Der Typ aus dem Bus
von
Jojo31
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Der Bus fuhr an.
Ein Junge, etwa sechzehn Jahre alt, stolpert den Gang entlang.
Ich dachte nur: Ungeschickt, aber super sexy.
Er kam in meine Nähe und ich hoffte, dass er sich auf den leeren Platz neben mir setzte.
Der Bus fuhr eine Kurve und der Typ flog auf meine Beine. Damit hatte ich natürlich gar nicht gerechnet, doch ich schwor mir ganz cool zu bleiben.
Er hob den Kopf und sah mich durch seine im Gesicht hängenden braunen Haare an.
„Sorry“, sagte er und entschuldigte sich noch einmal mit einem Lächeln. „Darf ich mich trotzdem zu dir setzen?“
Ich nickte großzügig und stellte meinen Rucksack vor mir auf den Boden.
Er setzte sich.
Unauffällig legte ich meinen Kopf an die Scheibe und betrachtete den Jungen im Spiegelbild. Er sah wirklich gut aus. Er trug ein T-Shirt und eine kurze, ziemlich weit runtergezogene, Bundeswehrhose. Im linken Ohr blitzten zwei Piercings. Hin und wieder erhaschte ich seinen Blick und sah für Sekunden in seine blauen Augen.
Plötzlich spürte ich eine Hand auf meinem Bein.
Mich durchfuhr es eiskalt.
Ich sah verwundert den Typen neben mir an, der verträumt auf seine Hand schaute, mit der er mein Bein streichelte.
Die ganze Situation wäre ja echt süß gewesen, aber, Hey! Der Junge spinnt doch!
Wütend packte ich seine Hand und schob sie von mir.
Er sah mich nur fragend und total unschuldig an. Ich schüttelte angewidert meinen Kopf und sah wieder hinaus auf die Straße.
Erst rührte er sich nicht mehr, doch dann spürte ich, wie er meine Hand ergriff.
„Spinnst du?“, fuhr ich ihn an. Ich drehte mich zu ihm und war bereit ihn anzubrüllen.
„Was ist denn?“, fragte der Typ nur.
Ich stöhnte und erklärte genervt: „Minderjährige gegen deren Willen anzugrapschen ist strafbar! Also, lass deine Hände gefälligst bei dir, bevor meine gleich ausrutschen.“
Mir tat es in der Seele weh so einen süßen Boy anzuschreien und peinlich war es auch noch. Inzwischen hatte sich der ganze Bus uns zugewandt und wartete auf die Reaktion meines Sitznachbarn. Dieser hatte die Hände vor seinem Mund geschlagen und sah mich mit weit aufgerissenen Augen an. Dann ließ er die Hände fallen und lachte.
Er lachte mich aus! Was ein Arsch!
Mein Herz schlug wie wild vor Wut und ich schlug zu.
Sein Lachen verstummte und er sah mich gelassen an und meinte: „Wie süüüüß... “
Ich war stinksauer und wollte losschreien, doch der Junge hielt mich fest und beugte sich zu mir.
Sanft drückte er seine Lippen auf meine und schlang seine Arme um mich. Ich spürte wie leidenschaftlich er mich küsste, doch innerlich kochte ich immer noch.
Was glaubt er eigentlich, wer er ist?!
Er zog meinen Körper fest an seinen und mir stieg sein Deo-Geruch in die Nase.
Och, nö, der riecht auch noch einfach umwerfend...
Mein Blick wanderte durch den Bus und ich bemerkte, dass uns immer noch alle anstarrten. Wie peinlich!!!
Unsere Lippen lösten sich und er sah mich flehend an: „Immer noch wütend?“
Ich pustete mir meine Haare aus dem Gesicht und drehte mich total aufgebracht wieder zur Fensterscheibe.
Der Junge sah mich noch immer an, legte dann seinen Arm um mich und zog mich an sich.
Ich sah ihm durchdringend in die Augen und sagte: „Du hast auch nicht mehr alle Tassen im Schrank, oder?“
Er runzelte die Stirn.
Ich stöhnte auf: „Was willst du von mir?“
Er überlegte einen Augenblick lang und meinte dann: „Einen Kuss.“
„Du hast mich gerade geküsst.“
„Ja, und? Ich will, dass du mich küsst.“
Ich musterte ihn einen Moment und musste feststellen, dass der Junge echt sexy war.
Ich ergab mich dann doch und warf mich ihm an den Hals. Ich küsste ihn zärtlich, obwohl ich noch immer die Blicke der anderen Fahrgäste spürte. Dann merkte ich, wie der Bus langsamer fuhr und schließlich hielt.
Ich beendete den Kuss und sagte trocken: „So, du hast bekommen was du wolltest. Lässt du mich jetzt hier raus?“ Er stand auf und ließ mich vorbei.
Ich war in der Annahme, dass der Junge mich verarschen wollte und ging ohne mich noch einmal zu ihm umzudrehen aus dem Sitz.
Kurz vor der Tür jedoch packte mich jemand am Handgelenk und zog mich zurück. Der braunhaarige Typ hielt mir einen Stift hin und fragte vorsichtig: „Krieg ich denn deine Handynummer?“
Ich runzelte die Stirn. Er sah mich noch einmal bittend an und ich nahm den Stift. Schnell kritzelte ich ein paar Ziffern auf seinem Arm und sprang aus der Tür, die sich im nächsten Moment schloss. Der Bus fuhr an und ich konnte den Jungen gerade noch winken sehen.
Ich lief los.
Nachdem ich ein paar Meter gelaufen war, meldete sich mein Handy. Eine SMS von einer unbekannten Nummer zeigte mir an: Ich glaube es war Liebe auf dem ersten Blick!
Ich Antwortete schnell mit ein paar Buchstaben und kurz darauf würde irgendwo in dem davonfahrenden Bus ein Handy klingeln und eine SMS mit nur einem Wort anzeigen:
VIELLEICHT
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Kommentare
andrea schrieb am 2008-04-26 12:44:12:
wirklich ungewöhnlich. vorallem, weil sie so schnell nachgibt, als er sagt sie soll ihn küssen. (sie weiß noch nicht mal seinen namen!!! aber naja...) es ist mal was anderes und mir gefällts.^^
angi93 schrieb am 2008-04-25 15:19:52:
ich find die geschichte auch supi^^
lg angi
Johannes Beck schrieb am 2008-04-24 21:07:01:
jo jo jo. echt gute Geschichte. Kann jess nur zustimmen, ungewöhlich.
Aber du könntest nach "... und musste feststellen, dass der Junge echt sexy war." noch ein wenig mehr auf ihre Gedanken und Gefühle eingehen. Dass er gut aussieht, ist ihr ja von Anfang an aufgefallen, aber vielleicht hebt er sich noch von den "anderen gutaussehenden Jungs" ab?
Wie auch immer, echt gute Geschichte.
Gruß jo
Leny schrieb am 2008-04-24 16:47:30:
unrealistisch, aba ein schöner Gedanke^^
Soraya schrieb am 2008-04-24 15:54:11:
oh, wie süß...
Auch voll gut geschrieben
Lg
Yve schrieb am 2008-04-24 13:39:10:
hey, ich find deine Geschichte richtig gut gelungen! =), wenn deine anderen auch so gut sind, werde ich sie selbstverständlich auch lesen lg Yve
jess schrieb am 2008-04-24 12:05:20:
ungewöhnlich, aber, cool.^^ lg jess
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