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Kategorien > Horror > Unheimliches

Der Vampirjäger

von Diamantencop

Als der Vampirjäger Franz Marik sich aus seinem Bett erhob, stöhnte er auf. Die alten Knochen schmerzten, was auch normal war bei einem Mann von 70 Jahren. Marik ging einem nicht normalen Beruf nach. Er bezeichnete sich als Vampirjäger. Viele der elenden Blutsauger hatte er in seinem langen Leben vernichtet, doch die Jagd nach ihnen fiel ihm immer schwerer. Irgendwann einmal würde er den Kürzeren ziehen, aber das lag hoffentlich noch weit zurück.

Ein lautes Klopfen an der Tür ließ Marik aufhorchen. Wer wollte so früh am Morgen etwas von ihm? Draußen war es noch nicht Tag geworden, der Schleier der Nacht hatte sich noch nicht zurückgezogen. Dies würde auch noch gut zwei Stunden anhalten.
"Mach auf, Marik! Mach auf! Er ist wieder da! Er ist wieder da!"
Franz Marik kannte die Stimme. Es war ein alter Bauer aus dem Dorf, mit dem Namen Buric Kartow. Der Vampirjäger öffnete ihm die Tür und sah sich einem verängstigten und kreidebleichen Mann gegenüber stehen. Fast sah er aus wie ein Vampir, etwas musste ihm einen großen Schrecken eingejagt haben.
"Beruhig dich doch, Buric. Du bist ja völlig aufgelöst."
"Aber ich hab ihn gesehen. Er ist wieder da! Oh Gott, steh uns bei."
Die hektische Stimme des Bauern schien vor Angst zu zittern. Um ihn zu beruhigen redete Marik langsam auf ihn ein.
"Jetzt mal ganz von vorne. Wer ist wieder da?"
"Der Graf. Der alte Graf. Graf Dracula ist wieder da."
"Das kann nicht sein. Er wurde vor Jahrhunderten vernichtet."
Buric protestierte, er wollte dass man ihm Glauben schenkte.
"Aber ich hab ihn gesehen. Er stand heute Nacht direkt vor mir."
Marik schüttelte mit dem Kopf. Er konnte nicht fassen, was ihm hier erzählt wurde.
"Und das soll ich dir glauben? Du lebst doch offensichtlich noch und getrunken hast du auch. Deine Schnapsfahne richt man bis hier hin."
"Aber ich spreche die Wahrheit. Frag mich nicht wieso, er lief vor mir davon. Er lief den Weg zur alten Burg hoch."
" Aber es ist unmöglich. Es kann nicht der Graf gewesen sein."
"Ich habe seine Vampirzähne gesehen und er hatte ein Gesicht, das so war, wie man es aus den alten Schriften kannte."
"Und du bindest mir wirklich keine Bären auf?"
"Ja, bei Gott."
Bei Marik fiel der Groschen. Was Buric gesehen hatte, konnte nicht der echte Dracula gewesen sein, denn der war vor Jahrhunderten von einem seiner Vorfahren vernichtet worden. Aber er musste ein Nachkomme des alten Grafen sein, davon gab es genug auf dieser Welt. Die Vampirpest hatte sich einfach zu sehr ausgebreitet und er konnte sie nicht alle aufhalten. Buric hatte Glück, das er die Begegnung überlebt hatte.
"Nun, ich beginne dir zu glauben. Ich möchte, dass du nach Hause gehst. Sag auch den anderen aus dem Dorf, dass sie die kommende Nacht ihr Heim nicht verlassen sollten. Es ist ein Vampir in der Gegend. Ich werde mich heute Nacht auf den Weg machen ihn zu stellen."
"Oh Gott, warum suchen sich die verdammten Vampire immer unser Land aus?"
"Weil Rumänien nun mal das Land der Vampire ist. Wir müssen es hinnehmen und können es nicht ändern. Doch ich werde ihn zur Strecke bringen, wie ich es auch mit vielen anderen getan habe. Das verspreche ich dir."
Buric stand auf und verabschiedete sich von Marik. Irgendwie stand etwas Erleichterung in seinem Gesicht geschrieben, als er das Haus verließ. Es musste ihm gut getan haben, über seine Begegnung zu reden. Marik schloss die Tür hinter dem Bauern.
"Ich glaube die Luft beginnt hier zu brennen. Es muss etwas getan werden!", sprach der alte Vampirjäger zu sich selber.

