Der Tod kommt schleichend
von
metalmom
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Dieser Tag ist auch nicht viel besser gewesen, als alle anderen davor.
Öde, eintönig und nicht sehr abwechslungsreich. Seit ich allein in diese Stadt gekommen bin, um neu anzufangen, ging es abwärts mit mir.
Ich kann selber nicht genau sagen was passiert ist. Wenn ich meine Arbeitstelle nicht hätte, wäre ich wohl schon lange verkommen.
Meine Mutter sagt am Telefon, ich soll mal ausgehen und Menschen kennenlernen. Aber ich habe einfach keine Lust.
Bin immer schon eher schüchtern und zurückhaltend gewesen.
Dieser große Schritt, hierher zu kommen, hat mich schon alles an Energie gekostet, was ich im Stande war aufzubringen.
Doch die Selbständigkeit ist schwieriger als ich dachte.
So langsam aber sicher vereinsame ich. "Such dir nen anständigen Ansprechpartner", predigt mir meine Mutter. Was heißt, geh zu nem Psycho-Onkel.
Ich brauch mehr Action, dachte ich. Vielleicht sollte ich mal etwas Extremes ausprobieren. Nen Bungee-Jump, oder etwas ähnliches.
Durch sowas lernt man auch Menschen kennen. Und ich werde etwas interessanter.
Nun ist auch noch bald Weihnachten. 600 Kilometer von Zuhause entfernt, werd ich wohl auch dann alleine sein.
Na was solls, Selbstmitleid ist Zeitverschwendung.
Ich kann ja ins Kino gehen.
Manchmal denk ich tatsächlich, wozu das ganze. Wird wohl der Anfang einer Depression sein.
An diesem Morgen allerdings, wachte ich auf und fühlte mich anders. Frisch und lebendig. Mir war sofort klar, heute wird ein schöner Tag.
Als ich mich anzog, um spazieren zu gehen, hatte ich schon ein Lächeln auf dem Gesicht. Meine Nachbarin ruft mir im Hausflur zu, das ich aufpassen soll, weil sie grade gewischt hatte und ich machte einen großen Sprung über die nasse Fläche.
Die Sonne strahlt mir warm ins Gesicht und ich zog mir den Schal ein wenig enger um den Hals.
An der Kreuzung sehe ich dann IHN stehen. Er arbeitet beim Bäcker, gleich nebenan und ich werde schon wieder rot. Wie immer wenn ich ihm begegne.
Wie gesagt, das wird ein schöner Tag.
Das Letzte was ich in meinem Leben sah, war sein Gesicht als er mich anschrie ich solle loslaufen.
Doch da ist es schon zu spät. Der LKW erwischt mich frontal und mein Schädel zertrümmert an der Stoßstange.
Was für ein schöner Tag.
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Kommentare
bortsoul schrieb am 2008-12-23 16:37:02:
mmh...traurige geschichte .
wenn man sich so fühlt , muss man einfach all seine kraft zusammennehmen und sich aufraffen ,
denn nur man alllein kann entscheiden was man mit seinem leben macht , so schwierig das auch manchmal scheinen mag ..
....aber glücklich gestorben ist sie ja ;)
bortsoul schrieb am 2008-12-23 16:31:57:
mmh...traurige geschichte .
wenn es einem so geht , muss man einfach all seine kraft zusammennehmen , und sich aufraffen . schließlich kann nur man selber sein schicksal ändern , und entscheiden was man aus seinem leben macht , so schwierig das auch manchmal scheinen mag .
...aber glücklich gestorben ist sie ja ;)
AlterMann schrieb am 2008-12-22 14:23:30:
Kommt davon wenn man immer mehr will.
Hehe, und ich dachte immer ich bin gehässig! Viel Spaß noch beim ausbrüten neuer 'Gemeinheiten'.
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