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Kategorien > Liebe > Vampir

Der Wille, meine Freiheit XV

von Zahra Kritar

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Der Wille, meine Freiheit XV

Es widerstrebte mich richtig dies noch einmal zu denken. Was erwartet man, wenn man das größte Geheimnis eines Königs erfährt? Das er ein Geist ist? Was ich sah, war abartig. Um es grob zu sagen: der König hatte seinen ganz eigenen, persönlichen Harem. Der aus 12 wunderschönen Frauen bestand, die sich den ganzen Tag um ihn rekelten und ihn anhimmelten, als sei er ihr Gott. In gewisser Weise war er es für sie bestimmt auch. In seiner Hand lagen die Fäden ihres Lebens. Eigentlich ging mich ja das Privatleben von niemandem etwas an, aber ich wurde damit direkt konfrontiert und Vincent nahm das alles selbstverständlich hin. Jetzt saßen wir in weichen Korbsesseln in einen riesigen, überdachten Wintergarten. Der König war jung. Zwanzig Jahre, seine rosige Haut erinnerte mich an ein Baby und seine eng zusammenstehenden, blauen Augen konnte ich keine Sympathie abgewinnen. Er hatte zinnfarbendes, langes Haar, das sonst von einer Turmperücke verdeckt wurde. Vincent lehnte bequem in seinem Sessel und hielt ein Glas Rotwein in der Hand. Während ich etwas im Hintergrund saß und Eduard den VI misstrauisch musterte. „Da hast du dir aber wirklich eine sehr schöne Leibdienerin zugelegt, mein Freund.“ sagte der König sehnsüchtig und blickte mich dabei neidisch an. Vincent lächelte kühl und strich sanft über meine Hand, die zitterte. „Ich hatte einfach Glück.“ antwortete er ruhig. „Beneidenswert.“ erwiderte Eduard. Wie er mich ansah gefiel mir ganz und gar nicht. Plötzlich stand Eduard ruckartig auf und für einen Moment merkte ich, wie Vincent sich anspannte. Auch ich verkrampfte mich, als der König sich mir nährte. Seine Ringbesetzten Finger nahmen eine Strähne meines Haares und rieb daran. Angeekelt machte ich mich los und unterdrückte nur mit Mühe den Reflex, nach ihm zu schlagen. Der König lachte. „Sie ist ja ein richtiges Teufelsweib!“ Vincent schmunzelte mich amüsiert an, „Das kann man nicht leugnen.“ Ich funkelte ihn zornig an. Eduard nahm wider Platz und richtete seinen Blick auf Vincent. „Ich habe bald Geburtstag, Vincent.“ erinnerte er scherzhaft. Mir wurde kotzübel, denn ich ahnte worauf er anspielte. Gelassen entgegnete Vincent:“ Mein Freund, ich denke du hast genug Frauen und dazu noch eine Bildhübsche Königin.“ „Schmeichelt ihr mir schon wider Lorong?“ Erschrocken drehte ich mich um. Ich hatte nicht bemerkt, dass jemand hereingekommen war. „Natürlich, meine Königin.“ antwortete er und stand auf um ihre Hand zu küssen. Die Königin lächelt kalt, „Ihr habt euch schon immer darauf verstanden, sich einzuschmeicheln.“ „Natürlich“, Wiederholte er, ohne jegliches Gefühl in der Stimme. Wenn ich jetzt sagen würde die Königin war schön, würde es nicht ganz treffen. Sie war überwältigen, das man sich in ihrer bloßen Anwesenheit hässlich fühlte. Ihr blondes, glänzendes Haar war lang und kunstvoll geflochten. Sie hatte ein feines Gesicht mit klugen wasserblauen Augen. Plötzlich drehte sich ihr Kopf zu mir und ich schaute schnell weg. „Ihr habt eine neue Dienerin Vincent?“ fragte sie ohne Regung, man hätte denken können sie spräche über das Wetter. Vincent nickte knapp und sie fuhr kühl fort, „Dann hättet ihr doch sicher nichts dagegen, wenn ich ihr den Palast zeigen würde.“ Das war keine Frage, sondern ein Befehl. Die Königin deutet auf mich. „Steh auf mein Kind, ich bin sicher das wird dich interessieren.“ Unsicher warf ich Vincent einen Blick zu, er blinzelte mir zu. Erstaunt stand ich auf und eilte zu ihr herüber. „Ich wünsche ihnen noch einen wundervollen Tag Mister Lorong.“ Dann ging sie zielstrebig aus dem Raum, ihren Gemahl hatte sie die ganze Zeit nicht beachtet, als sei der König gar nicht anwesend gewesen.

