung, bitte nicht stören!“ an die Tür.
Sie schaut mir tief in die Augen, wie ich dieses Blau liebe, und sie nimmt meine Hand, „warum hast du mir nicht erzählt, dass du auf diese Schule wechselst?!“ – „Wie stellst du dir das vor?“
Um ehrlich zu sein, dass weiß ich selber nicht. Sie ist verheiratet, hat 2 Kinder und ist glücklich, wenn da nicht diese Sehnsucht in ihren Augen wäre, würde ich es ihr sogar glauben.
Ich starre verlegen auf den Boden, sie hebt mein Kinn mit ihrer Hand, wir sehen uns an und da ist es wieder, dieses Gefühl von Geborgenheit und Vertrauen. Sie streicht mir eine Strähne aus dem Gesicht und ich spüre ihr Verlangen, aber auch ihre Angst. Jetzt bin ich nicht nur eine Affäre, sondern eine Schülerin mit der sie etwas hat.
Ich schließe die Augen, um den Tränen keine Chance zu geben raus zu kullern und spüre plötzlich ihre Lippen auf meinen, es fühlt sich so vertraut an, so sicher und schön.
Es klingelt, ungeduldig warten meine neuen Mitschüler vor der Tür. „Was ist denn hier los?!“, dass muss der Englischlehrer sein, denn Englisch steht als nächstes auf dem Stundenplan.
„Ich warte nach der Schule auf dich…“
Die Zeit kriecht vor sich hin, noch 30min Englisch, dann eine Doppelstunde Mathe und dann noch Kunst. Ich überlege ernsthaft schon am ersten Tag die letzte Stunde zu schwänzen, entscheide mich aber doch dagegen.
Vom Unterricht bekomme ich nicht viel mit, ich fühle mich wie in Watte, wie in einer Seifenblase, schön, aber dennoch nicht wirklich Vorteilhaft für den ersten Schultag.
Schon während der Kunststunde werde ich in ein Gespräch verwickelt, aus dem es so schnell keinen Ausweg gibt, ich plaudere also noch geschlagene 20min mit Nina, bevor sie sich endlich auf den Heimweg macht.
Der Schulhof ist leer und es stehen nur noch wenige Autos auf dem Lehrerparkplatz, ganz hinten in der Ecke steht ihr Auto. Die Fenster sind unten, ich höre wie Kate Nash aus ihren Lautsprechern schallt, sie liest ein Buch. Nein, nicht irgendein Buch – das Buch von mir.
„Da bist du ja!“ sie strahlt bis über beide Ohren „tut mir Leid, dass ich vorhin so forsch war. Ich hab einfach nicht damit gerechnet dich hier zu sehen…dich überhaupt wieder zu sehen.“
Ich steige ein und wir fahren los, ich weiß wo wir hin wollen. Zu „unserem“ Platz, der kleine abgelegene Feldweg ein paar Kilometer außerhalb der Stadt.
„Marie, äähm oder soll ich lieber Frau Markhein sagen?!“ sie lacht „Nein, wenn wir uns privat sehen, dann komm ich mir schon komisch vor, wenn du mich Frau Markhein nennst, dann komm ich mir so alt vor.“
„Ich...“ eigentlich weiß ich gar nicht, was ich sagen will. Ich bin glücklich, denn eigentlich war es schon vorbei mit uns. Sie legt ihre Hand auf meinen Oberschenkel und singt aus voller Kehle „You’re the nicest thing, I’ve ever seen…“ Auf meinem Gesicht macht sich ein großes Lächeln breit. Wir biegen ab und sind da. Sie dreht den Schlüssel um, die Musik geht aus, sie dreht sich zu mir, stützt ihren Kopf auf ihre Hand und schaut mich an,
„Ich habe viel an dich gedacht“, sie seufzt „aber wir müssen uns etwas einfallen lassen.“ -Stille- „Ich muss mich entscheiden, zwischen dir und meinem Mann…“
Ich drehe mich zu ihr und schaue sie an „Das musst du nicht, du bist verheiratet, du hast zwei kleine Kinder, du…“ „Sei still, ich habe mich schon entschieden, für dich! Morgen werde ich mit dem Direktor reden und fragen, ob noch eine kurzfristige Versetzung in eine andere Schule möglich ist.“ Mein Blick muss meine Gedanken verraten haben. „Ich meine es ernst, ich liebe dich, Pia, ich hab mich noch nie so gut, so frei gefühlt wie mit dir!“
Mein Traum geht in Erfüllung, aber dennoch hat er einen bitteren Nebengeschmack. „Und was ist mit deinem Mann? Und deinen Kindern?“
„Andreas weiß längst Bescheid, um ehrlich zu sein, du bist nicht mein erster Seitensprung, er hat kein Problem damit, solang die Kinder nichts davon mitbekommen.“
Sie beugt sich zu mir rüber und wir küssen uns, lange und intensiv, fordernd und forschen, vertraut und dennoch ist alles neu.

Es war seltsam sie jeden Tag in der Schule zu sehen, zu wissen sie nicht berühren zu dürfen und dennoch war ich glücklich. Es war eine sehr schöne Zeit.
Schon zwei Wochen später hatte sie die Schule gewechselt, unsere Treffen wurden weniger bis sie schließlich nur noch sehr rar gesät waren. 6 Wochen nach unserem ersten wiedersehen in der Schule war es auch schon wieder vorbei mit ihr und mir. Eine kurze intensive Zeit, mit vielen Gefühlen und viel Abschiedsschmerz.

Das ganze ist jetzt 7 Jahre her, damals war ich 16 und sie 32, manchmal treffe ich sie in der Stadt und bekomme ein flüchtiges „Hallo, wie geht’s dir?“. Sie hatte in der Zwischenzeit mehrere Affären, immer junge Mädchen, immer in den Sommerferien.

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Kommentare

pialotta schrieb am 2009-09-15 11:41:02:
Ja, die Geschichte ist wahr und ja, es sind zwei Frauen..
Xenia Bauer schrieb am 2009-09-08 14:31:19:
1. Ist die Geschichte wahr?
2. Es sind zwei Frauen oder wie? Lesbisch?

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