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Kategorien > unerfüllte Frauenliebe > Liebe

Der Traumplanet(Teil 1)

von Luna

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Der Traumplanet
©Copyright
Monika Litschko

Es gibt Traumfrauen, Traummänner und Traumküchen. Aber leider gibt es sie nur in unseren Träumen, da die Realität immer ein wenig anders aussieht.Wie gemein. Das heißt, Traumküchen können wir überall günstig erstehen.
Eva, Angelika, Karin und Rosi waren die wahrhaftigen Träumerinnen. Unschlagbar in ihrer überbordenden Fantasie. Sie träumten beim gemeinsamen Schoppen, am Telefon, in der Badewanne, beim kochen, beim saugen, wenn sie bügelten, beim Fenster putzen, auf der Toilette, bei Liebesfilmen und beim Sex. So nach und nach, hatten sie sich ihren eigenen Planeten erschaffen. Ihre Traumhäuser gebaut, Traumgärten angelegt und Traumkinder bekommen. Sie trugen die schönsten Traumkleider ,und hatten die perfekten Männer an ihrer Seite. Traummänner eben. Im realen Leben waren sie wahre Intrigantinnen.Keine Nachbarin und kein Nachbar war sicher vor ihnen. Sie verbreiteten die übelsten Gerüchte und glaubten irgendwann selber an das , was sie an Falschenten erzählten. Hinter ihrem üblen Gebaren, steckte eine verkorkste, häusliche Misere, die sie nur mit Träumen und Gerüchten verarbeiten konnten. Auf die Idee, dass sie sich ihr eigenes Grab schaufelten, kamen sie erst gar nicht. Genervt von den hässlichen Charaktereigenschaften der Vier, wünschte so mancher anständige Mensch, sie sonst wo hin. Aber die Träumerinnen, träumten selig ihre Träume.