Nun saß ich auf einen gold verzierten Stuhl, während die Königin gedankenverloren mein weinrotes Haar mit einer Elfenbein Bürste durchkämmte. Mit einer Spange steckte sie mir das ganze hoch und betrachtete mütterlich mein ängstliches Gesicht. „Lieclair, ist Vincent gut zu dir?“ Diese Frage kam so unerwartet, das ich nicht gleich antworten konnte. „Du kannst es mir ruhig sagen, ich werde nichts weiter erzählen.“ beharrte sie freundlich. Ich schluckte, „Ja, ich glaube er hat mich sehr gerne.“ gestand ich. die Königin lachte freudlos. „Mein Kind, ich glaube du weißt nicht wie gern er dich hat.“ „Nicht?“ fragte ich verwirrt. Fürsorglich strich sie über meine Wangen. „Er ist ganz vernarrt in dich. Du hättest sein Blick sehen müssen, als ich dich entführt haben, aber er weiß, das ich dich letztendlich nur gerettet habe.“ Nun verstand ich gar nichts mehr. „Gerettet?“ erwiderte ich nervös. Sie nahm meine Hand in ihre. Wie die Mutter ihr Kind, dabei konnte sie vielleicht zwei Jahre älter sein als ich. „Lieclair, ich bin sicher das dir nicht entgangen ist, wie mein lieber Ehemann Frauen liebt.“ erklärte sie bitter.
„Andere Frauen.“ sagte ich leise. Die Königin lächelte warm. „Ich bin mir sicher, dass wir noch gute Freundinnen werden, Lieclair.“ Da war ich mir aber nicht sicher. Was immer auch die Königin für ein Spiel spielte, keiner wollte mit einer Sklavin befreundet sein. Das hatte ich mittlerweile gelernt. Unerwartet griff sie nach meinen Schultern und starrte mich an. Ich war zu geschockt um wegzuschauen und ihre Meeres farbenden Augen strahlten mich düster an.
„Hast du schon mal die Zeitung gelesen, Lieclair?“ fragte sie scharf. „Nein…“stotterte ich.
Sie beachtete mich nicht und sprach eindringlich weiter. „In London geschehen im Moment seltsame Morde, die keiner erklären kann. Größtenteils sind es junge Mädchen, die nicht älter als du sind.“ „Ich…ich verstehe nicht, meine Königin.“ Sie schloss die Augen und ich war nicht mehr den Naturgewalten ihres Blickes ausgesetzt. Leise, das ich sie kaum hörte, sagte sie, „Es ist keine gute Zeit für dich, jetzt auf die Straßen Londons zu gehen. Alleine.“ Was auch immer die Königin wusste, sie wollte es mir mitteilen. Augenblicklich lächelte sie mich wider liebevoll an. „ich glaube du solltest jetzt gehen, mein Kind. Dein Herr macht sich sonst Sorgen.“ Bebend stand ich auf und rannte zu Tür, ich war schon fast draußen als die Königin mich noch einmal zurück hielt, „Vertraue ihm nicht, Lieclair. Er kann dich noch so lieben, man ist niemals sicher. Vor allem du nicht und es muss keinen weiteren Mord in London geben.“ flüsterte sie vertraulich. Ich nickte nur.

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Kommentare

Lilly schrieb am 2008-03-06 20:35:50:
Ich bin froh das du nicht sauer bist, ich habe immer so schnell ein schlechtes Gewissen!! ICh meine das ja nicht böse!!
Wegen dieser "keine Peilung" haben, sage ich dir nur, das werden immer die besten Geschichten (zumindest ist das bei mir so), Ich schreibe gerade an einer, von der ich am Anfang gar nicht wusste, was daraus werden sollte. Ich tippe und tippe und irgendwie ergibt das dann eine Geschichte. Doch ich mache noch etwas, das sehr hilfreich sein kann, ich lese mir die neuen Teile, nachdem ich sie eine Woche ruhen gelassen habe, noch einmal durch und erdecke dann immer wieder Fehler, oder mir fallen noch neue Ideen ein und man erckennt dann sehr schnell, ob es doof ist oder sich gut anhört - also glaubwürdig (Kannst ja mal eine Lesen wenn du willst und auch kommentiern, würde mich freuen).
Ich finde die Idee deiner wirklich Geschichte gut und du hast Talent zum schreiben, ehrlich!!!!!
Vielleicht, irgendwann, überarbeitest du sie noch einmal von Grund auf, Informierst dich etwas über das Jahrhundert (ein hoch auf das Internet) und setzt sie an einem Stück noch einmal ins Netz. Kommt bestimmt gut an!!
Liebe Grüße
Lilly

P.s. Schreib weiter!!
Bonita schrieb am 2008-03-06 17:33:10:
Hey, wenn du jetzt nicht ganz schnell weiter schreibst, dann werde ich richtig sauer!!!!!!!!!! ^^
Müssen Geschichten, die in Teilen geschrieben werden, eigentlich (fast) immer soooo spannend enden?!?!?!? Am Schlimmsten ist es ja, wenn man sich gerade so richtig in die Hauptfigur (also Lieclair) hineinversetzt hat und dann einfach Schluss ist!!!
Totz alledem:

Liebe Grüße
Deine Bonita
zhara schrieb am 2008-03-06 14:36:48:
Hey Lili ich danke dir. Du bist die erste die mal Kritik schreibt^^
Ja du hast recht, das es ein paar Lücken gibt, doch ich musste das ganze im 16 Jahrhundert schreiben, warum wirst du bald erfahren. Und um erhlich zu sein, ich hatte nie vor so weit zu schreiben... Aber als ich dann tausende mails bekommen hatte und alle mich immer gebeten hatten, weiter zuschreiben, musste ich einfach nachgeben. Grins. Jetzt schreibe ich jeden zweiten Tage eine Fortsetzung und ehrlich gesagt, ich habe keine Peilung. Ich schreibe nur immer das, was mir gerade einfällt. Gut ich habe ein Grundprinziep, das aus fünf Wörtern besteht, mehr auch nicht. Also Leute sollte ich je vorhaben aus dieser Geschichte mehr zu machen, werde ich es euch sagen und ihr könnt dann endlich mal richtig Kritik geben.
eure zhara
Yuriko schrieb am 2008-03-05 22:09:52:
wuha....ein zweiter jack the ripper ? was da wohl dahinter steckt XD
eli schrieb am 2008-03-05 21:48:28:
oh gott, ist das spannend!
was für eine dramatische wendung :-)

schreib bitte schnell weiter!

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