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Kategorien > Liebe > Vampir

Der Wille, meine Freiheit IX

von Zahra Kritar

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Der Wille, meine Freiheit IX

Ich schrubbte verbittert einen angelaufenen Zinntopf und versuchte zur Abwechslung mal nicht nach zudenken. Natürlich funktionierte es nicht. Während mir die anderen Diener böse Blicke zuwarfen, konzentrierte ich mich ganz auf meine anstrengende Arbeit. Er hatte in dieser Nacht wieder schlecht geschlafen. Seine gequälten Schreie taten mir im Herzen so weh und ich konnte nichts dagegen unternehmen. Außer ihn aufzuwecken und als Vincent so laut aufschrie, das ich Angst hatte, das ganze Haus würde aufwachen, hielt ich es nicht mehr aus.
Ich hatte ihn vorsichtig geschüttelt und seinen Namen gerufen, doch anders als beim letzten Mal, war er nicht wütend auf mich gewesen. Im Gegenteil, er hatte mich tröstend in seine Arme genommen, als hätte ich so gelitten und nicht er. Dabei hatte er mir immer wieder sanft in mein Ohr gemurmelt „nur ein Traum, mehr nicht.“ Ich glaubte ihn das nicht, trotzdem war ich unendlich müde gewesen und seine warme, angenehme Stimme sorgte dafür, das ich wider in einen tiefen Schlaf glitt. Am nächsten Morgen wachte ich alleine auf. Verzweifelt schaute ich auf die altmodische (hier neumodische) Uhr. Es war schon fast 6 Uhr abends. Den ganzen Tag hatte ich ihn nicht gesehen und keiner konnte mir sagen, wo der Herr unterwegs war. Aus irgendein Grund machte ich mir sorgen. Das hier ist eine andere Zeit. Was ist wenn man ihn einfach in einer Gasse umgebracht hatte oder er von Bettlern erschlagen wurde? Ich biss mir auf die Unterlippe so fest es ging. Ich durfte mir nicht so viele Gedanken um ihn machen. Lilly, eine kleine, schmächtiges Küchenmädchen kam schüchtern auf mich zu. „Lieclair?“ Ich richtete mich auf und starrte sie an, bisher hatte niemand mit mir geredet. „Ja?“ fragte ich sie etwas verwirrt. „Der Herr möchte dich sprechen.“ Ich war so unendlich erleichtert, das Vincent wider hier war, das ich mich zusammen reißen musste nicht aus der Küche zu rennen. Auf dem Flur vergewisserte ich mich, das keiner mich beobachtet, dann rannte ich zu seinem Schlafgemach. Nach Luft schnappend kam ich vor der eleganten Tür zum stehen. Ich zitterte etwas als ich die Klinke herunter drückte und eintrat. Und da stand er. Im seinem schwarzen, vornehmen Anzug. Seine reine Haut schimmerte weißlich und um seine feinen Lippen spielte ein Lächeln. Als er mich sah leuchteten seine goldenen Augen auf. Mir verschlug es den Atem. Wie konnte ein Mensch so bezaubernd sein? Erstarrt blieb ich am Türrahm stehen und konnte nichts anderes tun, als ihn zu betrachten. Vincent kam nähr und küsste mich vorsichtig, während er die Tür schloss. Seine Hand lag auf meiner Taille und… plötzlich wurde alles schwarz um mich herum. Als ich wider zu mir kam, kitzelte mich sein Atem im Ohr. „Wenn ich gewusst hätte, dass dich meine bloße Anwesenheit so um den Verstand bringt, dann muss ich mich im Moment richtig zusammenreißen, deiner verführerischen Art zu widerstehen.“ lachte er leise. Ich stöhnte, „Du weißt ganz genau, dass du einfach umwerfend bist.“ antwortete ich. Vincent zog eine Augenbraue hoch. „Wirklich, ich bin also umwerfend?“
Darauf konnte ich nichts erwidern, also schwieg ich und betrachtete ihn einfach weiter. Sein leicht gelocktes, dunkles Haar roch nach Lilien. So verführerisch. Mit einer schnellen Bewegung zog er mich zu sich heran und plötzlich fiel mir etwas auf. Auf einem gold verzierten Edelholzstuhl lag ein wunderschönes Kleid. Es war Indigoblau und mit seltsamen Mustern um den Ausschnitt bestickt. Es hatte lange Ärmel und war Figurbetont geschnitten worden. Sein Blick folgte meinem und so gewand wie eine Katze, das ich es noch nicht einmal richtig sah stand er auf und brachte mir das Kleid. Er hielt es mir auffordernd hin. Fasziniert strich ich über den feinen Stoff. Seine Augen funkelten mich an. „Kannst du dir denken wofür das ist?“ Ich verstand gar nichts mehr. „Ähm…für deine zukünftige Verlobte?“ Mit einem ungeduldigen Seufzen setzte Vincent sich neben mich auf das Bett. „Nein, wenn ich dich heirate, dann würdest du von mir persönlich ein Diamant besetztes Kleid geschenkt bekommen.“ Ich wurde rot. „Das ist …nett.“ Etwas verunsichert nahm er meine Hand und schaute mir tief in die Augen. „Es ist schwer jemanden zu lieben, die eine Sklavin ist.“ Ich senkte den Blick, damit er nicht meine aufsteigenden Tränen sah. Seine Worte verletzten mich mehr, als ich sagen konnte. Natürlich war ich eine Sklavin. Hier. Wie konnte ich das nur vergessen? Zärtlich hob er mein Kinn an und strich mit der anderen Hand meine Tränen weg. „Es tut mir Leid, wenn ich dich verletzt habe, Lieclair.“ Liebevoll küsste er mich auf die Stirn. „Das Kleid ist für den Ball morgen Abend. Der Tanzball der Familie Jordan ist sehr berühmt in London und es ist mir selbstverständlich erlaubt, meine Dienerin mitzunehmen. Ich konnte nur ein simples Kleid kaufen, weil du sonst zu auffälligste wärst.“
„Ja, klar.“ Ich fühlte mich in meinem Stolz verletzt. Was nutzte mir ein Ballkleid, wenn ich nicht mit ihm tanzen durfte? Wenn ich zusehen musste, wie er von anderen Mädchen angehimmelt wurde und sie mit ihm stattdessen tanzen durften? Er strich mir noch einmal mitfühlend über meine Wange. „Es tut mir Leid.“ entgegnete Vincent bedrückt. Ich spürte wie gerne er mit mir dort hin gehen wollte, als Ballgefährtin und nicht als Dienerin. Ich nahm seine kalten Hände in meine und sah ihn an. „Es wird eine Zeit kommen, in dem es keine Sklavin mehr gibt und die Frauen den Männern gleichgestellt sind.“ Seine Lippen berührten mein Schlüsselbein, das ich eine Gänsehaut bekam. „Wenn es doch so wäre.“ flüsterte er. Ich nickte. „Glaub mir, es wird so werden!“

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Kommentare

zhara schrieb am 2008-02-26 13:46:12:
Es geht weiter. nach dem ich statt Compterverbot nun Fernsehnverbot erhalten habe (was überhaupt nicht schlimm ist^^) schreibe ich jetzt endlich weiter und hoff euch gefällt es weiterhin was ich da hin klatsche. Viel spass noch beim lesen und wie immer, wer ein Rechtschreib fehler findet, darf ihn behalten.
Eure zhara
eli schrieb am 2008-02-26 10:59:32:
schreib bald wieder weiter

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