Marik warf einen Blick aus dem Fenster. Die Nacht war schon hereingebrochen. Den ganzen Tag dachte er an das Gespräch mit dem Bauern. Wie sehr hatte er diese Nacht herbei gesehnt. Das Jagdfieber hatte ihn wieder gepackt, er musste diesen Blutsauger zur Strecke bringen, der sich hier in der Gegend herumtrieb und er wusste auch wo er ihn finden würde. Um zur Burg zu gelangen, musste er durch den Wald hindurch. Franz Marik warf sich seinen Umhang um und setzte seinen Hut auf. Als Waffe steckte er einen alten Eichenpfahl ein, den er von seinen Vorfahren geerbt hatte. Viele Vampire waren schon durch ihn gestorben, und dieser Blutsauger sollte der nächste sein. Um im dunklen Wald etwas zu sehen, durfte auch seine Taschenlampe nicht fehlen. So gerüstet machte sich Franz Marik, auf den Weg.

Die Nacht hielt das kleine rumänische Dorf umfangen. Alles schien ruhig zu sein im Ort, doch die Fassade bröckelte. Irgendwo in dieser Gegend lauerte das Grauen und wartete nur darauf zuzuschlagen. Unruhig bewegte der Vampirjäger sich aus dem Ort hinaus. Eigentlich war er ja zu alt für die Vampirjagd, doch die Menschen brauchten seinen Schutz, sie verließen sich auf ihn. Wer sollte sonst die Vampire zur Strecke bringen. Marik sah niemanden in diesem Dorf, der seine Nachfolge hätte antreten können. Er war der letzte in der Reihe seiner Ahnen. Nach ihm würde es keinen mehr geben, der sich gegen die Blutsauger stellen konnte. Ein Gedanke der dem alten Marik überhaupt nicht gefiel. Es war kalt. Er zog sich seinen Hut tief ins Gesicht. Schnell hatte er den normalen Weg hinter sich gelassen und stand vor dem Eingang des Waldes. Er atmete noch einmal tief durch, dann ließ er sich von der Dunkelheit des Waldes verschlucken.

Der Weg zum Schloss war anstrengend. Über die Jahre waren die Wege zugewachsen, so dass sich Marik durch einiges an Sträuchern und Büschen kämpfen musste. Niemand hatte sich je getraut den Weg zum Schloss zu pflegen, die Angst vor den Vampiren war einfach viel zu groß. Marik lauschte in die Nacht, nicht ein Geräusch war zu hören. Es schien fast so, als hätte alles Leben die Flucht aus dem Wald angetreten. Ein Gefühl nicht mehr alleine zu sein, keimte in dem Vampirjäger auf, für solche Dinge hatte er immer einen starken Riecher. Mehrmals hielt er inne und leuchtete mit der Taschenlampe durch den Wald. Er blieb alleine, und doch gab es in ihm diesen Druck und diese Spannung. Hatte er einen Fehler begannen? Hätte er nicht ohne Rückendeckung in den Wald gehen sollen? Marik schaute auf die Uhr. Nicht mehr lange, dann herrschte die Geisterstunde. Dieser Wald, war Franz Marik nicht mehr geheuer. Das Gefühl in einer Falle zu stecken, die ihn nicht wieder loslassen würde, wollte nicht weichen.

