Der Wille, meine Freiheit VII
von
Zahra Kritar
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Der Wille, meine Freiheit VII
Vorsichtig balancierte ich das Silberne Tablett die Treppe hinauf. Vor der großen Eichentür die zum Esssalon führte, blieb ich noch einmal kurz stehen, rückte meine Schürze zurecht und klemmte mir eine Strähne meines Haares hinter das Ohr. Entschlossen klopfte ich an. Ein Diener öffnete mir und vor mir erstreckte sich der größte Saal mit der größten Esstafel, die ich je gesehen habe. Und am Ende saß er und wartete geduldig ab. Ich schluckte. Es war ein langer Marsch bis zu ihm hin, doch stolz ging ich ihm entgegen. Mein Gott es war nur ein langer Raum, versuchte ich mir einzutrichtern! Trotzdem raste mein Herz wie wild. Vincent Lorong hatte sein Blick gesengt und las eine altmodische Zeitung. Auf dem Titelbild sah man Eduard den VI. Ich stellte das Tablett neben ihm ab und stellte fest, dass so lang er die Zeitung las, ich nicht den Teller auf seinen Platz stellen konnte. Was jetzt? Sollte ich warten oder auf mich aufmerksam machen? Ich entschied mich für die zweite Variante, weil ich nicht den ganzen Tag damit verbringen wollte, abzuwarten bis der feine Herr seine Zeitung ausgelesen hatte! Sklaven hin oder her, ich kann mir etwas Besseres vorstellen. „Verzeihung, Sir, aber ihr Essen wird kalt.“ Täuschte ich mich oder zuckten eben kurz seine Finger? Ich erhielt keine Antwort. Hatte ich etwas falsch gemacht? Oder war er immer noch wütend wegen letzter Nacht? Wie ich es auch drehte und wendete, mich betraf eigentlich keine Schuld. Als ich nun zu diesem Entschluss kam, sah ich mich im Zimmer um. Kein Diener war zu sehen. Wir waren ganz alleine. Ein guter Zeitpunkt das alles zu klären! Ich stellte das Tablett unsanft auf dem edlen Holztisch ab und verschränkte die Arme. „Es tut mir ja wirklich alles schrecklich Leid, aber ich bin noch vor einem Tag eine freie Frau gewesen und es ist ziemlich ungewöhnlich für mich auf einmal als Sklaven zu dienen!“ Er schaute auf und ich versuchte seine Miene zu ergründen, doch alles blieb eine aufgesetzte Maske der Gelassenheit. Mit einem kurzen Nicken signalisierte er mir, das ich weiter sprechen konnte. Da ich mich nun einmal richtig in Fahrt geredet hatte, fiel mir das nicht schwer. „Ich meine ja, ihr seid wirklich gütig und ich hätte es bestimmt schlechter erwischen können, aber…“ ich warf meine Hände in die Luft und musste plötzlich anfangen zu weinen. Als Vincent das sah, wirkte er für einen Moment erschrocken, doch die Gleichgültigkeit kehrte schnell wider zurück. Die Tränen ließen sich nicht mehr aufhalten und das einzige, was ich jetzt noch tun konnte, war die Flucht zu ergreifen. „Ihr, ihr versteht das nicht…“ flüsterte ich leise, dann rannte ich aus diesem ewig, langem Saal. Irgendwohin, wo ich alleine sein konnte.
