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Der Wille, meine Freiheit I
von
Zahra Kritar
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Der Wille, meine Freiheit I
Es war angenehm warm im Museum und schwitzend zog ich meine Winterjacke aus und übergab sie mit einem kleinen Schmunzeln der Gadrobenfrau, die dankbar zurücklächelte. Meine Klasse war bereits hinter der Tür zur Bildergalerie der englischen Könige verschwunden. Gemächlich und nicht besonderes apicht darauf, ihnen zu folgen, lief ich ihnen nach. Was blieb mir denn anderes Übrig? Ich bog um die Ecke und unterdrückte ein Stöhnen. Die Klasse stand versammelt um unseren Museumsführer und wartete gelangweilt ab. Als meine Lehrerin mich sah, warf sie mir einen tadelnden Blick zu, der mich wohl einschüchtern sollte. Gleichgültig zuckte ich mit den Schultern und sah auffordernd unseren Führer an, zu beginnen. Es war in der Tat ein Museumsführer, so wie man sich ihn vorstellte. Einen unauffällige, grauen Anzug, weißes, dünnes Haar und eine Hornbrille. Wir gingen an jedem Porträt der Könige vorbei und unser Leiter ratterte die auswendig gelernte Geschichte zu der Person herunter, dabei wirkte seine monotone, trockene Stimme fast einschläfernd. Ich gab mir alle mühe zuzuhören, doch als wir bei Heinrich dem VIII angelangt waren, hielt ich es nicht mehr aus und ließ mich ein Stück von der Truppe abdriften. Ich tat so, als bände ich mir den Schuh zu und als keiner hinsah, verschwand ich schnell in einen anderen Gang. Auch dieser war, wie die vorigen zuvor, mit Porträts und Landschaften gestaltet. Nur waren es keine Königskinder mehr, sondern fein gezeichnete Engel oder reiche Fürsten. Besonders ein Graf hatte es mir angetan. Sein Gesicht war so getreu gezeichnet, als sei es ein technisches Photo. Es war ein Mann, Mitte 20 und noch dazu ein sehr hübscher. Irgendetwas faszinierte mich an ihm. Er hatte nachtschwarzes Haar, das sich fein lockte und kurz war. seine gerade Nase und die schönen geschwungenen Lippen, vollendeten sein blasses aber gleichmäßiges Antlitz. Ich konnte gar nicht den Blick von ihm abwenden. Irgendwann schaute ich dann auf die kleine Anschrift unter dem Bild.
Vincent Lorong ( 1547 - ? )
Treuster Ratgeber und Freund des jungen Königs Eduard VI
Dass dort nicht sein Todestag stand verwunderte mich, umso herrlicher fand ich seinen Namen. Ich ließ ihn mir auf der Zunge zergehen. Vincent Lorong. Trotzdem musste ich weiter gehen. Vielleicht fand ich noch mehr Bilder von ihm? Nach etlichen Gemälden über das göttliche Himmelreich, die hauptsächlich von halbnackten Engeln geziert wurden, entdeckte ich noch etwas viel interessanteres. Es gab noch ein zweites Bild von Vincent. Auf dem Messing Schild stand in schnörkliger Schrift:
Lieclair ( ? )
Sollte angeblich die Dienerin und geliebte von Vincent sein.
Ich freute mich, dass sie den gleichen seltsamen Namen wie ich trug. Verträumt stellte ich mir vor, dass ich diese Lieclair, Dienerin von diesem umwerfenden Typen sein könnte. Neidisch glitt mein Blick das Porträt hinauf und was ich da sah, ließ mich erzittern. Nicht irgendeine Lieclair war auf diesem Gemälde abgebildet, sondern ich. Ich mit einem glücklichem Lächeln und einem altmodischen, verzierten Kleid. Mein weinrotes, langes, gelocktes Haar hing mir offen über die Schulter und fiel sanft auf den goldenen Stoff hinab. Die Hände hielt ich zusammengefaltet im Schoß und meine karamellfarbenen Augen blickten mich freundlich an.
Das war zu viel für mich. Ich spürte, wie alles Schwarz um mich herum wurde, doch den Sturz auf den harten Fliesenboden des Museums bekam ich nicht mehr mit.
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Kommentare
zhara schrieb am 2008-02-06 17:49:32:
Toll das es dir jetzt besser gefällt und ich kann dir versichern, das da Fantasy noch pur im Spiel sein wird. Magst du Vampire? Bestimmt Jeiy. Ich bin auch totaler Fantasy Fan und es ist wunderschön, das du immer meine Rechtschreibfehler kontrollierst, aber ich würde dir gerne sagen, das ich eine anerkannte Rechtschreibschwäche habe. Jedenfalls viel spass noch beim lesen. zhara
Jeiy schrieb am 2008-02-05 18:20:56:
@nat:
Also, ein Kommentar wie dieses kannst du dir wirklich sparen. Wenn dir die Geschichte nicht gefällt, dann begründe doch bitte wenigstens warum und was man deiner Meinung nach besser machen könnte!
Zudem finde ich Zahras geschichte nicht langweilig. Es ist halt der Anfang einer Geschichte und wie bei einem gutem Film baut sich eben auch bei vielen Büchern und Stories die Spannung erst allmählich auf, was ich auch gut und richtig finde.
Schön, das ist ansichtssache, ich weiß, aber trotzdem: Prinzip hier ist es, dass wenn einem an der Geschichte eines anderen etwas nicht gefällt, darauf aufmerksam zu machen und nette Verbesserungsvorschläge aufzuschreiben.
Also, demnächst etwas freundlicher, ja?
mfg
Jeiy
nat schrieb am 2008-02-05 14:56:58:
total langweilig
Jeiy schrieb am 2008-02-04 10:25:40:
Hi Zahra!
Ich hab mir tatsächlich noch einmal die zeit dafür genommen weiter zu lesen, ist ja auch so schön kurz ^^
Und es hat sich schon gelohnt meiner Meinung nach. Du scheinst ja langsam sogar etwas Fantasy mit einzubeziehen und das gefällt mir wirklich sehr (ich, als großer Fantasy-Fan!) und ich bin dir echt dankbar, dass ich mit dem namen Lieclair jetzt endlich was anfangen kann! Hatte mir ja schon gedacht, dass dein Protagonist ein Mädchen ist, jetzt kann ich mir aber zum Glück auch sicher darüber sein.
Nun, Fehler scheinst du auch nur sehr wenige zu haben (was bei einem solch kurzen Text ja auch der Fall sein sollte).
Nur bei dem Wort 'apicht' bin ich mir nicht sicher. Wird das nicht 'erpicht' geschrieben?
Aber naja, wie auch immer. Schreib weiter! ^^
Mfg
Jeiy
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