Die 50 jährige Eva träumte sich groß, 25 Jahre jung, mit schmaler Taille, brünetten langen Haaren und perfekt gepflegten Fingernägeln. Im Hier und Jetzt war sie klein, etwas unförmig und ärgerte sich regelmäßig über ihre altbackene Dauerwelle, von der sie nicht los kam, da ihr der Mut zur Moderne fehlte. Ihr Traummann war groß, blond und muskulös. Er war Direktor einer großen Bank und las ihr sämtliche Wünsche von den Augen ab. Obendrein war er treu, ehrlich und ihr vollstens ergeben. Kinder hatte Eva noch keine, da sie ihr Leben mit ihm genießen wollte. Nur ab und zu träumte sie diese herbei. Wurden sie lästig,löschte Eva sie aus ihren Gedanken und genoss lieber heiße, frivole Stunden mit ihrem Liebsten. Die Realität sah anders aus. Ihr Angetrauter war groß und fast haarlos. Schob einen beachtlichen Bierbauch vor sich her, und verbrachte den Feierabend auf dem Sofa liegend. Eingedeckt mit ein paar Flaschen Bier und dick belegten Schnittchen ,starrte er kauend und gluckernd in die Glotze. Rülpsend und pupsend, schlief er danach neben Eva ein. Und so erschuf sie sich eine Welt ohne ihn, aber mit dem Anderen.
Angelika mit ihren 61 Jahren träumte sich kleiner. 21 Jahre jung, vollbusig, schlank und trug eine rote Löwenmähne. Sie sah sich in einem heißen Mini, schwarzen Netzstrümpfen und blonder, wallender Mähne.So sah sie sich eigentlich schon immer. Aber leider, sah sie schon immer nicht so aus. Ihr Traummann war total Esay. Typ Gigolo, der das ewige Lächeln auf seinen Lippen trug. Es schmückten ihn blitzende, funkelnde Augen und er küsste ihr oft die Hand. Mal die Linke und mal die Rechte. Schenkte ihr oft rote Rosen,badete mit Angelika in Champagner und aß Kaviar aus ihrem Bauchnabel, den er anschließend penibel mit einem Wattestäbchen reinigte. Sie lebten in einem großen Haus ,vor dem ein riesiger Garten protzte. Hatten zwei süße Kinder und Geld wie Heu. So nebenbei mal. Die 50 jährige Eva, hat auch im Hier und Jetzt keine Nachkommen. Angelika dagegen, hat zwei erwachsene Söhne. Leider sind beide dem gleichen Geschlecht zugetan.Das ist für Angelika nicht besonders schlimm, aber wie nennt man eine männliche Schwiegertochter? Und diese schrecklichen Nachbarn, was würden die nur sagen? Völlig unwichtig, finde ich. Die Beiden sind schwul, herzlich, nett und so lieb. In Angelikas Träumen sind sie winzig, süß und schnuckelig. Außerdem kommen sie ganz nach ihrem Traumvater. Im Hier und Jetzt, ärgerte sich Angelika über ihre große, stämmige Figur. Meckerte täglich über ihr schütter werdendes, graues Haar und zählte fast stündlich die kleinen Fältchen, die sich um Lippen und Augen tummelten,wenn sie nicht gerade hinter irgendeiner Gardine wache schob um Nachbarn zu belauern. Ihr Ehemann dagegen war ein Biedermann. Peinlich darauf bedacht in der Welt nicht aufzufallen, um zu gefallen. Ein Amtsschimmel, der seinen eigenen Rhythmus hatte. Der anders tickte als die meisten. Alles hatte seine Regeln. Sogar das Aufstehen, das Fern sehen, das Ausgehen, die Haltung , selbst beim pupsen hatte er seine eigene Melodie. Und auch ihr gemeinsamer Sex, unterlag gewissen Regeln. Busen streicheln, Popo tätscheln, Küsschen hier und Küsschen da. Dann ein verzweifeltes Hoppeldipoppel. Abende im Kerzenschein gab es leider nicht. Dafür jede Menge politischen Kram, mit dem er Angelika belehrte. Und somit nicht erahnte, wonach sie sich verzehrte.
Mit 45 Jahren ist Karin die Jüngste in dieser Träumerriege. Sie findet sich ganz passabel, bis auf den Damenbart, der ihr schmales Kinn zierte und einer täglichen Rasur zum Opfer fiel. Leider hinterließ diese kratzerei auch Spuren ,in Form von Hautrötungen und Pickeln.Eine Nachbarin hatte sie einmal als Hexe bezeichnet, als sie erfahren hatte, welche dummen Sachen, Karin über sie verbreitet hatte. „ Hexen haben alle einen Bart!“ hatte sie geschrien. Und das Karin die Schlechtigkeit ins Gesicht geschrieben stehe. In diesem Fall wohl gewachsen. Ansonsten war sie schlank und sportlich. Ihre pechschwarzen Haare reichten bis zum Allerwertesten und wäre ihr Damenbart nicht, sähe sie ein bisschen aus wie Schneewittchen.Aber wirklich nur ein bisschen. Karin wünschte sich einen lieben, fürsorglichen Mann. Der nur für sie und ihre zwei Kinder lebte. Sie träumte von einem kleinen Haus am Waldrand, fernab von jeder Zivilisation. Und natürlich träumte sie ihren Bart weg. Das Hier und Jetzt sah marode aus. Verheiratet mit einem Weiberheld, frönte sie ein trostloses Leben. Die hervorstechenden Merkmale aller Frauen, lockten ihren Mann an, wie eine Motte das Licht. Er log und betrog sie, drückte ihr Selbstwertgefühl auf Null und sie ließ es geschehen. Warum auch immer. Ich täte es nimmer. Und so genoss sie in ihren Träumen das perfekte Leben.
Rosi ist das Moped unter ihnen. 1,60 cm geballte gemeine Energie. Circa 206 Knochen, verpackt in 130 Kilo Fleisch. 58 Jahre jung. Herz mit Kodderschnauze und ewige Jungfrau. Sie war ein fanatischer Single und das sollte bis an ihr Lebensende so bleiben. Und wenn, dann nur eine Liebe auf Distanz. Vorausgesetzt, diese Liebe klopfte auch einmal an ihre Tür. Aber auch Rosi hatte geheime Träume. Doch diese erzählte sie niemanden. Auch nicht ihren Freundinnen. Das war zwar ein gemeiner Verrat, aber sie wusste sich nicht anders zu helfen.Für sie schwärmte Rosi von einer anderen Ära. Als die Frauen noch lange Kleider trugen und in kleinen

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