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Kategorien > Wutausbruch > Mord

Der Weg

von Bastian Bretzler

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Er macht sich auf den Weg. Er geht die Straße entlang, immer weiter ohne sich umzusehen, ohne auf die Umgebung zu achten. Er sieht nichts er ist alleine, obwohl die Straße, an der er entlang läuft, voller Menschen ist. Er ist alleine. Alleine mit seinen Gedanken und seinen Fragen. Wieder einmal ist er auf der Flucht. Er flieht nicht vor einer fremden Macht oder einem Menschen, keinem Tier, keinem Monstrum aus anderen Welten. Er flieht vor seinen Fragen.
Ist er überhaupt in der Lage irgendetwas von dem zu tun, von dem er träumt?
Er stellt sich vor, wie er durch das Dunkel der frühen Nacht geht, genau an dieser Straße entlang. Nur dass er sieht wie eine Person. Eine junge Frau, eher ein Mädchen, er ist sich bei dieser Begrifflichkeit nie sicher. Eine Schulkameradin von einer Gruppe Männer bedroht und genötigt wird. Er stellt sich vor, wie er es beenden würde, welchen lockeren Spruch er bringen würde und wie er sie retten würde und wie dankbar sie wäre.
Doch gleich darauf fragt er sich, könnte er das? Oder würde er in der Situation handeln wie jeder Mensch? So tun als wäre nichts geschehn?
Er ist sich bewusst, dass diese Gedanken nichts Besonderes sind, er hängt ihnen trotzdem gerne nach. Denn in diesen kurzen Träumen ist er jemand Besonderes, jemand mit Bedeutung. Jemand den man schätzt.
Die Wirklichkeit sieht anders aus.
Er läuft weiter im Bewusstsein, das er nichts Besonderes ist. Nichts Besonderes sein würde.
Er geht die Straße weiter entlang. Hängt weiter seinen Gedanken nach.
Würde sich jemand an ihn erinnern, wenn er nicht mehr wäre? Wohl eher nicht, er stellt sich gerne vor wie alle Menschen, die er kennt, reagieren würden, wenn er verschwinden würde, wenn er sterben würde.
Er stellt sich vor wie die Lehrer ihren Kursen und Klassen erzählen, dass er gestorben ist. Dass er nicht mehr wiederkehren würde. Würden einige der Leute weinen? Würde man ihn vermissen? Würde man offen trauern? Würden seine Freunde sich über ihn unterhalten? Sich Geschichten erzählen, was sie mit ihm erlebten?
Doch auch dies würde er nie erfahren.
Das ist wohl der Reiz der Träume, nicht zu erfahren, wie sie in der Realität wären. Das macht sie so wichtig und schön. Er kann in seinen Träumen sein, wer er will.
Seine Gedanken schweifen weiter, während er weiter geht. Jemand kommt ihm entgegen. Er senkt den Kopf und schaut auf den Boden, er mag die Blicke der Fremden nicht. Er ist sich sicher sie sehen in ihm einen Kleinen, dicklichen Niemand. Er ist nicht spannend, nicht Besonderes lustig. Er hat kein besonderes Talent.
Er weiß nicht, was andere in ihm sehen. Er wünschte es wäre ihm egal. Doch das ist es nicht. Niemandem ist es egal, was andere von einem denken. Es gibt die behaupten es würde ihnen nichts bedeuten, was andere denken. Trotzdem wünschen sich sicher auch diese Menschen, dass man sie mag. Dass man ihnen gerne begegnet.
Er geht weiter. Schiebt sein Fahrrand neben sich her. Er mag es Fahrrad zu fahren, währenddessen Musik zu hören. Er geht nie ohne seinen MP3-Player aus dem Haus. Er mag es nicht zu hören, wie viel Krach um ihn herum ist. Außerdem kann er seine Gedanken besser hören, wenn er seine Musik hört.
Jetzt driften seine Gedanken zu seiner Exfreundin. Sie ist wunderschön, das ist sie. Es ist so schade, dass es zu Ende ist. Er vermisst es, jemanden zu haben der einen in den Arm nimmt, der er in den Arm nehmen kann, es hat ihm immer Spaß bereitet, sie in den Arm zu nehmen. Er ist gerne neben ihr aufgewacht. Es ist einfach schön gewesen nicht alleine zu sein. Wenn sie bei ihm war, musste er nicht seinen Gedanken nachhängen. Er war abgelenkt. Er war glücklich.
