Der Traumplanet (Teil 2)
von
Luna
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Der Traumplanet (Teil 2)
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Monika Litschko
Brabbel,Barbbel, Orrrgh, Mrrruhg, antwortet die Superuhr brav. Wird sofort geschickt.
Ein greller Blitz zerreißt die Stille und fort sind die beiden Roboter mit ihrer kostbaren Fracht.
Der gebeutelte Kellner und die halb erhobenen Gäste erwachen aus ihrer Starre. Benommenheit macht sich breit und den Gästen entfleucht ein eigenartiges Geräusch, was eine leichte Röte in ihr Gesicht trieb. Verstohlen und mit grimmigen Gesicht blicken sie den Kellner an. Da dieser aber in dumpfe Grübelei verfallen war, bemerkt er die schuldzuweisenden Blicke seiner Gäste erst gar nicht. Viel mehr beschäftigte ihn ein Tisch, der voll beladen, mit halb leeren Gläsern und Tequilaflaschen vor sich hin dümpelte. Wo waren nur die Gäste? War da nicht etwas gewesen? Fragend blickt er die Pupser an. Die aber fangen an zu pfeifen und schauen unverfänglich in die Runde, bis sie sich auf ein Allerweltsthema stürzen. Auch ihnen war jede Erinnerung an die Tequila trinkenden Damen abhanden gekommen. Also retten sie sich, in dem sie über Umweltverschmutzung und ihre Folgen redeten. Diese Ignoranz führte dazu, dass der völlig überforderte Kellner hinter seine hölzerne Theke huschte und heimlich einen hob.
Karin, Eva, Angelika und Rosi hatten ihre Reise unversehrt überstanden, und lagen schon ausgerollt im Kontrollraum des Mutterschiffes. Natürlich mit dem Gesicht nach oben. Die silbernen Roboter hantieren emsig an einer Vorrichtung, die zum auffüllen der Menschlichkeit diente und deshalb auch die Aufschrift Des Menschen Innerstes trug. An diese Vorrichtung schlossen sie vier Schläuche an und führten sie behutsam in die Nasenlöcher der Damen ein. Wenn ich fertig sage, meldet sich K1-A2-U3-L4 zu Wort, drückst du die Knöpfe, befiehlt er Q5-U6A7-PP8-E9. Wir werden sie jetzt wieder füllen.
Der größere Roboter bewegt ruckartig seinen Kopf. Mit mehr oder weniger Innerem?, fragt er nach. K1-A2-U3-L4 lacht blechern. Wie sie waren, antwortet er amüsiert. Nicht mehr und nicht weniger.
Q5-U6-A7-PP8-E9 hebt seinen Arm. Verstanden K1-A2-U4-L5, antwortet er und kichert wie ein alberner Blecheimer. Also auch die gewichtigen und die funktionsunfähigen Knöpfe.
Nach Fertig und Knöpfchen drücken strömt Masse in die Intrigantinnen. Erst schwellen ihre Füße an, dann die Beine. Anschließend ihre Arme, Bäuche, Brüste und Hinterteile. Zum Schluss gewinnen ihre schrumpeligen Gesichter an Masse und nehmen eine feste Form an. Die silbernen Roboter sind zufrieden mit ihrer Arbeit und entfernen sorgfältig die Schläuche aus den Nasenlöchern der Damen.
K1-A2-U3-L4 drückt einen kleinen Knopf, der wie ein Pickel in einer riesigen Schaltanlage zwischen unzähligen Knöpfen thront, und ein riesiger Bildschirm manifestiert sich wie aus dem Nichts. Ein sehr schlankes Wesen, mit einem kleinen, viel zu kleinem Kopf, blickt sie mit leeren Augen an. Seid gegrüßt , quäkt es gleich los. Sind das die Träumerinnen? Die silbernen Roboter nicken zur Bestätigung. Was sollen wir mit ihnen machen?, fragt der Größere unbeholfen. Sie suchen den Traumplaneten.
Das schlanke Kleinkopfwesen kratzt seinen unbehaarten Schädel und zieht ein schwereloses Gesicht. Also, nuschelt es so für sich. Amtattas voll, Parlamentos voll, Saufikus voll, Raffgierikus voll. Ihr müsst auf die schnelle einen neuen Planeten erschaffen, stellt es unbeeindruckt fest. Nennt ihn Intregantikus, den hatten wir noch nicht. Sie sollen das bekommen, was sie sich wünschen. Klick, und schon es ist wieder verschwunden.