Die Dachkammer war dreckig, klein und roch nach Staub. Aber hier war ich wenigstens alleine. Der Strohsack, der mein eigentliches Bett darstellen sollte, wenn ich nicht gerade bei dem Herrn war, knisterte und mein Schluchzen durchdrang die Stille. Von draußen hörte ich, wie Kutschen über das Pflaster holperten und die Pferde wieherten. Ich lehnte meinen Kopf gegen einen der Balken und schlug mit den Fäusten dagegen. „Ich will hier weg, sofort!“ Unter hemmungslosen schluchzen, hatte ich Bauchschmerzen, die Heimweh bedeuteten. Wie sollte ich hier nur wider rauskommen? „Ich will hier nicht sterben. Nicht hier.“ Eine Spinne krabbelte über meine zitternde Hand. Früher hatte ich Angst vor Spinnen gehabt, nun tröstete mich irgendwie der Anblick dieses beharrten Tieres. Ich nahm sie vorsichtig hoch und schaute in ihre 12 winzigen Augen. „Du dummes Ding!“ Erschrocken zuckte ich zusammen. Das war Berta! Sie klopfte wahrscheinlich mit einem Besen gegen die Dachluke. Mit erregter Stimme schrie sie zu mir herauf. „Ich weiß ganz genau das du da oben bist!“ ich wurde ganz klein, wie eine Maus. „Was auch immer du getan hast, der Herr ist außer sich!“ alle Farbe mich aus meinem Gesicht. „Du dumme Gans! Ich werde…“ Plötzlich hörte Berta auf zu schreien. Ich vernahm, wie jemand mit ihr leise redete. „Aber… ich…bitte.“ flehte sie. Wer auch immer mit ihr sprach, war höher gestellt, als Berta. Die Leiter zu meiner Kammer knarrten und aus irgendeinem Grund wusste ich schon, wer es war. „Lieclair…?“ fragte jemand mit angenehmer Stimme, die ich so sehr an ihm liebte. Ich schaute in seinen warmen Karamell farbenden Augen und er beantwortete seine Frage selber. „Ja da bist du.“ Vincent lächelte mich ehrlich an und sein feines Engelsgesicht strahlte dabei solch eine aufrichtige Freundlichkeit aus, das ich…traurig zurück lächeln musste. Er streckte seine weiße, elegante Hand nach mir aus. „Komm her Lieclair, ich werde dir nichts tun. Versprochen.“ Und ich, ich gehorchte.
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Kommentare
Gerlinde schrieb am 2008-02-23 21:27:33:
Also sagen wir mal so: Ein bisschen länger könnten die Abschnitte schon sein, schon allein weil deine Geschichte verdammt spannend ist!!!
Gerlinde
Bonita schrieb am 2008-02-17 18:57:12:
P.s.: Ich glaube ich weiß ganz genau, was Vincents geheimnisvolles Geheimnis ist!!!
Bonita schrieb am 2008-02-17 18:53:57:
Bitte schreib´ ganz schnell weiter!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Und noch eine Sache: Wären da nicht diese doofen Rechtschreib- und Grammatikfehler, dann würde es noch mal doppelt soviel Spaß machen deine Geschichte zu lesen!!!
Aber trotzdem ist dir auch dieser Teil wieder sehr gut gelungen!!!
Viele liebe Grüße
Bonita
Bonita schrieb am 2008-02-16 18:23:22:
Also ich persönlich finde die Länge ganz ok. Ich meine, wenn sie zu lang ist, dann liest sie ja keiner mehr!!!
Aber mal zur Story: ...... Echt klasse!!!!!!!!!!!!!!!!! =) *g*
Jeiy schrieb am 2008-02-16 12:37:42:
Die anderen haben recht zahra: Du kannst jetzt ruhig mal längere Abschnitte online stellen, deine Geschichte kommt doch gut an, oder nicht? ^^
Also etwas länger kanns beim nächsten mal gerne sein!
Mfg
Jeiy
P.S: Ach ja und pass ein bisschen darauf auf, nicht zwischen den Zeiten zu wechseln, passiert dir nämlich manchmal, aber ansonsten: Wieder mal ein toller Part deiner Geschichte ^^
zhara schrieb am 2008-02-16 10:49:55:
und hier ist nun eine weitere Geschichte. Es ist wunderbar, das sie euch so gut gefällt! Das finde ich klasse. eigentlich war es ja nur ein Experiment und so weit wollte ich eigentlich gar nicht schreiben, aber ich glaube wenn ich jetzt aufhöre, könnt ihr ja gar nicht erfahren was Vincents Geheimniss ist ^^
Na, könnt ihr es euch schon denken? Ich gib mal nenn Tipp: ... (ziemlich geheimnissvoll)
Mit vielen lieben Grüßen an meine Lese und mit hämischen Grinsen ( weil meine texte immer so kurz sind und ich euch damit auf die Folter spanne)
eure sehr dankbare zhara
Pünktchen schrieb am 2008-02-15 22:17:49:
schreib bitte bitte ganz schnell weiter...
kiki schrieb am 2008-02-15 20:50:42:
meeeehhhhrrr....ich liebe deine Geschichte....schade das es immer so wenig ist....mach schnell weiter...
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