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Kategorien > Liebe > Vampir

Der Wille, meine Freiheit XVII

von Zahra Kritar

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Der Wille, meine Freiheit VXII

Mein Atem ging stoßweise und ich hatte furchtbare Seitenstiche. Keuchend stützte ich mich auf meine Knie ab. Ich konnte es immer noch nicht fassen. Vincent ein Mörder. Mein geliebter Vincent. Was sollte ich jetzt bloß tun? Zurück konnte ich nicht mehr. Unsicher richtete ich mich auf. Die Sonne ging langsam auf und tauchte alles in ein heimtückisches Dämmerlicht. Schatte wirkten Dunkler und ich hatte das Gefühl beobachtet zu werden. Gehetzt blickte ich mich um und erwartete leuchtende rote Augen in der Dunkelheit zu erkennen, doch dort war nichts. Ich war allein. Allein im Irgendwo. Um mich herum standen groß gezimmerte Holzhütten. Es roch nach Urin und als ich auf meine Füße starrte, musste ich mich übergeben. Vielleicht war es immer noch der Schrecken, vielleicht lag es aber auch daran, das meine Füße rabenschwarz von Matsch, Pferdeäpfeln und…und menschlichen Ausscheidungen waren. Die Klospülung war noch nicht erfunden, das wurde mir jetzt klar.
ich kaute auf meine Unterlippe herum, „Was soll ich jetzt bloß tun?“ rief ich verzweifelt.
„Ich würde es schön finden, wenn du wider mit mir Nachhause kommen würdest.“ Vincent trat lautlos aus den Schatten der Hütten. Ich erstarrte. Er hatte sich umgezogen und trug nun ein schwarzes Hemd, das aufgeknöpft war, das ich seine weiße Marmorbrust erkennen konnte. Der Kontrast schien mir nie deutlicher, dass er nicht menschlich war. Vincent machte Anstalt auf mich zuzugehen, doch ich schrie ihn wahnsinnig an, „Komm nicht nähr!“ Er verschränkte die Arme und musterte mich prüfend, „Lieclair du siehst gar nicht gut aus.“
„Ach ja? woher kommt das bloß?“ brüllte ich. „Lass mich überlegen. ICH HABE MIT EINEM MÖRDER IN EINEM BETT GESCHLAFEN.“ Kreischte ich ihn schrill an. Er schien völlig uneingenommen und starrte mich stattdessen weiterhin besorgt an. „Ich glaube, wir sollten jetzt Nachhause gehen, Lieclair.“ antwortete er ruhig. Wie konnte der Kerl bloß so gelassen sein? Ich schüttelte heftig den Kopf, „Den Teufel werd ich tun, mit dir zugehen. Lieber sterbe ich!“ Bei diesen Worten zog sich sein Gesicht schmerzvoll zusammen. Endlich zeigte er mal eine menschliche Regung. „Willst du das, Lieclair?“ fragte er mich eindringlich. „Was?“ Ich fing an zu weinen. Vincent kam auf mich zu, doch ich wich zurück. „Ich bleibe solange hier, bis du mir eine Erklärung gegeben hast.“ schluchzte ich. Er seufzte. „Lass uns das Zuhause klären, Lieclair. Dies ist kein guter Ort für solche Geschichten.“ erwiderte er müde und fuhr durch sein zerwuscheltes, dunkles Haar. Ich stand hilflos da. In einem mal weißen Nachthemd, mit dreckverschmierten Füßen und vor mir das schönste Wesen in meiner kleinen Welt. Vincent merkte, wie mein Selbstvertrauen bröckelte. „Lieclair, bitte. Ich erzähle dir Zuhause allen, danach kannst du gehen, wenn du willst. Ich lass dich frei.“ sagte er leise.
„Frei.“ wiederholte ich. „Ich war noch nie Frei. Nicht in meinem vorigen Leben, doch hier, hier war ich frei. Bei dir.“ flüsterte ich traurig. Salzige Tränen liefen über mein Gesicht und ich schluchzte. „Lieclair.“ Ich hörte, wie er plötzlich neben mir stand und lehnte meinen Kopf an seine kühle Haut. Seine Arme umschlossen mich zärtlich. „Lieclair, ich liebe dich.“ murmelte er. Ich nickte. Er küsste mich vorsichtig, vielleicht rechnete er mit einem neuen Ausbruch von mir. Ich spürte seinen Atem an meinem Hals und schloss die Augen. „Idiot.“ zischte ich ergeben. Vincent lachte. „Ich hätte dich niemals freiwillig gehen lassen.“ entgegnete er spöttisch. „Ich würde um dich kämpfen, bis ich verliere.“