Sofort richten die silbernen Roboter die Laserkanone des Erschaffungsdüsers in das schwarze Universum. Ein gewaltiger Feuerstrahl durchbricht die Schwärze und füllt sie mit einer glühenden Kugel. Dann folgt ein weißer Eisstrahl, der den neu erschafften Planeten schock gefriert. Ruck Zuck, geht eine künstliche Sonne auf, die ihn mit größter Anstrengung wieder auftaut. Berge schießen aus dem Boden wie Pilze. Meere bilden sich, die wiederum Seen und Flüsse erschufen. Bäume, Gras und Blumen wuchsen innerhalb von Minuten und hüllten Intregantikus in eine bunte Decke.
Wow, murmeln die Roboter beeindruckt. Gute Arbeit.
So nach und nach kam Leben in Eva, Angelika, Rosi und Karin. Sie erwachten und streckten ihre Gliedmaßen in alle Richtungen. Oh, man, brabbelt Karin lahm und gähnt laut. Habe ich einen Kater. Auch die anderen heben ihre Oberkörper an und kämpfen mit einem leichten Übelkeitsgefühl. Tequila und Tikkituckki, nuschelt jetzt auch Rosi. Nie wieder.
Dann folgt eine tiefe Stille. Vier Köpfe und acht Augen sehen etwas Unglaubliches. Angsterfüllte Blicke schweifen durch das Schiff. Münder öffnen sich, und ein langer, gellender Schrei durchbricht die Stille. Neeeeeeeeeeeeeiiiiiiiiiiiiiiin!, dringt es aus den Kehlen der Träumerinnen. Wir sind tot! Der Tequila hat uns umgebracht!, schreien sie hysterisch und klammern sich hilflos aneinander. Was zur Folge hatte, dass sie das Bild der reumütigen Sünderinnen abgaben. Was aber keinesfalls stimmte. Oder stimmen konnte.
Die silbernen Roboter halten sich ihre nicht vorhandenen Ohren zu und staksen gelangweilt auf die außer Kontrolle geratenen Damen zu. Warum tot? fragt K1-A2-U3-L4 blechern und ohne Mitleid. Wolltet ihr nicht auf euren Traumplaneten?fragt er sie nochmals.
Q5-U6-A7-PP8-E9 schüttelt bedauernd seinen metallenen Kopf und legt eine Hand an sein Kinn. Systemfehler!, ruft er aufgebracht. Dann öffnet er eine Klappe an seinem Brustkorb und begutachtet die Kabel in seinem Inneren. Alles in Ordnung, murmelt er verstört und dreht sich irritiert um seine eigene Achse. Kaputt, kaputt,kaputt!, ruft er dabei außer sich.
K1-A2-U3-L4 hält sich derweil an die Träumerinnen. Tot oder Traumplanet?, fragt er sie ernst. Alles kann korrigiert werden. Kein Problem.
Traumplaplaplaplanet, stottert Eva ängstlich. Nicht tototot. Auch Rosi, die sich schon stark geschminkt in einem offenen Sarg liegen sieht, klammert sich an die harten Beine des Roboters und bettelt : Lasst uns leben , bitte. Denn der Gedanke, dass sie, wehrlos tot, von hasserfüllten Nachbarn angestarrt werden könnte, raubte ihr fast den Verstand. Sie hörte schon ihre Worte: Da liegt sie nun, stumm und bleich. Und was hatte sie nun von ihrer Lästerei? Ha, gar nichts. Und dann würden sie Kuchen essen, Kaffee trinken und Rosis elende Falschenten korrigieren . Aber in ihrem tiefsten Innern war ihr klar, dass selbst der Pfarrer sich würde zwingen müssen, ein paar nette Worte über sie zu verlieren. Und außerdem würde er ihr einzigster Trauergast sein. Na ja, bis auf ihre Lästerschwestern.
Zufrieden stakst K1-A2-U3-l4 auf den kreiselnden Q5-U6-A7-PP8-E9 zu und drückt einen Knopf auf dessen Rücken. Dieser bleibt abrupt stehen und streckt mit einem quietschenden Geräusch seine künstlichen Glieder. Der kleine Roboter öffnet den Brustkorb des Größeren und hantiert an dessen Schaltkreisen
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