Doch ist dies alles nun vorbei.
Warum?
Seine Lieblings Frage, da er nie eine gute Antwort hat. Es ist sehr seltsam, er kann es nicht sagen er weiß, dass es wie es jetzt ist, richtig ist.
Aber warum?
Es ist wie bei einem Traum, du bist dir sicher es ist Real, aber irgendetwas ist seltsam. Anders als es sein sollte. Und du weiß nicht, wie du dort hingekommen bist. Und so war es mit dieser Trennung. Er kann nicht genau sagen, warum, er kann, nur sagen, dass es richtig ist.
Er geht weiter, ihm fällt auf das Er noch nicht sehr weit gekommen ist. Die Zeit vergeht langsam, wenn er in seinen Gedanken verloren ist. Er findet es nicht schlimm das die meisten traurig sind, denn das sind sie bei den meisten. Da ist er sich sicher. Es ist nicht schlimm, denn er ist nicht immer traurig. Nur denkt er lieber über diese Dinge nach. Er hofft er könnte damit etwas verändern.
Durch darüber nachdenken.
Es ist dunkel und es regnet.
Er mag den Regen. Es ist irgendwie angenehm. Er versteht, nicht warum alle Anderen durch die Gegend rennen, wenn es beginnt zu regnen. Es ist seltsam, aber es muss ja seinen Grund haben. Er kennt ihn nur nicht. Das ist nur normal. Er ist sich bewusst das Er nicht besonders viel über andere Menschen weiß. Woher auch.
Er findet so vieles seltsam.
Doch er geht seinen Weg weiter. Er muss ja. Zuhause würde er sich ins Bett legen und schlafen. Doch dafür musste er erstmal nach Hause kommen.
Er bleibt stehen, auf einer Brücke und guckt auf das jetzt schwarze Wasser.
Irgendwie ist es schön, aber auch unheimlich. Es ist sicher kalt, denkt er. Irgendwie ist es beruhigend sich das Wasser anzusehen. Es sieht aus wie erstarrt. Er lässt seinen Blick schweifen. Auf der Straße stehen die Autos in langen Schlangen an den Ampeln. Wie viele dieser Leute wohl nur eine kurze Strecke fahren und genau wissen das es eigentlich albern ist das Auto für diesen Weg zu benutzen. Ob wohl jemand in einem Wagen ihn sieht und er ihm oder ihr auffällt? Was würden sie denken?
Er geht weiter. Seine Hand gleitet in seine Tasche, er umschließt den beruhigenden Gegenstand, der er mit sich trägt.
Er hatte immer einen Stein in der Tasche einen kleinen. Mit dem Er in der Tasche spielen konnte. Ihn in die Hand nehmen, kurz aus der Tasche nehmen und ansehen. Wieder hinein stecken. Es beruhigte ihn. Er fühlt sich glatt und kalt an.
Er setzt seinen Weg fort.
Vor ihm wird ein Blatt von dem Wind über den Boden geschleift. Es sieht kurz aus, als wäre es ein Lebewesen. Eine Blattmaus, er muss schmunzeln, eine „Blattmaus“ das ist schon ein seltsamer Name für etwas. Dann wird ihm klar, der Name ist albern. Sehr albern.
Aber das ist ihm egal. Denn dieser Gedanke bleibt in seinem Kopf, da kann es niemand albern finden. Das ist das Großartige an Gedanken so lange sie nicht ausgesprochen werden, kann niemand über sie richten.
Inzwischen ist er an einer Ampel angekommen. Sie ist Rot. Diese Ampeln sind immer Rot, wenn man auf die andere Seite will. Heute Abend stört es ihn nicht. Denn er weiß, dass alles gut wird, wenn er zu Hause ist.
Die Ampel wird grün, er geht weiter.
Er kommt an einem leeren Geschäft vorbei. Als er klein war, war dort ein Blumenlanden, vor Kurzem eine Versicherung. Er behauptete in Gedanken gerne das das Gebäude verflucht war, das kein Geschäft dort lange bleiben könnte. Auch diesen Gedanken behielt er

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