Der Tod der Linde
von
Aurora
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Mein guter Freund
ich besuchte dich gerne
aus Herzenslust.
Deine grüne Pracht des Lebens
sah ich schon in der Ferne.
Und an deiner rauen Rinde,
hinterließ ich meinen Frust.
Zwischen Blüten und feuchter Erde,
umgeben von Bäumen, die auf uns herabschauen,
spürte ich an meiner Hand deine raue Härte
und genoss dein Vertrauen.
Deine stumme Art war so bescheiden,
deinem Stamm erzählte ich mein Leiden.
Ich liebte dich, mein Freund,
mein Schützer und Begleiter.
Hab ich bei dir geweint,
hast du mir stumm zugehört,
so wurde mein Leben heiter.
Doch dann der Tag
des summenden Zerstörers,
ein rotes Kreuz sein Ziel,
zorniges Schleifen und Geplärre,
dann sah ich, wie dein Blätterdach umfiel.
Ein bloßer Stumpf, der einst mein Freund,
du bist jetzt tot für immer.
Ich hab geweint und schlimmer.
Nur weil sich die Säge ins fasrige Fleisch gebannt,
bleibt die Linde nun unbekannt.
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