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Der Wille, meine Freiheit III

von Zahra Kritar

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Der Wille, meine Freiheit III

Auf dem Sklavenmarkt war es laut. Es stank überall nach faulen Eiern und Urin. Halbtote, abgemagerte Afrikaner drängten sich verängstigt aneinander und ich konnte die Frauen weinen hören. Was war das damals für eine schreckliche Zeit gewesen und nun bin ich hier. Mitten drin und soll selbst verkauft werden. Am liebsten hätte ich geheult, doch das konnte ich nicht, noch nicht. Für mich war alles noch immer ein Traum, aber alles schien so wirklich und langsam zerfiel die Illusion, die ich mir immer wieder einredete. Die beiden schmierigen Männer, die mich gefangen genommen hatten, lieferten mich nun an einem etwas ansehnlicheren Buchhalter ab. Er trug eine weiße, gepuderte Perücke und ein hellblaues, mit Schmutz bedeckte Uniform. In seinen Händen hielt er ein in ledergebundenes, schweres Buch und ich erhaschte einen kurzen Blick darauf. Säuberlich notierte Nummerierungen und dahinter standen die Namen der Sklaven. Auch meinen wollte er erfahren. Stur funkelte ich ihn an. Das war ein Fehler. So schnell konnte ich das noch nicht mal verfolgen, doch schon hatte er eine Peitsche in der Hand und drohte mir damit. „Spricht sie English?“ Fragte er meine Begleiter, die nickten. „Sie spricht so gut Englisch, als sei es ihre Heimatsprache.“
„Deine Name?“ wandte er sich mit völligem Desinteresse an mich. Ich konnte ihn mit jeder verstrichenen Sekunde weniger leiden. „Lieclair.“ Ich spuckte meinen Namen nur so aus. Was darauf geschah, würde ich am liebsten für immer und ewig aus meinem Gedächtnis streichen. Für eine Goldmünze verschwanden meine Freiheitsrauber lachend und ich wusste schon, dass sie in den nächsten Pub gehen würden, um sich zu betrinken. Man fing an mich zu inspizieren, wie ein Stück Ware. Das war ich ja jetzt auch, aber solche Verachtung der Menschenrechte, ließen meinen Magen nur so rumoren. Als erstes steckte er seine dreckigen Pfoten in meinen Mund, weil er meine Zähne begutachten wollte. Ich hielt still, dann biss ich ihn mit völliger Kraft auf seine Wurstfinger, dass ich es knacken hörte. Hustend spuckte ich fremdes Blut aus, während er mich anbrüllte, wie ein Behinderter. Die darauf folgenden 50 Schläger mit der Peitsch ließ ich ohne auch nur einen Schmerzenschrei über mich ergehen. Mein Rücken blutete und das, was mich noch daran erinnerte, das ich nicht hier hergehörte hing nun in Fetzten an mir herab. Meine ganzen Markensachen von H&M waren zerstört. Man schleifte mich zu einen der Käfige und sperrten mich zusammen mit anderen, schwarzen Sklaven ein. Es stank so schrecklich, dass ich ein Stoffstreifen meines zerrissenen Sweatshirt abriss und es mir vor die Nase hielt. Vor mir kauerten sich dunkle Gestalten, zu geschockt, um zu weinen. Auch mir ging es so, doch gehörten wir noch nicht mal derselben Rasse an. Hier nicht. In meiner Zeit war mein ehemaliger Freund schwarz gewesen. Hier waren wir Fremde. Irgendwann kam ein bulliger Mann zu mir herein. Er hockte sich vor mir hin und flüsterte mir seinen Namen zu. Er hieß Edmund und war Arzt. Edmund war der erste, der mich einmal freundlich behandelte. Doch Arzt konnte man ihn wirklich nicht nennen. Nicht wenn ich an die ordentlichen und sauberen Instrumente unserer Ärzte dachte. Sein Messer war blutverschmiert und die Binden waren wahrscheinlich schon hundertmal benutzt. Ich lehnte dankend ab, mich behandeln zu lassen. Mit einem traurigen Lächeln verschwand er wider und ich blieb wider alleine zurück in der fremden Dunkelheit. Man sperrte mich in eine kleine Einzelzelle. Es dauerte nicht lang und schon kamen die ersten ,, Käufer ,,. Es waren Weiße so wie ich, doch würdigten sie mich so wenig einen Blick, wie den Afrikanern. Nur eins fiel mir auf. Während die adligen Damen mit einem parfümierten Taschentuch schnell vorbeieilten, nahmen sich die edlen Männer Zeit mich genauer zu betrachten. Es war mir klar, woran sie dachten und ich verfluchte meine Schönheit. Träumend saß ich da, in eine kalte Zelle. Versuchte die Menschen um mich herum zu vergessen und sang leise ein Lied:
There is summer in the paradies,
the sun is shining in my darkness eyes.
I saw the blue, blue sky,
the wild wind in the trees.
And when I die,
I saw the bird fly in the blue sky.
He listen my heart,
Now, I can say, by by to the world.
He listen my heart and I fly away,
Now I can say,
by by to the world.

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Kommentare

Andrea schrieb am 2008-02-10 12:17:39:
bitte schnell weiterschreiben!!!!!
Jeiy schrieb am 2008-02-08 16:34:52:
Hallo zahra,
Deine Protagonistin tut einem ja langsam wirklich Leid ^^ Das ist jedoch nicht negativ gemeint, nein, sondern eher im gegenteil: Man kann sich gut in sie hineinversetzten und fühlt mit ihr mit! Und das is gut so, mach weiter so.
Nur eine Sache wäre da noch: Egal, was für einen starken Willen deine Lieclair auch hat, ich glaube kaum, dass sie so ohne weiteres gleich 50 Peitschenhiebe aushalten würde, zumal das sogar für die Menschen früherer Zeit, die soetwas teilweise wirklich gewöhnt waren, tödlich war! Es ist ein ganz klein bisschen übertrieben und demnach auch etwas unglaubwürdig, aber ansonsten ist dieser Teil deiner Geschichte wieder wirklich gut geworden. Du kannst schon recht gut beschreiben, also: Mach weiter, ich werd diese Geschichte bestimmt auch weiterhin verfolgen!
Mfg
Jeiy
zhara schrieb am 2008-02-08 14:38:20:
cool! Danke dir und natürlich werde ich weiter schreiben :)
zhara
Yuriko schrieb am 2008-02-07 21:08:24:
hey du...ich hab mir jetzt mal alle 4 geschichten an einem stück durch gelesen und ich find die eig echt gut...hoffe du schreibst schnell weiter !!!

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