FLAPP! FLAPP! FLAPP! "Verdammt! Was war das?", sprach Marik zu sich selbst. Er drehte er sich einmal um 360 Grad, doch die Taschenlampe erfasste keine Bewegungen. Woher kamen diese Geräusche mitten aus der Nacht? FLAPP! FLAPP! FLAPP! Da war es schon wieder. Es war nicht zu orten woher die Geräusche kamen. Marik zog seinen Pfahl aus der Tasche. Egal, ob Vampir oder nicht, er musste sich ja schließlich mit irgendetwas wehren, sollte es zu einem Angriff kommen. Da erfasste das Licht der Lampe plötzlich doch eine Bewegung, denn es flog etwas auf ihn zu. Im letzten Moment warf sich der Vampirjäger zu Seite. Für einen Moment meinte Marik eine große Fledermaus erkannt zu haben. Nur kurz war sie im Lichtkegel aufgetaucht, um dann wieder in der Nacht zu verschwinden. Doch Marik war nun vorgewarnt. Er erhob sich vom kalten Boden. Vom Angreifer war weder etwas zu sehen, noch zu hören. Wahrscheinlich war es nur ein Vorbote. Vorsichtig bewegte sich der alte Marik weiter durch den Wald voran. Er hatte auf einmal nicht mehr das Gefühl, die Situation unter Kontrolle zu haben.

Je tiefer er in den Wald ging, desto dunkler wurde es noch. Marik hob die Taschenlampe an und leuchtete nach vorne. FLAPP! FLAPP! FLAPP! FLAPP! FLAPP! Da war es wieder. Dieses Geräusch, und dieses Mal klang es intensiver als je zuvor, als ob mehrere dieser Tiere sich auf den Weg zu ihm gemacht hatten. In dieser Situation geschah das, was nicht hätte passieren dürfte. Die Taschenlampe stellte ihre Arbeit ein. Egal wie Marik an ihr rüttelte, er brachte sie nicht mehr zum leuchten. Wie sollte er jetzt den Weg finden? Er sah die Hand vor Augen nicht und verlor die Orientierung. In Panik lief er einfach los. Die drohenden Geräusche der Flügelschläge kamen immer näher.

Ein harter Schlag traf sein Gesicht. Er hatte nicht aufgepasst und war hart gegen einen Baum gelaufen. Er merkte, dass Blut aus seiner Nase lief und schmeckte die rote Flüssigkeit auch in seinem Mund. Der Vampirjäger sah seine Chancen schwinden. Hier lief es ganz und gar nicht nach Plan. FLAPP! FLAPP! FLAPP! Sie waren schon ganz nah. Da Fledermäuse auch im Dunkeln gut sehen konnten, stellte Franz Marik ein leichtes Ziel dar. Fest umklammert hielt er seinen Pfahl. FLAPP! FLAPP! Ein stechender Schmerz im Rücken. Irgendetwas hatte sich dort festgekrallt. Marik wusste, dass es nun um Leben und Tod ging. Aus der Stille der Nacht vernahm er die Stimmer eines Mannes und die Worte stimmten ihn nicht unbedingt positiv: "Ja, meine kleinen Freunde. Holt ihn euch. Zerreist ihn!"

