Der Wille, meine Freiheit XI
von
Zahra Kritar
1
Der Wille, meine Freiheit XI
Ich saß am Rande der Tanzfläche auf einem kleinen Stuhl, neben mir der Sessel meines Herrn. Er tanzte gerade mit Lilian und ihr Ballkleid schwang umher, bei jeder Drehung, in der Vincent sie wider geschickt auf fang. Ihre Wangen waren erregt gerötet. Vincent war gelassen und um seine Lippen spielte ein Lächeln, das aber nicht die Ähnlichkeit hatte, wenn er mich an lächelte. Die Musik verstummte und Vincent kam mit der kichernden Lilian zu mir oder besser gesagt zu seinen Platz. Ich war ja nur eine Sklavin. Ich gab mir alle Mühe gute Miene zum bösen Spiel zu machen und würde ich diese Lilian jemals in meiner Zeit antreffen, kann sie sich auf etwas gefasst machen. Das war ein Versprechen. Er küsste noch einmal ihre blasse, zierliche Hand, ohne das dabei seine Lippen ihre Haut berührte, dann verabschiedete er sich höflich. „Ach, kommen sie Vincent,“ (sie nannte ihn jetzt schon beim Vornamen) „Ich bin sicher die anderen Herren hätten nichts dagegen, wenn sie mir noch einen Tanz gestatten würden.“ Er lächelte kühl, „Was würden bloß für ein Skandal entstehen, Miss?“ fragte er leise. Lilian runzelte die Stirn, plötzlich fing sie Glockenhellen an zu Lachen. Es war ein hysterisches Lachen, was ich gerne mit einer wilden Harpyie vergleichen würde. Die umstehenden Personen drehten sich neugierig zu uns um. Auch ich muss sagen, dass das ganze ziemlich seltsam war. Was für ein Skandal? Mit funkelten Veilchenblauen Augen sagte sie geheimnisvoll, „Mir wäre ein Skandal mit ihnen sehr viel Wert, aber wenn sie das nicht in der Öffentlichkeit zeigen wollen, Vincent,“ Sie machte eine Pause und fügte fast lautlos hinzu, „Können sie auch gerne nachher auf mein Zimmer kommen.“ Vincent nickte knapp, „Natürlich Miss.“ Lachend verschwand Lilian in der Menge und die Leute, die uns eben noch so angestarrt haben, flüsterten erregt. Ich war immer noch ganz fassungslos. „War das gerade ein Flirtversuch gewesen?“ sagte ich ausersehend laut. Schnell schaute ich mich um, aber niemand hatte es gehört. Wer hörte schon hin, was eine Dienerin sagte? Vincent drehte sich schmunzelnd zu mir um. „Ja, das war ein ziemlich auffallender, wie hattest du gesagt? Flirtversuch.“ antwortete er und lachte leise. Lächelnd betrachtete er mich. „Was ist?“ fragte ich. „Erwartest du auch von mir so eine Gestik?“ Schnell, ohne dass es jemand mitbekam strich er mir liebevoll über die Wange. Seine Berührung brannte, wie Feuer. Er beugte sich vor und flüsterte mir zu, „Das musst du nicht tun, ich finde dich auch so schon anziehend genug. Wenn du mir jetzt auch noch schmeichelst, kann ich dir nicht mehr widerstehen“ Ich sah in seine gold farbenden Augen und seufzte innerlich. Plötzlich begann sich die Massen von Menschen in dem riesigen Saal zu bewegen. Vincent stand auf. Warf mir einen aufmunternden Blick zu und ich hätte mich an liebsten an seine Hand geklammert, wie ein Kleinkind. Die Gesellschaft teilte sich in zwei Gruppen auf. Während die Herrn nach Rechts ausschwebten, um Finanzgespräche zu führen und eine Zigarre zu paffen, gingen die Damen nach rechts und tranken wahrscheinlich eine Tasse Tee. Panik ergriff mich, als ich von der Menge in einer anderen Richtung gezogen wurde. Ich verlor Vincent aus den Augen und eh ich mich versah, war ich schon in den Salon der Damen herein geraten. Jemand zerrte mich in eine Ecke des Zimmers und auf einmal saß ich auf einem gepolsterten Sofa. Mir gegen über saßen Lilian und zwei ihrer Freundinnen. Verstört sah ich sie an. Lilian lächelte mich herzlich an und überreichte mir eine feine Porzellan Tasse mit Tee. Misstrauisch musterte ich sie. „Was soll das?