Heißes Wasser umhüllte meinen Körper. Ich schrubbte mir so gut, wie es ging den Schmutz ab. Ich war noch nie in Vincents Badezimmer gewesen, aber es gefiel mir. Der große Badeholzzuber war zwar nicht gerade bequem, erinnerte mich aber an einen kleinen Swimmingpool. Überall standen duftende Öle und ich konnte mich gar nicht entscheiden, welches besser roch. Das warme Wasser entspannte mich und löste meine verkrampften Muskeln. Genießerisch tauchte ich unter. Es war so schön, dass ich für einen Moment die Welt um mich herum vergaß. Als ich wider auftauchte, kam Vincent herein. Geschmeidig hockte er sich vor mich hin und nahm eine Strähne meines nassen Haares.“ Deine Haare haben die Farbe von frischen Blut.“ sagte er nachdenklich. Ich erwiderte darauf nichts, sonder starrte ihn abwartend an. „Was ist?“ fragte er verblüfft. Er ließ seine Hand in das Wasser gleiten und strich Gedankenversunken über die Wasseroberfläche. „Du wolltest mir etwas erzählen.“ antwortete ich. „Ja, natürlich.“ Er suchte meinen Blick und seine Honigfarbenen Augen strahlten düster. „Was du gestern Abend gesehen hast, wollte ich für immer vor dir verheimlichen. Es war eine Zwangslösung, das du mir aber folgst war nicht mit eingeplant gewesen.“ Mir stieg die Röte ins Gesicht. „Es ist besser so. Irgendwann hättest du es sowie so herausgefunden.“ Ich nickte nur. Vincent fuhr fort, „Lieclair, ich bin kein Mörder. Es liegt in meiner Natur so etwas zu tun.“ Verächtlich schnaubte ich. In meiner Welt hatte ich viele Bücher über Vampire gelesen und die konnten sich auch von Tierblut ernähren. „Du glaubst mir nicht.“ Stellte er fest. „Dann lass es mich so erklären. Erhalte ich kein Blut, kann ich nicht sterben, aber die Gefahr in der Öffentlichkeit oder sogar dich zu attackieren wächst erheblich. Es muss ein Mensch sein, von dem ich das Blut trinke. Wäre zum Beispiel…mhm…ein Hase ein Vampir müsste er sich wider einen anderen Hasen suchen.“ Der Vergleich war von soweit hergeholt, das ich lachen musste. Auch er kicherte amüsiert, „Gut Hasen werden wahrscheinlich niemals zu Vampiren, das war ziemlich übertrieben, aber verstehst du?“ Ich verstand und auch wider nicht. Sanft strich ich über sein perfektes Gesicht. „Warum musstest du ein junges Mädchen töten, sie hatte noch das ganze Leben vor sich.“ Er stöhnte. „Lieclair, dieses Mädchen lebte in einem Slum! Sie muss jeden Tag Hunger leiden, ich habe sie sozusagen erlöst.“ Unglücklich sah ich ihn an. Vincent versuchte mich wider aufzumuntern. „ wenn das Opfer eine Familie hatte, schickte ich ihr meistens anonym Geld und Nahrung, als Entschädigung. Du musst dir vorstellen, wie viele Arme ihre Kinder jetzt nachts rausschicken.“ Ich schmunzelte. Das er trotzdem etwas Gutes tat, obwohl es ihm eigentlich egal sein könnte. Er beugte sich vor und küsste mich. Genau in diesem Moment klingelte es unten. Er verdrehte die Augen. „Ich hasse Besucher, die mich in meinem Privatleben stören.“ grummelte er und stand auf. „Ich bin gleich wider da, meine Geliebte, “ flüsterte er mir zu und verschwand. Unten hörte ich, wie jemand die Tür öffnete. Vincent begrüßte die Person schmeichelnd und ich wäre bei diesen Worten am liebsten erstickt. „Meine Königin…“

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Kommentare

Yuriko schrieb am 2008-03-09 09:13:51:
Das nenn ich ja mal spannend XD
was sie wohl will ?
schreib schnell weiter !!!

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