Marik lag am Boden. Immer mehr der kleinen Flugmonster krallten sich an seinem Rücken fest. "Nur nicht der Hals", dachte Marek," Nur nicht der Hals." "Wenn sie deine Schlagader erwischen ist es vorbei." Es waren unerträgliche Schmerzen, welche der Vampirjäger ertragen musste. Die Fledermäuse verursachten mit ihren Krallen tief Wunden an seinem Rücken. Es waren keine normalen Tiere, diese hier waren viel größer. Marik konnte kaum etwas von ihnen erkennen. Er begann automatisch sich auf den Rücken zu drehen. Ein Schutzmechanismus, um die Fledermäuse von ihm zu vertreiben. Doch es war auch ein Fehler, denn nun landete eines der Tiere auf seinem Oberkörper und krallte sich in seinem Bauch fest. Marik griff in einem letzen Akt der Verzweiflung zu und bekam die Fledermaus mit der linken Hand zu fassen. Die Zähne des kleinen Biestes hieben in seine Hand. Marik unterdrückte die Schmerzen und versuchte einen klaren Kopf zu behalten. Ihm fiel wieder ein, dass er seinen Pfahl noch immer in der rechten Hand hielt. Sofort drückte er ihn nach vorne und traf die Kehle des kleinen Biestes. Blut spritze hervor und Marik bekam etwas davon ins Gesicht. Ein kreischendes und gurgelndes Geräusch drang aus dem Maul, dann war es still. Eine weniger, doch es war nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Es waren einfach zu viele. Die Tiere ließen nicht von ihm ab und bissen immer wieder zu. Marik wirbelte seinen Pfahl herum und erwischte noch eine Fledermaus. Das bekamen auch die anderen mit und zwei von ihnen verbissen sich in Mariks Arm. Der Vampirjäger musste seinen Pfahl unter Schmerzen fallen lassen. Nun hatte er seine wichtigste Waffe verloren. Eine ganze Horde der Fledermäuse hatte sich inzwischen in ihn verbissen. Marik merkte wie seine Kräfte schwanden. Er war einfach zu alt für diesen Kampf. Er hatte seinen Gegner unterschätzt. Wie konnte er auch ahnen, dass sich der Vampir so effektive Helfer an seine Seite geholt hatte. Immer wieder erschienen schwarze Flecken vor seinen Augen. Dies ersten Anzeichen einer drohenden Ohnmacht. Er musste viel Blut verloren haben. Marik hatte den Kampf aufgegeben. Er nahm seinen drohenden Tod hin. Bevor das Leben aus dem Körper des alten Mannes kroch, hatter er noch einen letzten Gedanken "Hoffentlich findet sich jemand, der den Kampf gegen die Vampirbrut wieder aufnimmt." Franz Marik rutschte hinein in die tiefe des Todes.

Die Fledermäuse ließen von ihrem Opfer ab und erhoben sich in die Lüfte. Sie wussten, dass er nicht mehr am Leben war und verloren das Interesse an ihm. Zwei von ihnen landeten auf dem Arm des Vampirs, der sich in der Nähe aufgehalten hatte, um den Tod des Vampirjägers mit zu erleben. Der Vampir schritt an den leblosen Körper des Mannes heran. Marik war über zugerichtet. Von seinem Gesicht, war nicht mehr viel zu erkennen. Nur seine Glasigen toten Augen, schienen in den Himmel zu starren. "Du erledigst keinen Vampir mehr!", sprach er. "Ich Buric Kartow habe dich vernichtet." Wie leicht war es doch gewesen, dich Marik in die Fall zu locken und du Narr hast nichts gemerkt."


Kommentare

html8976@aol.com schrieb am 2006-10-11 21:24:47:
Mal genug der Lopudelei.
Die geschichte ist zwar ganz annehmbar geschrieben und auch die idee ist, wie ich zugeben muss nciht schlecht, auch wenn sie nicht mein Geschmack ist. Manche wörter waren echt fehlplaziert und haben die geschichte ein wenig ins wanken gebracht, weil sie einfach nciht in den kontext gepasst haben.
Der anfang war, fand ich ein wenig übertrieben. Der arme alte hilflose Mann, der sich aufmacht um Vampire zu töten. Es schien ein wenig Egoistisch und Nazistisch für einen Vampirjäger, der sich in einem rumänischen Dorf voller tölpeliger Bauern aufhält aber einen solchen nicht von einem vampir unterscheiden kann, wenn dieser vor ihm steht. sehr unglaubwürdig, tut mir leid.
Ab dem mittelteil und dem ende war es dann wirlich ganz annehmbar, zwar noch ein paar kleine wortverirrungen, wie eben schon angesprochen aber ok. so das wars ersteinmal
nadine.wokoeck@teleos-web.de schrieb:
Coole geschichte!!!!! Kannst gut schreiben!!!

LG Naddl
Joerg.Ertel@t-online.de schrieb:
Eine sehr schöne kurze Geschichte. Daraus könnte man auch eine große Geschichte schreiben. Die Geschichte war sehr gut zu lesen.
kmp@gmx.de schrieb:
Hey, du kannst echt gut schreiben und wie toll du das hingekriegt hast das es so spannend war!! und deine Wotwahl war ausgezeichnet!! MFG Rahe
havj_cubateespera@hotmail.com schrieb:
verdammt lang!!!
...... schrieb:
gibt es eine vortsetztung mit dem nachvolger?

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