“ Ich vergaß nun völlig mein höflichen, verlangten Diener ton und ging gleich in den Angriff. Lilian wirkte über mein Verhalten überrascht, ließ sich aber nichts anmerken als sie zu mir sagte, „Du bist seine persönlich Dienerin, nicht?“ ich nickte kurz und kostete den Tee, mit der gleichen Eleganz einer Dame. Das Verwunderte ihre beiden, genauso blassen Freundinnen. Lilian fuhr fort. „Wie ist dein Name?“ Ich wusste zwar nicht, was sie das anging, noch warum sie Interesse an einer Sklavin zeigte, aber ich wollte ihr Spiel mal mitspielen. „Lieclair.“ erwiderte ich selbstsicher. „Ein sehr schöner Name. Sag mir, Lieclair, hat dein Herr bereits eine Geliebte?“ Ich hätte mich fast an den heißen Tee verschluckt. Darauf wollte sie also heraus! Diese verwöhnte Ziege wollte sich an meinen Vincent heranmachen! „Nun?“ stichelte sie. Was sollte ich ihr sagen? Am liebsten hätte ich den Salon verlassen. Mein Blick glitt sehnsüchtig zu Tür. Lilian erriet meinen Gedanken und nun war sie nicht mehr so freundlich zu mir. „Sag es mir, Sklavin.“ schrie sie mich fast an. „Vincent darf hier nicht rein und ich lass dich nicht heraus.“ somit hatte sie mir schon mal meine Fluchtmöglichkeit erklärt. „Und was ist, wenn ich meinen Herr erzähle, das ich von dir ausgehorcht worden bin?“ giftete ich zurück. Lilian lächelte mich verächtliche an. „Er wird wohl kaum einer kleinen Dienerin glauben.“ ich zog eine Augenbraue hoch, „Nicht?“ erwiderte ich. Lilian schien sich nicht mehr so sicher, wollte aber anscheinend nicht aufgeben. Ich setzte die Teetasse auf den niedrigen Tisch ab und stand auf. Ungläubig starrte sie mich an. „Lilian“, sagte ich laut. „wollen sie sich etwa die Liebe erkaufen?“
„Ich, ich…“stotterte sie. „Miss, wenn ich ihnen einen Rat geben darf, die Liebe ist etwas, das sie nicht kennen. Es geht nicht darum den besten Fang zu machen. Nicht den reichsten und schönsten Mann zuheiraten, sondern,“ Ich klopfte auf mein Herz , „auf das Herz zu hören.“
Lilian war kreidebleich geworden. Alle Damen sahen geschockt nur sie und mich an. „Was erlaubst du dir?“ Mit erhobener Hand kam sie auf mich zu. „Miss? Ich bitte sie nicht mein Eigentum zu berühren.“ Erleichtert sah ich auf. Vincent stand an der Tür gelehnt und schaute Lilian eindringlich an. Mich würdigte er keines Blicks und das tat so weh, dass mir der Schlag von Lilian lieber gewesen wäre. „Lieclair!“ rief er mich herrisch. Gedemütigt ging ich ihm entgegen. Bevor Vincent die Tür schloss, schmeichelte er noch einmal den Damen. „Es tut mir aufrichtig leid, dass meine Dienerin so ein unverzeihliches Betragen hatte.“ Unverzeihlich? Ich biss mir auf die Lippen, um nicht loszuheulen, trotzdem sah ich noch den zufriedenen Ausdruck von Lilian. „Ich wünsche ihnen noch einen angenehmen Abend und Miss Jordan, ich hoffe wir begegnen uns noch einmal.“ Die Tür wurde geschlossen und wir gingen zu unserer Kutsche. Obwohl wir alleine waren, behandelte er mich wie eine Sklavin.
1
Kommentare
zhara schrieb am 2008-03-03 18:08:43:
Yurik! Hör bloß auf damit! Sonst veränderst du die ganze Geschichte! Das mit den Zwillingsbrüdern ist ne super idee, wenn ich mit der hier fertig bin, werde ich das mal versuchen, Grins zhara
... schrieb am 2008-03-03 15:42:25:
bitte schreib genz schnell weiter.
Yuriko schrieb am 2008-03-02 20:58:05:
hat er vielleicht nen bösen zwillingsbruder ?
höhö ^^ das würde sein verhalten wenigstens erklären...hmm....
bin echt gespannt, wie es jetzt mit den beiden (oder dreien ? :) weiter geht...
schreib schnell weiter !!!
Kommentar hinzufügen